«Zwischenzeit» mit Peter Haab

08. Februar 2009 19:05; Akt: 08.02.2009 20:03 Print

Der Schweizer Ski-Express rolltDer Schweizer Ski-Express rollt

von Peter Haab - Beim Blick in den Spiegel – den Medaillenspiegel der Ski-WM – wird den Schweizer Fans ganz warm ums Herz: Die Schweiz führt mit viermal Edelmetall vor Österreich mit drei Medaillen! Und in der zweiten WM-Woche kann es noch besser kommen.

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Vor dem WM-Start lag die Hauptlast für Medaillenhoffnungen auf den Schultern der beiden routinierten Didier. Cuche hat im Super-G (Gold) und in der Abfahrt (Silber) abgeräumt. Défago, der Abfahrtssieger von Wengen und Kitzbühel, gleich zweimal nicht reüssiert. Vor allem in der Abfahrt wäre für Défago einiges drin gelegen. Denn just als sich der begnadete Techniker aus dem Starthaus wuchtete, herrschten bei blauem Himmel und strahlendem Sonnenschein idealste Bedingungen auf der «Bellevarde». Der Sturz nach einem blöden Fahrfehler war dann das Ende von «Defs» Abfahrtsträumen.

Aber es war in Val d’Isère an den Weltmeisterschaften wie schon zuvor in der laufenden Weltcupsaison: Immer wenn einer der Leistungsträger patzt, springt ein anderer in die Lücke. In der WM-Abfahrt war dies einmal mehr Carlo Janka (Bronze). Der 22-jährige Bündner hat zwar bereits im Dezember bei der WM-Hauptprobe in Val d’Isère seine Medaillen-Ambitionen angemeldet. Aber nicht auf der extremen Abfahrtsstrecke «Bellevarde», sondern im Riesenslalom auf gleichem Hang.
Für die vierte Medaille war ausgerechnet das jüngste Mitglied der WM-Delegation von Swiss-Ski besorgt. Nach Platz sieben im Super-G hatten zwar viele auf das ausserordentliche Talent von Lara Gut gehofft. Doch beim Blick auf die Startliste mit den vielen guten Slalomfahrerinnen schien eine Medaille doch recht weit entfernt. Doch weit gefehlt: Die 17-jährige Tessinerin legte mit einer fast perfekten Abfahrt die Basis für Kombi-Silber. Diese Medaille war die grösste Überraschung der ersten WM-Woche. Denn Lara Gut steht nicht oft auf ihren Slalom-Skis. Letztmals war das im Dezember bei den Weltcup-Rennen in St. Moritz der Fall.

Die erste WM-Woche lief also wie geschmiert. Der Schweizer WM-Ski-Express rollt! Und die FahrerInnen von Swiss-Ski haben ihren Medaillenhunger bei weitem noch nicht gestillt:

Für die auf morgen verschobene Frauen-Abfahrt hat Lara Gut nach ihren überzeugenden Trainingsresultaten besten Karten.

Ebenfalls morgen Montag stehen bei der Super-Kombination der Männer Carlo Janka und Silvan Zurbriggen bereit.

Im Team-Wettbewerb vom Mittwoch sollte für die Schweizer eine weitere Medaille drin liegen.

Im Frauen-Riesenslalom vom Donnerstag ist in erster Linie nochmals mit Lara Gut zu rechnen.

Und beim Männer-Riesenslalom vom Freitag zählen Didier Cuche und Carlo Janka ein weiteres Mal zu den Medaillen-Anwärtern.

Der einzige Schönheitsfehler in der zweiten WM-Woche: In den beiden Slaloms vom Samstag (Frauen) und Sonntag (Männer) dürften die Schweizer FahrerInnen für einmal keine Rolle spielen. Wenn aber das oben aufgeführte Restprogramm hält, was es verspricht, wären auch zwei Schweizer Nuller zum WM-Ausklang locker zu verschmerzen.