Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
«CC» zum Wettskandal
21. November 2009 19:25; Akt: 22.11.2009 01:19 Print
«Big Brother»: Constantin lässt Spieler abhören
Christian Constantin, Präsident des FC Sion, ist überzeugt, dass in der Axpo Super League keine Spiele manipuliert wurden. Er muss es wissen, denn er lässt vor brisanten Partien offenbar die Telefonate seiner Spieler abhören.
-
Pressestimmen: «Nur die Spitze des Eisbergs»
-
Wettskandal: So betrügt die Wett-Mafia den Fussball
-
Europa im Wettsumpf: Fussball-Skandal zieht Kreise in die Schweiz
-
Wettskandal: Erste Namen werden bekannt
-
Staatsanwalt ermittelt: Nächster Wettskandal im Fussball?
- Dossiers
-
Wett-Skandal erschüttert Fussballwelt
Sion-Präsident Christian Constantin lässt ab und zu die Telefone seiner Spieler abhören. «Vor internationalen Spielen, die gefährdet sind, machte ich das. Ich hatte dies jeweils beim Richter beantragt», sagte Constantin der «Tagesschau» des Schweizer Fernsehens.
Im Rahmen des grossen Wettbetrugs im europäischen Fussball soll laut Constantin ein Testspiel des FC Sion untersucht werden. Demnach habe der bosnische Gegner der Walliser die Partie «verkauft».
Wie im Walliser Radiosender «Rhône FM» gesagt wurde, habe sich der NK Travnik mit Hilfe von asiatischen Wettanbietern ein Trainingslager im letzten Sommer in der Schweiz finanziert. Das Testspiel gegen Sion im freiburgischen Portalban, das im Rahmen dieses Camps ausgetragen wurde, sei gemäss Constantin manipuliert worden. Sion hatte 4:1 gewonnen, und «gedacht, ein gutes Spiel absolviert zu haben. Doch es scheint, als hätten uns die Bosnier absichtlich machen lassen», sagte der Sion-Präsident.
Travnik spielte auch gegen Xamax und Servette
NK Travnik hatte im Sommer in der Schweiz auch gegen Neuchâtel Xamax und Servette getestet und ebenfalls verloren. 2:3 gegen die Neuenburger, 1:3 gegen die Genfer. Ob auch diese Spiele manipuliert waren, ist nicht bekannt.
Dass auch bei Testspielen betrogen wird, ist nicht unlogisch. Wenn keine Kameras am Spielfeldrand stehen - wie in Portalban - ist das Risiko gering, dass das (gekaufte) Fehlverhalten von Spielern oder Schiedsrichtern auffliegt. Dies gab auch ein Insider der so genannten «Berliner Szene» in der «Berliner Morgenpost» zu.
Gemäss dem ehemaligen Mitglied der Szene, das 2006 ausgestiegen sein will, würden Spieler, Trainer oder Schiedsrichter nicht selten erpresst, «weil man irgendetwas gegen sie in der Hand hat. Zum Beispiel hohe Schulden, Bordellbesuche oder homosexuelle Neigungen.»
(si)




























