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Langweilige WTA
09. September 2011 15:32; Akt: 09.09.2011 16:32 Print
Ohne Serena Williams ist das Frauentennis tot
von Fabian Vogt - Serena Williams, Nummer 28 der Welt, spielt ihren Halbfinal an den US Open gegen die Weltnummer 1, Caroline Wozniacki. Trotzdem ist die Amerikanerin die grosse Favoritin.
Serena und Venus Williams sorgen mit ihren Outfits auf der WTA-Tour für Furore.
Serena Williams hat dieses Jahr aufgrund einer Fussverletzung nur sechs Turniere absolviert, trotzdem war sie vor Beginn der US Open die absolute Top-Favoritin. Das sagt bereits alles aus über den Zustand des Frauentennis.
Bildstrecken Funny US Open 2011Zuvor musste Williams lange zuschauen, seit Sommer 2010 war sie verletzt. Als sie im Juni zurückkam, erreichte sie bereits beim zweiten Turnier das Finale, die nächsten beiden Turniere gewann sie dann, bevor sie vor ein paar Wochen in Cincinnati nicht zu ihrer Zweitrundenpartie antrat, um den Fuss zu schonen.
Keine Konstanz = Fehlende Klasse
Nichts ist mehr da von den Zeiten, als Martina Navratilova mit Chris Evert und «Wunderkind» Tracy Austin um die Vorherrschaft im Frauentennis kämpfte. Über ein Jahrzehnt dauerte dieses Duell. Danach waren es Steffi Graf, Monica Seles und die Sandspezialistin Arantxa Sánchez Vicario, welche die Szene dominierten, bevor Martina Hingis das Zepter übernahm. Auch Lindsay Davenport oder die Belgierinnen Kim Clijsters und Justine Henin kann man noch als richtige Nummern 1 bezeichnen, da sie zumindest spielerische Klasse besassen. Doch bereits ihnen fehlte es an Charisma.
Was aber in den letzten Jahren mit dem Frauentennis passiert ist, stimmt den neutralen Fan wirklich traurig. Suzanne Lenglen und Helen Wills Moody, die grossen Pionierinnen, würden sich im Grab umdrehen, müssten sie miterleben, was im neuen Jahrtausend mit dem Frauentennis geschehen ist. Seit dem Milleniumswechsel gab es elf neue Nummern eins, 43-mal wechselte die Führung an der Ranglistenspitze. Das ist öfter, als diese beiden Positionen seit Einführung der WTA-Rangliste bis zum Jahr 2000 wechselten – und das geschah immerhin im Jahr 1975!
Dafür kann sich niemand begeistern
Der Fachoptimist sagt nun: «Na ist doch klar, die Leistungsdichte ist grösser geworden.» Das ist völlig falsch. Viel mehr ist es so, dass es keine überragenden Tennis-Spielerinnen mehr gibt, die ganze Generationen prägen können. Doch genau solche Spielerinnen braucht das Tennis, will es den medial immer härter werdenden Konkurrenzkampf gewinnen und auch weiterhin als Top-Sport anerkannt bleiben. Darum braucht es Serena Williams.
Von allen momentan aktiven Spielerinnen ist sie die einzige, die über eine nicht bestreitbare Klasse und ein vermarktungsfähiges Charisma verfügt. Denn schaut man sich mal die Spitze der Welt an, tauchen folgende Spielerinnen auf: Caroline Wozinacki: Sieht gut aus, gewinnt aber nichts Wichtiges. Vera Zwonarewa: Entschuldigung, wer? Maria Scharapowa: Ist öfter an Modeshootings als auf dem Trainingsplatz anzutreffen. Viktoria Azarenka: Auch hier muss die Frage erlaubt sein: Wer ist das?
Und das sind noch die bekannten Namen. Betrachtet man die Top Ten weiter, tauchen Li Na, Petra Kwitowa, Francesca Schiavone, Marion Bartoli und Samantha Stosur auf. Sportlerinnen, die ausser Experten niemand kennt. Die einzige Ausnahme unter den aktuellen Top Ten ist Kim Cljisters, dreifache US-Open-Siegerin und momentan die Nummer drei der Welt. Allerdings hat sie sich zwischendurch für fast zwei Jahre eine Auszeit genommen und wurde in dieser Zeit unter anderem Mutter. Dass sie bereits wieder ganz oben mitspielt, zeugt auch vom tiefen Niveau des Frauentennis.
Wenn nur die Verletzungen nicht wären
Serena Williams ist zwar nur als Nr. 28 des Turniers gemeldet, doch auf ihrem Weg in den Halbfinal hat die 13-fache Grand-Slam-Siegerin gespielt wie die Nummer eins. In fünf Spielen gab die 30-Jährige keinen Satz ab, musste ihren Gegnerinnen nur 23 Games zugestehen und stand im Schnitt 73 Minuten auf dem Platz.
Und nun trifft sie im Halbfinal auf die Nummer eins der Welt, Caroline Wozniacki. Die Dänin wartet noch immer auf den ersten Grand-Slam-Sieg, ist aber dennoch überzeugt, «eine würdige Nummer eins zu sein». Diese Meinung hat sie wohl exklusiv, und wenn Serena unverletzt bleibt, gewinnt sie nicht nur die US Open, sondern ist auch bald wieder ganz oben an der Ranglistenspitze. Wetten? Das Frauentennis würde sich freuen.
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Alle 9 Kommentare
































Frauentennis
Dass Frauentennis als langweilig bezeichnet wird, hat meiner Meinung auch mit den Medien zu tun. Denn auch 20min schreibt über das Frauentennis nichts was einen interessierten Leser beeindrucken würde. Im Gegensatz dazu wird aber euphorisch über die Matches der Herren geschrieben. Ich schauen mir sehr gerne Frauentennis an, allen voran Andrea Petkovic mit ihrem starken Spiel und ihrer herzlichen Art.
Korrekturbedarf
Der Artikel ist schlecht recherchiert und bedarf einiger Richtigstellungen. Serena Williams w i r d 30, ist es noch nicht. Außerdem ist das zweite Turnier, das sie nach ihrer Rückkehr spielte, Wimbledon gewesen (das erste war Eastbourne) - und wie man als Tenniskundiger wissen sollte, wurde das Wimbledonfinale des Jahres 2011 - erst zum zweiten Mal in diesem Jahrtausend überhaupt - ohne Beteiligung einer der Williamsschwestern ausgetragen. Serena scheiterte im Achtelfinale gegen Bartoli. Danach gab es tatsächlich zwei Turniersiege, nämlich Stanford und Toronto.
gorilla-barbie
Ihre maskuline Statur und die schrecklichen Outfits locken mich nicht gerade vor den Fernseher...dann lieber Caroline Wozniacki und Ana Ivanovic !