US Open

10. September 2010 08:08; Akt: 10.09.2010 09:37 Print

«Ich hoffe das Level halten zu können»«Ich hoffe das Level halten zu können»

Stanislas Wawrinka scheidet nach einem hart umkämpften Viertelfinal gegen Michail Juschni aus. Trotzdem ist er zufrieden mit dem Turnier und hat keine Angst vor dem Arzt.

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Roger Federer konnte das Traumfinale mit Rafael Nadal nicht perfekt machen. Der Schweizer unterlag einem entfesselten Novak Djokovic in fünf Sätzen mit 7:5, 1:6 7:5, 2:6 7:5. Der Serbe wehrte im finalen Durchgang beim Stande von 4:5 und eigenem Aufschlag zwei Matchbälle ab und breakte Federer danach bei dessen Aufschlag. Dabei endet für Federer das US Open zum ersten Mal seit sieben Jahren vor dem Final. Zwei bandagierte Beine und viel Frust: Stanislas Wawrinka verliert gegen Michail Juschni mit 6:3, 6:7, 6:3, 3:6, 3:6. Auch das Racket musste unter seinem Frust leiden. Diesen Bewegungsablauf dürfte Wawrinka in nächster Zeit üben: den Aufschlag. In den letzten beiden Sätzen brachte der Romand beinahe keinen ersten Service ins Feld. Roger Federer lässt Robin Söderling keine Chance und zieht nach einem Dreisatzsieg ins Halbfinale ein. Der Schwede liess seinem Ärger beim 4:6, 4:6 und 5:7 frein Lauf. Stanislas Wawrinka ist dank einem hart erkämpften Fünfsatzsieg über den Amerikaner Sam Querrey zum ersten Mal in seiner Karriere in einen Viertelfinal eines Major-Turniers eingezogen. Der Schweizer spielte wie schon gegen Murray sehr angriffig. Querrey war beim 7:6. 6:7, 7:5, 4:6 und 6:4 aber der erwartet schwere Gegner. Im Entscheidungssatz hatte auch der Amerikaner seine Chance, das Match für sich zu entscheiden. Gegen Jürgen Melzer blieb Roger Federer wieder ohne Satzverlust. Beim 6:3, 7:6, 6:3 musste der Schweizer im Tie Break des zweiten Satzes aber auch etwas Glück in Anspruch nehmen. Der Schweizer war überall auf dem Feld anzutreffen und untermauerte mit seiner Leistung seine Favoritenrolle auf den Titel. Für den Österreicher war es zum Verzweifeln. Auch im zweiten Duell mit Roger Federer blieb Melzer chancenlos. Stanislas Wawrinka traf auf Andy Murray. Der Turnierfavorit holte sich den ersten Satz unverdient. Dann schlug Wawrinka zu und gewann die nächsten Sätze mit 7:6 (7:4), 6:3 und 6:3 und besiegte den Schotten nach zuletzt drei Niederlagen. Für Murray wirds wieder nichts mit dem ersten Grand-Slam-Sieg. Yanina Wickmayer kann es nicht fassen. Sie gewinnt den Krimi gegen Patty Schnyder. Mit 6:7 (5:7), 6:3, 6:7 (6:8) setzt sich die Belgierin durch. Damit sind alle Schweizerinnen ausgeschieden. Auch in seinem dritten Spiel war Roger Federer nicht zu stoppen. Der Schweizer besiegte den Franzosen Paul-Henri Mathieu klar in drei Sätzen. Der Aussenseiter erspielte sich beim 6:4, 6:3 und 6:3-Sieg der Weltnummer 2 zwar vier Breakchancen, aber auch Mathieu konnte Federers Service nicht durchbrechen. Bittere Niederlage für Marco Chiudinelli. Der Baselbieter unterlag dem amerikanischen Service-Giganten John Isner 3:6, 6:3, 6:7 (7:9), 4:6. Wie erwartet war der Aufschlag der grösste Faktor zugunsten des Mannes, der in Wimbledon mehr als elf Stunden auf dem Platz verbracht hatte. Am Schluss wies die Statistik 24 Asse und nur einen Doppelfehler aus - einen sensationellen Wert! Stanislas Wawrinka konnte bei seinem klaren Dreisatzsieg gegen Juan Ignacio Chela überzeugen. Vor allem bei den Big Points behielt der Romand für einmal die Nerven. Chela blieb beim 7:5, 6:3, 6:4-Erfolg des Schweizers absolut chancenlos. Wawrinka trifft in der nächsten Runde nun auf Andy Murray. Zwar ohne zu zaubern, aber dennoch äusserst souverän zog Roger Federer in die dritte Runde ein. Der «Zauberer» liess dem Deutschen Andreas Beck beim 6:3, 6:4 und 6:3 nicht den Hauch einer Chance. Federers Schuhe mit der New Yorker Skyline. Auch Patty Schnyder gewann ihr Zweitrundenspiel ohne grössere Probleme. Die routinierte Schweizerin schlug die Spanierin Martinez Sanchez in zwei Sätzen mit 7:6 und 6:4. Als Letzter qualifizierte sich Marco Chiudinelli für Runde 2. Er räumte den jungen Jack Sock (USA) mit 6:1, 6:4, 1:6, 6:1 aus dem Weg. Nur drei Sätze benötigte Stanislas Wawrinka zum Auftakt. Der Romand besiegt den Kasachen Michail Kukuschkin mit 6:3, 6:2, 6:2. Patty Schnyder erreichte endlich ihren 100. Sieg an einem Grand-Slam-Turnier. Mit 6:1, 6:3 gegen Kirsten Flipkens (Be) erreichte sie souverän die 2. Runde. Dominika Cibulkova (Slk) war dagegen für die dritte Schweizerin eine Nummer zu gross. Die Slowakin setzte sich gegen Stefanie Vögele mit 6:2, 4:6, 7:5 durch. Vögele ist somit die zweite Schweizerin, welche an der Starthürde scheiterte. Roger Federer setzte sich gegen den Argentinier Brian Dabul souverän in drei Sätzen durch. Beim 6:1, 6:4 und 6:2 begeisterte Federer wie im Vorjahr mit einem zauberhaften Winner zwischen den Beinen hindurch das Publikum. Der fünffache Champion konnte seine Freude am gelungenen Trickschuss nicht ganz verbergen. Bereits ausgeschieden ist Timea Bacsinszky. Die Westschweizerin verlor gegen die Chinesin Zheng Jie mit 7:6 und 7:6.

Die Schweizer am US Open.

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«Ich habe viel gelernt in diesem Spiel. Ich gab alles, aber Michail spielte sehr gut.» So offen kommentiert Stanislas Wawrinka seine Viertelfinalniederlage im Big Apple. 6:3, 6:7, 6:3, 3:6, 3:6 war er dem Russen unterlegen. Nach insgesamt 12:24 Stunden endete das Turnier für den Marathonmann mit einem weiteren langen Match.

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Am Ende fehlte Wawrinka die Kraft. Im zweiten Satz stand er im Tiebreak teilweise nur zwei Punkte vor der 2:0-Satzführung entfernt. Dies wäre wohl vorentscheidend gewesen. Im Verlauf der Partie musste er sich dann aber immer wieder an den Oberschenkeln behandeln lassen. Vor allem im fünften Satz lief es nicht mehr rund: «Ich machte sehr viele Fehler. Aber nach über vier Stunden war ich einfach sehr müde.»

Wohl keine schlimme Verletzung

Wie schlimm ist seine Verletzung? «Ich weiss es noch nicht, aber ich werde beim Arzt vorbeigehen», so der 25-Jährige nach dem Spiel. Angst hat er davor keine: «ich glaube nicht, dass es etwas Schlimmes ist.»

Vielmehr will er in die Zukunft blicken. «Ich bin sehr zufrieden mit dem Turnier. Gegen Murray lieferte ich mein bestes Match ab. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft auf diesem Level spielen kann.»

Nicht nur Wawrinka spürte die Strapazen. Auch Gegner Juschni bekannte auf die Frage, ob er nach diesem Spiel irgendwelche Schmerzen verspüre? «Ich glaube, das kommt morgen.»

(fox)