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Tschagajew verhaftet
26. Januar 2012 17:08; Akt: 26.01.2012 20:38 Print
«Der Abszess ist endlich tot»
Der Präsident des bankrotten Fussballklubs Neuchâtel Xamax wurde in Genf festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Der Neuenburger Gemeinderat ist schockiert, aber auch erleichtert.
Neuchâtel Xamax unter Bulat Tschagajew.
Bilanz deponiert, Spieler und Angestellte von ihren Verpflichtungen befreit, Zahlungsunfähigkeit richterlich festgehalten, Besitzer Bulat Tschagajew festgenommen - die Ereignisse um den Traditionsklub Neuchâtel Xamax überschlugen sich im Halbstunden-Takt.
Xamax-Präsident Bulat Tschagajew wurde am Tag des Bankrotts verhaftet (Archivbild: Keystone).
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Xamax - Die KlubgeschichteGrosse Fussballer bei Neuchâtel XamaxFall Xamax in Zitaten
Der 51-jährige Tschagajew wurde am Donnerstagnachmittag nach einer durch den Genfer Staatsanwalt Yves Bertossa durchgeführten Einvernehmung in Untersuchungshaft genommen. Dem aus Tschetschenien stammenden Mehrheitsaktionär, der erst im Mai 2011 beim Neuenburger Klub eingestiegen ist, wird ungetreue Geschäftsbesorgung vorgeworfen. Tschagajew soll am Freitag weiter verhört werden.
Die ebenfalls für Freitag geplante gerichtliche Anhörung des Genfer Spielerberaters Ralph Isenegger vor dem Neuenburger Regionalgericht - Isenegger hatte erneut ein Begehren auf Konkurs eingereicht - wurde hingegen annulliert. Diese Anhörung wurde überflüssig, nachdem die Verantwortlichen von Xamax die Bilanz am Mittag beim Neuenburger Konkursgericht deponiert und sämtliche Angestellten nach Hause geschickt hatten. Gleichzeitig waren auch die verbliebenen Spieler freigestellt worden. Gemäss Medienberichten sollen sich die Schulden von Xamax auf rund acht Millionen Franken belaufen.
Der zuständige Richter Bastien Sandoz erklärte daraufhin die Neuchâtel Xamax AG für zahlungsunfähig. Mit Xamax geht nach Lausanne vor acht Jahren und Servette im Jahr 2005 bereits zum dritten Mal ein Westschweizer Traditionsverein in Konkurs. Die Neuenburger werden im nächsten Sommer in der 2. Liga interregional neu anfangen - vorausgesetzt, dass neue Verantwortliche gefunden werden, die den Verein unter neuem Namen weiterführen wollen. Solche Bestrebungen sind seitens eines Rettungskomitees, welchem mit Gilbert Facchinetti auch der langjährigen Präsident von Xamax angehört, bereits im Gange. Angedacht ist ein Zusammengehen mit dem aktuellen Erstliga-Klub Serrières.
«Der Abszess ist endlich tot»
Edmond Isoz, Direktionsmitglied bei der Swiss Football League (SFL), zeigte sich «durch die schnelle Abfolge der Ereignisse um Neuchâtel Xamax überrascht». Die Liga-Führung hat von der Entwicklung um Xamax Kenntnis genommen und wird diese am Freitag in Bern mit Vertretern der verbliebenen neun Axpo-Super-League-Klubs diskutieren. Dieses Treffen war bereits vor den Ereignissen vom Donnerstag angesetzt gewesen. Edmond Isoz rechnet damit, dass durch die vom Neuenburger Regionalgericht festgestellte Insolvenz das Verfahren für die SFL stark vereinfacht wird. «Doch unser Ziel ist es nicht, ein vereinfachtes Leben zu haben», so Isoz.
«Der Besitzer hat es in nur sechs Monaten geschafft, den Klub zu zerstören», sagte Philippe Gnaegi. Der für den Sport zuständige Neuenburger Regierungsrat fügte an, dass «alle Neuenburger wütend» seien. Grosse Trauer über das Verschwinden des fast 100 Jahre alten Traditionsklubs äusserte auch der Neuenburger Gemeinderat, der sich aber gleichzeitig auch «erleichtert» zeigte, dass «der Abszess endlich tot ist».
Zwei Abfuhren vor Gericht
Bereits am Donnerstagvormittag hatten das Handelsgericht des Kantons Bern und das Regionalgericht Bern-Mittelland die von Neuchâtel Xamax geforderten superprovisorischen und provisorischen Massnahmen gegen den Lizenzentzug verweigert. Beide Gerichte beurteilten die Behauptung der Neuenburger, dass die Disziplinarkommission (DK) der Swiss Football League (SFL) am 18. Januar nicht berechtigt gewesen sei, ihnen die Lizenz zu entziehen, aufgrund der Reglemente des Schweizerischen Fussballverbandes (SFV) und der SFL als nicht naheliegend.
Die Neuenburger wollten mit den beiden Eingaben für ihren Rekurs gegen den Entscheid der DK aufschiebende Wirkung erreichen. Dies hätte ihnen - zumindest vorläufig - ermöglicht, an der am 4./5. Februar wieder beginnenden Meisterschaft der Axpo Super League teilnehmen zu können. Die SFL hat bei beiden Gerichten die Möglichkeit zur schriftlichen Stellungnahme. Noch hängig, mit der Deponierung der Bilanz wahrscheinlich aber hinfällig geworden, ist die Beschwerde von Xamax beim Rekursgericht der Swiss Football League. Dieses will sich am Wochenende zu den Forderungen der Neuenburger äussern.
«Jetzt können wir einen neuen Job suchen»
Während auf der Klub-Homepage noch für den Rückrrundenstart vom 4. Februar 2012 Werbung gemacht wird, berichtete «Le Matin», dass die Angestellten der Geschäftsleitung am Donnerstagmorgen ihre Büros auf der Neuenburger Maladière verlassen hatten. Auch die Spieler sind nicht mehr an den Verein gebunden. Die Geschäftsführung hat ihnen die sofortige Freigabe erteilt.
Teammanager Raoul Savoy ist nicht erstaunt, dass der Verein die Bilanz deponiert hat. «Es ist eine Erleichterung für alle. Dies bedeutet, dass wir jetzt die Freiheit haben, einen neuen Job zu suchen. Damit können wir wieder etwas Ordnung in das Leben bringen», sagte er zu «20 Minutes Online». Savoy will aber nicht ohne finanzielle Entschädigung gehen. «Wir werden weiterhin mit den Waffen kämpfen, die uns nach Schweizerischem Recht zustehen. Wir haben Rechnungen zu bezahlen. Jeder hat gelitten und leidet immer noch unter dieser Situation und ich hoffe, dass sich alles schnell normalisiert.»
(als/si)
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Alle 30 Kommentare






























Keine kaution
@beat.. Wenn er in U-Haft ist, kann er sicht nicht freikaufen ;) für etwas giebt es ja die untersuchungshaft!
Zum Heulen!
Was sollte das ganze Theater? Dieser Investor beteiligte sich an einem Klub in einer schwerer Situation. Und was Macht er, er versenkt es mit Überheblichkeit und Vorwürfen an alle anderen. Was war sein Ziel? Seine Intention. Wollter der nur etwas Ruhm? Denn es scheint nicht, das er wirklich Geld in den Klub investierte. Aber für einen Tollen Klub wie Xamax ist war das sehr Schade!
Was läuft hier falsch?
@ Beat ... was niemanden erstauen, keiner verstehen und jeden wütend machen würde!