Blaues Auge und viel Spass

20. September 2010 16:18; Akt: 07.01.2011 12:22 Print

Wie schwierig ist eigentlich Baseball?

Bisschen fangen, bisschen werfen, bisschen schlagen. So stellt sich der Laie Baseball vor. Wir haben die Sportart von einer ganz anderen Seite kennen gelernt – und auch ihre Gefahren.

(Video 20 Minuten Online)
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Wie schwierig ist eigentlich Baseball? Dank den Zürich Challengers weiss die Redaktion von 20 Minuten nun um die Tücken dieses Spiels. Ein Erfahrungsbericht von der grössten Schweizer Baseballanlage in Schwamendingen.

Philipp Reich (Weisses Shirt, blaues Auge): «Viel zu gefährlich»

Mich nur nicht wieder verletzen, dachte ich nach meinem schlimmen Sturz beim Skispringen vor dem Baseball-Einsatz. Die harten Bälle und mein Hang zur Schusseligkeit waren jedoch bald vergessen, als es mit ausgeliehenem Originaltrikot und Fussballschuhen aufs Feld ging.

Beim Werfen kann ja nicht viel passieren, dachte ich. Nach einem schwachen Pitch (Wurf) traf der Batter (Schläger) den Ball dann allerdings nicht ganz optimal und dieser flog mit grossem Tempo genau auf mich zu. Ausweichen konnte ich zwar nicht mehr, dank einem Schrecksprung zur Seite konnte das Schlimmste aber verhindert werden. Den Schläger schwingen und mit voller Wucht auf die Kugel dreschen. Das ist es, was Baseball für mich ausmacht. Mit den Fastballs hatte ich so meine Mühe, aber immerhin ist mir nichts passiert.

Beim Fangen klappten die ersten Versuche problemlos. Doch dann rutschte mir der Ball über die Handschuhspitze und knallte mitten in mein Gesicht. Nicht schon wieder. Schnell schwoll das Auge an und ich musste es auf dem Nachhauseweg mit einer eiskalten Cola-Büchse kühlen. Von Blau änderte sich die Farbe innerhalb einer Woche zu violett, rot, grün und schliesslich zu gelb.

Fazit: Baseball macht zwar Spass, Sportarten mit Gefahrenpotenzial sind aber offenbar nichts für mich.

Reto Fehr (grünes Shirt): «Fangen ist für Mädchen»

Baseball gehört nicht zu den Sportarten, welche ich intensiv verfolge. Aber auch wer nur schon eine Partie gesehen hat, weiss: Starpotential haben die besten Pitcher und Batter. Wer hinten links im Outfield den Ball fängt, geht schnell vergessen.

Daher bin ich auch nicht so unglücklich über meine schwachen Fangleistungen. Am richtigen Ort stand ich jeweils, nur die Technik passte nicht. Besser sah es als Batter aus, immerhin zwei von fünf, wobei das Ganze im Video einfacher aussieht, als es ist. Das gleiche gilt für den Pitcher-Job: An der Wurftechnik könnte man noch feilen, aber die Erfolgsquote gibt einem immer recht.

Patrick Toggweiler (rotes Shirt): No Hit Wonder

Baseball ist – und da muss ich meinen Vorredner zustimmen – für Anfänger vor allem Schlagen. Die Vorstellung den Ball kilometerweit in den Schwamendinger Nachthimmel zu hämmern wirkt verlockend. Es bleibt bei der Vorstellung. Trotz Tennis-Erfahrung treffe ich den Ball nicht ein einziges Mal – ehrlich gesagt, ich habe das Gefühl, ich komme nicht einmal in die Nähe eines Treffers.

Da nützt es auch nichts, dass ich schärfer werfe und sicherer fange als meine beiden Redaktionskollegen. Königsdisziplin bleibt das Schlagen – und leider (und keine Woche vergeht in der Redaktion, ohne dass ich es mir anhören muss) musste ich meinen beiden Kollegen in dieser Disziplin den Vorrang lassen.

(pre/fox/tog)