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Machtkampf in Kloten
18. Januar 2013 16:30; Akt: 18.01.2013 16:32 Print
«So werden wir ein zweites Rappi»
von Klaus Zaugg - Kampf der Kulturen in Kloten: Präsident Rolf Mosimann verhindert vorerst den grossen Zirkus. Der Verzicht auf Torhüter Ronnie Rüeger trübt seine Stimmung.
Am meisten Geld könnten die Kloten Flyers mit Direktübertragungen der Verwaltungsratssitzungen verdienen. Es wäre wohl die ultimative TV-Show. Gestern war es wieder soweit. Der Verwaltungsrat tagte im Beisein von Mehrheitsaktionär Philippe Gaydoul und Sportchef André Rötheli. Das wichtigste Traktandum: die sportliche Zukunft der Kloten Flyers.
Bildstrecken Rötheli wird Kloten-SportchefIst Kent Ruhnke in Kloten im Gespräch Schickli hat gekündigtKlotens Geschäftsführer Wolfgang Schickli hat die Kündigung eingereicht. Das Gerücht, er werde bei YB eine Aufgabe übernehmen, hält sich hartnäckig.
Was die Situation so kurzweilig macht: Rolf Mosimann und nicht Klubbesitzer Philippe Gaydoul leitet die VR-Sitzungen. Er ist schliesslich nach wie vor gewählter Präsident und bleibt es bis zur nächsten Aktionärsversammlung.
Hollenstein als Nothelfer?
Rolf Mosimann sagt gegenüber 20 Minuten Online, dass er sich gestern gegen den Mehrheitsaktionär durchgesetzt und «unüberlegte Schritte» wie die Absetzung des Trainers verhindert habe. «Philippe Gaydoul wollte sofortige Massnahmen zur sofortigen Verbesserung der Leistungen. Ich musste ihm erklären, dass es solche Massnahmen im Sport nicht gibt.» Mosimann ist gegen eine Trainerentlassung und ein sofortiges Engagement von Felix Hollenstein als Nothelfer. Hollenstein ist im letzten Sommer in Kloten aus einem weiterlaufenden Vertrag entlassen worden.
Inzwischen regt sich beim Noch-Präsidenten der Unmut über die Transferpolitik seines neuen Sportchefs André Rötheli. Was er gestern an der Verwaltungsratssitzung vernommen hat, gefällt ihm ganz und gar nicht. Vor allem missfällt ihm die Idee, mit Torhüter Ronnie Rüeger nicht mehr zu verlängern und mit Lukas Meili und Jonas Müller (von den Lakers) in die nächste Saison zu segeln.
Rüeger soll ausgemustert werden
Auch die bisher getätigten und offiziell bestätigten Transfers - Yves Müller und Aurelio Lemm vom NLB-Spitzenteam Langenthal, Cyrill Bühler von den ZSC Lions und Pascal Müller von Ambri (er spielt bereits in Kloten) – begeistern den Vorsitzenden nur bedingt. Er klingt unüberhörbar missmutig und sagt: «Wenn wir so weiter machen, werden wir ein zweites Rappi». Was er damit meint: Eine Mannschaft, die vor allem aus Spielern besteht, die anderorts ausgemustert worden sind.
Gewiss, Ronnie Rüeger ist 39, aber mit seiner Erfahrung, seinem Ehrgeiz, seiner Klasse und seiner starken Persönlichkeit ist er immer noch einer der besten Goalies der Liga. Keiner wäre besser als er dazu in der Lage, dem Talent Lukas Meili (21) auf dem Weg zur Nummer 1 zu helfen. Mosimann sagt: «Ronnie wäre bereit, nächste Saison diese Rolle zu übernehmen. Die Absicht, auf ihn zu verzichten, ist für mich nicht nachvollziehbar.»
Kampf der Kulturen
Für den neuen Sportchef André Rötheli hingegen schon. Er sagt: «Es stimmt, es ist mein Entscheid auf Ronnie Rüeger zu verzichten. Die Gründe dafür will ich nicht weiter erläutern.» Womit er die Aussage seines Präsidenten bestätigt. Rötheli sagt, er habe eine Ersatzlösung für Ronnie Rüeger parat. «Wir sind daran, Jonas Müller als zweiten Torhüter neben Lukas Meili zu verpflichten. Ich bin davon überzeugt, dass dies die richtige Lösung ist.»
Über den weiteren Verlauf der gestrigen Verwaltungsratssitzung schweigt sich Rötheli aus. Er bestätigt lediglich, dass er dabei gewesen sei. «Weil es um den Sport ging und ich ja dafür zuständig bin.»
In Kloten ist so etwas wie ein «Kampf der Kulturen» im Gange. Das alte, das dörfliche, schlaue, das sich wie ein «Gallisches Dorf» im Weltreich des Eishockeys des 21. Jahrhundert behauptet gegen das neue und durch rein unternehmerisches Denken geprägte Kloten.
Was Philippe Gaydoul zur aktuellen Situation bei Kloten denkt, sehen Sie hier.
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Fusion mit ZSC Lions
wenn der EHC Kloten pleite geht können sie ja mit dem Wahren Zürcher Club ZSC Lions Fusionieren
Kloten / Servette
Ich weiss nicht, was all die Klotenfans erwarten? Nehmt Servette im Fussball, beide Mannschaften waren eigentlich de facto schon Pleite und hätten zwangsrelegiert werden müssen. Beide haben eine 2. Chance bekommen. Servette nimmt sich dessen an und versucht mit dem Minimum an Mitteln das Maximum zu holen. Keiner murrt. Und in Kloten? Will es das Schicksal, dann steigt Servette ab. Kloten soll dankbar sein, dass sie noch da sind.
Klaus Zaugg: Dorf-Hockey ist besser
Der Schlusspunkt ist fragwürdig. Das Gallische Dorf, getragen von KMU-Chefs und Fans, bringt den lebenswichtigen Club-Zusammenhalt in der CH-Hockey-Welt. Tigers, Ambri und Lakers als Beispiele. Hockey àla 21.Jh. ist als Commodity "angerichtet"nach Investoren Richtlinien und Shareholder Value - Getue. Ziel: ROE (return on equity) auf dem Eis und in der Cüpli-Lounge. Fazit: Clubs wie FLYERS sind heute ein Neureiche-Accessoire. Bisschen Fun in der Lounge... Nur selbstgefälliges Mäzenatentum mit Potenzial für People-Stories via Schweizer Illustrierte.