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Stanislas Wawrinka
06. September 2010 07:18; Akt: 06.09.2010 09:27 Print
«Eines meiner besten Spiele»
von Philipp Reich - Der Sieg gegen Andy Murray ist der wohl grösste Erfolg in Stanislas Wawrinkas Karriere. Der Romand zeigte sich ungewohnt nervenstark und freute sich nach der Partie zu Recht über seine tolle Leistung.
Der Auftritt von Stanislas Wawrinka gegen Andy Murray war schon beeindruckend. Der sonst in wichtigen Spielen oft zögerliche Wawrinka fand beim überzeugenden Viersatzsieg gegen den britischen Mitfavoriten die richtige Mischung aus Angriff und Vorsicht. Der Romand, der auch das Publikum auf seiner Seite hatte, machte fast keine Fehler und blieb auch in wichtigen Momenten ruhig.
Bildstrecken Funny US Open 2010Azarenkas Kollaps«Das war mit Sicherheit eines meiner besten Spiele und der schönste Sieg meiner Karriere. Ich war sehr aggressiv. Alles funktionierte bestens», erklärte Wawrinka nach der Partie. «Ich glaube, mein Aufschlag war heute der Schlüssel zum Erfolg. Ich servierte sehr gut und kam zu vielen Gratispunkten. Das ist immer wichtig gegen solch starke Spieler.» Am Ende des ersten Satzes habe er ein bisschen zu defensiv gespielt und Murray zu sehr ins Spielen kommen lassen. «Das konnte ich im zweiten Durchgang zum Glück aber wieder ändern.»
Andy Murray, der weiter auf seinen ersten Grand-Slam-Titel warten muss, zeigte sich als fairer Verlierer. «Er spielte einfach besser als ich und servierte gut, wenn er es brauchte. Mehr gibt's dazu eigentlich nicht zu sagen», erklärte der sichtlich enttäuschte Schotte. Während der Partie ärgerte sich Murray immer wieder über Wawrinka. Der Romand liess sich zwischen den Ballwechseln immer sehr viel Zeit und strapazierte Murrays Geduld.
Mit Lundgren endlich auf die Erfolgsspur?
Für Wawrinka ist der Sieg gegen Andy Murray einer der wichtigsten in seiner Karriere. Zwar stand Wawrinka bereits fünfmal im Achtelfinal eines Grand-Slam-Turniers, doch gegen Topspieler bekundete der Schweizer in seiner Karriere an Major-Turnieren grosse Mühe und konnte gerade gegen die besten der Welt nur selten sein bestes Tennis abrufen. Immer wieder musste der Schweizer sich vorwerfen lassen, in den wichtigsten Momenten nervlich zu versagen. Das scheint sich nun geändert zu haben.
Grossen Anteil an Wawrinkas Wandel hat sicherlich sein neuer Trainer Peter Lundgren. Der ehemalige Coach von Roger Federer hat mit seinem Schützling in den letzten Wochen sehr hart gearbeitet. «Er sieht die Sachen im technischen Bereich anders, er spricht anders und bringt eine andere Vision rein», sagte Wawrinka vor dem US Open. Der Schwede sorgte dafür, dass beim Romand das Selbstvertrauen zurückkehrte und dass Wawrinka auch noch an sich glaubt, wenn es einmal nicht so gut läuft.
Im Achtelfinal wartet Querrey
Im Achtelfinal trifft Wawrinka am Dienstag auf Sam Querrey. Im bisher einzigen Duell mit dem 22-Jährigen siegte Wawrinka 2009 in Indian Wells knapp mit 2:6, 7:5, 7:6 (8:6). «Das war ein verrücktes Spiel. Sam hat in den letzten zwei Jahren grosse Fortschritte gemacht, ich schätze ihn sehr stark ein. Er hat einen ausgezeichneten Aufschlag, eine gute Rückhand. Es ist nie einfach, gegen ihn zu spielen. Ich muss wie gegen Andy aggressiv bleiben, denn er mag es nicht, wenn man ihn unter Druck setzt.»
Mit einem Sieg würde Wawrinka zum ersten Mal in seiner Karriere in einen Viertelfinal eines Grand-Slams-Turniers vorstossen.




























