US-Open-Gipfeltreffen

07. September 2011 12:13; Akt: 08.09.2011 07:18 Print

So gewinnt Federer gegen TsongaSo gewinnt Federer gegen Tsonga

von Fabian Vogt - Obwohl Jo-Wilfried Tsonga die letzten zwei Duelle mit Roger Federer gewann, ist der Schweizer der bessere Spieler. Wir zeigen, wie Roger gewinnen und in den Halbfinal einziehen kann.

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Novak Djokovic gewinnt zum dritten Mal in diesem Jahr einen Grand Slam Titel. Die Freude über den Sieg und der Dank zum Himmel. Der Serbe sinkt zu Boden. Davor musste er sich noch am Rücken behandeln lassen. Rafael Nadal nutzte alles rennen nichts. Egal wie schnell er unterwegs war. Rafael Nadal. Samanta Stosur (Aus) küsst den Pokal. Sie gewinnt zum ersten Mal in ihrer Karriere die US Open. Ihre Überlegenheit musste auch Finalverliererin Serena Williams anerkennen, die aber kurz darauf schon wieder lachen konnte. Auch ihr war ein erfolgreiches Turnier geglückt. Nägelkauen bei Serena Williams. Gibt Schauspieler Alec Baldwin da Anweisungen. Samantha Stosur scheint bei ihrem Aufschlag beinahe vornüber zu fallen. Serena Williams ausser sich vor Wut. Ein Winner von ihr wurde von der Schiedsrichterin als Punkt für Stosur gewertet, weil Williams sich zu früh zu laut gefreut hatte. Guckt Nadal etwa sorgenvoll in Richtung Final? Andy Murray musste im Halbfinal mächtig beissen... ...jubeln konnte hingegen sein Gegner Rafael Nadal. Siegreich war auch Serena Williams. Sie feierte ihr Weiterkommen mit einem Freudensprung. Weniger glücklich war am Ende der Partie ihre Gegnerin Caroline Wozniacki. Der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel ist wieder ausgeträumt. Federer kassiert im Halbfinal eine bittere Niederlage. Am Ende blieb dem Schweizer nur ein mitleidiges Tätscheln seine Bezwingers auf den Rücken. Djokovic reagierte mit einem riesigen Schrei auf seinen Sieg. So ein Sieg muss ausgiebig gefeiert werden. Rafael Nadal wechselt sein Shirt. Andy Roddick lässt sich im Halbfinal pflegen. Relaxed: Andy Murray übersteht das Aufschlaggewitter von John Isner. Murray jubelt, Isner leidet. Roger Federer zeigt eine super Vorstellung und zieht ins Halbfinal der US Open ein. Serena Williams Hände mit den leuchtenden Fingernägeln. Dort trifft er auf Novak Djokovic, der sich gegen seinen Freund Janko Tipsarevic durchsetzte. Was für eine innige Verabschiedung der beiden. Bevor es soweit war, musste der Serbe aber viel Arbeit leisten. Da braucht es auch mal eine Verschnaufspause. Djokovic musste vollen Einsatz geben. Versuchte sogar einen Tweener. Das gefällt auch seiner Freundin, Jelena Ristic. Vollen Körpereinsatz zeigte auch Rafael Nadal, zur Verzückung der weiblichen Fans. Der Schweiss der Erleichterung. Im Spiel von Andy Roddick gegen David Ferrer leckte plötzlich der Platz. Ein Loch war entstanden. Und wieder daselbe Bild. Helfer müssen den Platz vom Arthur-Ashe-Stadion vom Regenwasser befreien. Nadal &. Co durften zwar für einige Minuten ran, nach ein paar Games war aber schon wieder Schluss. Nicht nur David Ferrer ärgerte sich masslos über den erneuten Unterbruch. An Tennis ist an diesem Tag nicht zu denken. Das Arthur-Ashe-Stadion steht komplett unter Wasser. Einige Zuschauer harrten noch eine Weile aus, in der Hoffnung, dass es doch noch losgehen könnte. Verregneter Blick ins weite Rund. Alle mussten sich früh auf den Heimweg machen. Das könnte für Roger Federer so ungefähr das anstrengendste an der Partie gegen Juan Monaco gewesen sein. Andrea Petkovic: Sie ist nur wegen dem Ball etwas unförmig. Roger Federer für einmal mit Baseball-Cap. Federer beim Versuch seines Zauberschlags. Jo-Wilfried Tsonga hatte in seinem Achtelfinal mächtig zu beissen. Am Ende konnte der Franzose aber wieder seinen Siegestanz aufführen. Dynamisch: Svetlana Kuznetsova. Novak Djokovic wurde von Alexandr Dolgopolov im ersten Satz des Achtelfinals mächtig gefordert. Liegestützen mitten im Spiel? Wohl eher nicht... Andy Murray leidet trotz gutem Spiel in Runde 3. Etwas freundlicher: Murrays Freundin Kim Sears. Night-Session vor dem Arthur Ashe Stadion. Vera Zvonarewa will für sich sein. Jonglier-Künstlerin Maria Kirilenko. Rafael Nadal wird an der Pressekonferenz nach dem Nalbandian-Duell von Schmerzen gequält. Fans. Donald Young: Der junge Amerikaner verzückt New York. Tweener von Juan Ignacio Chela Rafael Nadal lässt sich in seinem Drittrundenspiel gegen David Nalbandian pflegen. Vier Bälle auf dem Schläger, ... ... deren drei in der Hand. Serena Williams zeigt ihre Beweglichkeit. Novak Djokovic schafft den Spagat nicht ganz. Dafür schwingt er das Bein schön. Das ist Ana Ivanovic. So kennt man sie besser. Jo-Wilfried Tsonga steuert Richtung Viertelfinal mit Roger Federer. Erst muss der Schweizer aber Juan Monaco ausschalten. Imposant: Das Arthur Ashe Stadion in Flushing Meadows. Die Freude muss raus: Francesca Schiavone. Die Italienerin mühte sich mit Chanelle Scheepers aus Südafrika über drei Sätze. In Rücklage: Roger Federer. Der Mann mit der Sonnenbrille: Janko Tipsarevic. Der «Federer Express» beim Training. Echte Handarbeit made in New York. Aus in der 2. Runde. Stanislas Wawrinka droht der Rauswurf aus den Top 20 der Weltrangsliste. Bezwinger Donald Young feiert seinen 5-Satz-Sieg gegen die Nummer 2 der Schweiz gebührend. Nicolas Mahut half auch ein Medical Timeout nicht gegen Nadal. Beim Stand von 2:6, 2:6 gab der Franzose auf. Rafael Nadal konnte etwas Kraft sparen, die er gegen David Nalbandian in der nächsten Runde wohl gut brauchen kann. Auch die Ballkinder können mit der kleinen Filzkugel umgehen. Der Jubel bei Andy Murray ist gross - seine Aufholjagd gegen Robin Haase war es auch. Der Überraschungsmann aus Holland warf den Schotten beinahe aus dem Turnier - aber eben nur beinahe. Daumen hoch von Andy Roddick. Der Oldie aus Nebraska bedankt sich bei den Fans für den Support. Ein Küsschen zum Himmel von Maria Kirilenko nach dem Sieg gegen Christina McHale. Erkennen Sie die Silhoutte? Richtig, es ist Daniela Hantuchova. Novak Djokovic zeigt den Federer-Special. Der Serbe hat den Zauberschlag des Schweizers vor zwei Jahren hautnah miterlebt. Jetzt die späte Genugtuung. Djokovic-Gegner Carlos Berlocq freut sich über sein erstes Game - im dritten Satz (!). Die Freundin von Novak Djokovic, Jelena Ristic, nimmt's gelassen zur Kenntnis. Serena Williams präsentiert ihre Beweglichkeit. Caroline Wozniacki mit vollem Einsatz. Roger Federer in ungewohnter Pose. Jelena Jankovic muss sich wieder einmal pflegen lassen. Jo-Wilfried Tsonga am Ende sein Kräfte? Wohl kaum. Der Franzose schaffte den Einzug in die dritte Runde problemlos. Da trägt aber jemand sehr patriotische Socken... ...es ist die Amerikanerin Bethanie Mattek-Sands. Ob Irina Falconi vor lauter Haaren noch irgendetwas sieht? Julien Benneteau scheint etwas unter der Hitze zu leiden. Der Freudesprung von Irina Falconi nach ihrem Sieg über Dominka Cibulkova. Auch wenn es nicht so aussieht, Andy Roddick hatte genug Luft für die erste Runde. Maria Scharaowa hat die Haare schön. Marcos Baghdatis zeigt sich akrobatisch. Angelique Kerber bejubelt ihren Sieg gegen Agnieszka Radwanska. Was gibt's denn da bei Yanina Wickmayer zu sehen? Novak Djokovic hat beim Autogramm geben mehr geschwitzt als bei seinem Kurzeinsatz auf dem Platz. Die Haarpracht von Daniela Hantuchova. Das Röckchen von Galina Voskoboeva ist schon beinahe eine optische Täuschung. Caroline Wozniacki in ihrem weissen «Wimbledon-Outfit». Keine jubelt so elegant wie Ana Ivanovic. Simona Halep wirft French-Open-Siegerin Na Li aus dem Turnier. Sonnenuntergang über Manhattan. Täglich muss die grosse Anzeigetafel nachgeführt werden. Rafael Nadal in Jubelpose. Noch ist er aber nicht in Topform. Roger Federer bekundet in der Startrunde gegen Santiago Giraldo mit 6:4, 6:3, 6:2 keine Probleme. Der Unparteiische im Spiel von Federer erhält sein Mikrofon zurück. Er hatte es mit einer Handbewegung abgeschlagen. Schmerzen bei Gaël Monfils. Grigor Dimitrovs Verrenkung. Venus Williams schlägt auf. Die Eröffnungsfeier auf dem Centre Court. Wegen Regens mussten mehrere Qualifikationsspiele abgesagt werden. Tennisbälle liegen verlassen auf dem durchnässten Boden. Nur noch ein Funktionär ist auf dem Platz und versucht das Wasser wegzuwischen. Federer im Training.

Die lustigsten Bilder der US Open 2011.

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High Noon in New York: Nur noch acht Spieler sind an den US Open dabei, die besten. Zu ihnen gehört, seit Jahren, Roger Federer. Der Baselbieter ist schon lange der bekannteste Schweizer der Welt und für viele der beste Tennisspieler aller Zeiten. Doch die Vergangenheit zählt nicht. Nicht heute. Denn heute hat Federer nur ein Ziel: ins Halbfinale einzuziehen. Sein Gegner: Jo-Wilfried Tsonga.

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Wie weit kommt Roger Federer beim US Open?
25 %
20 %
55 %

Ausgerechnet der Modellathlet aus Frankreich also, der in diesem Jahr zu den besten Tennisspielern der Gegenwart aufgestiegen und zum Angstgegner Federers mutiert ist.

Der Aufstieg Tsongas

Wenn man in Zukunft über das Tennisjahr 2011 spricht, wird natürlich jeder von Novak Djokovics Dominanz reden. Mit Recht. Allerdings kann man fast im gleichen Atemzug auch Jo-Wilfried Tsonga erwähnen, der den Schritt vom ewigen Talent zum Superstar geschafft hat. Zwar widerspiegelt sich diese Entwicklung (noch) nicht im Ranking – Tsonga liegt wie vor einem Jahr auf Rang 11 – aber in den Resultaten. Zu Beginn des Jahres blieben diese noch aus, in Paris verlor er nach einer 2:0-Satzführung in der 3. Runde gegen Stanislas Wawrinka. Doch dieses Spiel markierte irgendwie den Wendepunkt in Tsongas Spiel- und Denkweise.

War er bislang als Spieler bekannt, der sein Potenzial oft nicht ausschöpfen konnte, weil er zu schnell aufgab, mutierte er nun zur Kämpfernatur. In Queens besiegte er im Viertelfinal Rafael Nadal, bevor er im Final gegen Lokalheld Andy Murray nur knapp scheiterte und kurz darauf in Wimbledon zur grossen Show ansetzte: Go Soeda, Grigor Dimitrov, Fernando Gonzalez, David Ferrer. Der Weg für Tsonga in den Viertelfinal war schon kein einfacher und dort wartete der Grand-Slam-Rekordchampion. Roger Federer holte sich die ersten beiden Sätze und wohl niemand hätte mehr einen Pfifferling auf den Franzosen gegeben. Doch dieser spielte in der Folge den eigentlich gut aufgelegten Federer an die Wand und gewann die letzten drei Sätze mit jeweils einem Break 6:4, , bevor er dann in der nächsten Runde an Djokovic scheiterte. Aber Tsongas Nachricht war klar: Ich bin ein neuer Spieler. Das bewies er auch vor einem Monat in Montreal, als er erneut Roger Federer besiegte und die Endstation wieder Djokovic hiess, wieder im Halbfinale.

Wie stoppt man den Franzosen?

Dorthin könnte Tsonga auch mit einem Sieg über Federer einziehen – und wer würde wohl warten? Natürlich Novak Djokovic. Doch bevor der Franzose seinen Revanchegelüsten frönen kann, hofft die Schweiz, dass Roger Federer seine befriedigt. Denn er hat die spielerischen Mittel, um Tsonga zu besiegen. So kann er ihn schlagen:

-Viele erste Aufschläge im Feld. Tsonga retourniert den ersten jeweils von weit hinter der Grundlinie, dadurch kann Federer von Beginn weg die Kontrolle übernehmen. Tsonga gewann über den Verlauf des Jahres nur in 28 Prozent der Fälle den Punkt, wenn er einen ersten Service retournieren musste. Beim zweiten sind es immerhin 48 Prozent, was zwar auch keine berauschende Zahl ist, aber diese geben dem Franzosen die Möglichkeit, seine Rückhand zu umlaufen.

-Den Gegner laufen lassen. Auch wenn Tsonga ein schneller Spieler ist: Es gibt mit Sicherheit schnellere. Zudem mag er es nicht, improvisieren zu müssen. Wird er einmal auf dem falschen Fuss erwischt, hat er den Punkt praktisch verloren. Ebenfalls hat er Probleme, wenn er die Rückhand aus vollem Lauf cross schlagen muss.

-Die Cross-Duelle gewinnen. Beide Spieler versuchen, den anderen auf der Backhand anzuspielen, da sowohl Federer als auch Tsonga einen enormen Druck mit der Vorhand entwickeln können und praktisch keine Bälle aus dem Halbfeld verschlagen. Darum wird es viele Backhand-Cross-Duelle geben, bei denen vor allem der Franzose versucht, die Rückhand zu umlaufen. Das muss Federer ausnutzen.

-Erste Aufschläge zurückbringen. Tsongas Service gehört zu den besten auf der Tour. Nur drei Spieler (John Isner, Feliciano Lopez, Ivo Karlovic) haben in diesem Jahr mehr Asse geschlagen als er. Ist der erste Service im Feld, gewinnt Tsonga zu 77 Prozent den Punkt. Darum muss Roger versuchen, möglichst viele Aufschläge zu returnieren, damit Tsonga mehr Risiko nehmen muss. Beim zweiten Service nämlich sieht die Statistik anders aus, da reüssiert der Franzose nur zu 52 Prozent und liegt damit auf Rang 23 aller aktiver Spieler.

-Variabel spielen. Die grosse Stärke Federers, die Schwäche Tsongas. Alle wissen, was der Franzose kann: Attackieren mit vor allem schnörkellosen Vorhandbällen, zudem hat er auch in der Verteidigung enorme Fortschritte gemacht. Wenn die Bälle gerade kommen, steht er gut zum Ball. Streut aber Federer in den Cross-Duellen Slices ein, ändert den Winkel und Tsonga muss sich bewegen, ist der Trefferpunkt des Franzosen nicht mehr optimal.

-Chancen nutzen. Da beide Spieler über einen hervorragenden Aufschlag verfügen, gibt es nicht viele Breaks, beide gewannen in diesem Jahr fast 90 Prozent ihrer Service-Games. Also geht es darum, die wenigen Chancen zu nutzen. Federer bestach Jahre lang durch seine Effizienz in diesem Bereich, doch in diesem Jahr konnte er nur 39 Prozent aller Breakpunkte verwerten, Rang 47 in der Rangliste. Tsonga liegt da deutlich vor dem 30-Jährigen, auf Rang 22. Sollte ein Satz ins Tiebreak gehen, wird es wirklich eng: Mit einer Statistik von 301-156 ist zwar Federer der erfolgreichste Tiebreak-Spieler aller Zeiten, Tsonga steht aber mit 87-58 auch bereits auf Rang 10, und betrachtet man die direkten Kurzvergleichentscheide der beiden, führt Tsonga 3:2.

Man sieht: Federer hat viele Möglichkeiten, gegen Tsonga zu gewinnen und zum achten Mal in Folge ins Halbfinale der US Open einzuziehen. Doch natürlich weiss Jo-Wilfried Tsonga mittlerweile auch, wie er den Schweizer besiegen kann und er dürfte zudem im mentalen Bereich Vorteile haben. Es verspricht ein Duell der Extraklasse zu werden!

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  • Olaf Müller am 07.09.2011 15:10 Report Diesen Beitrag melden

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