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Edgar Salis
28. März 2010 16:54; Akt: 28.03.2010 16:58 Print
«Transferieren Sie Freunde zu den ZSC Lions?»
von Klaus Zaugg - Der ZSC-Sportchef Edgar Salis erklärt im Interview mit 20 Minuten Online unter anderem, warum er Thierry Paterlini geholt hat.

Thierry Paterlini: Hilft er den ZSC Lions in der neuen Saison weiter?
20 Minuten Online: Transferieren Sie Freunde?
Edgar Salis: Diese Frage musste von Ihnen ja kommen. Sie meinen die Transfers von Thomas Ziegler und Thierry Paterlini?
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Genau. Sie transferieren also Freunde.
Ja und Nein. Ja, weil ich beide Spieler sehr gut aus meiner Aktivzeit kenne. Nein, weil es bei diesen Transfers nicht um Freundschaft gegangen ist.
Sondern?
Um die Bedürfnisse der ZSC Lions. Zufälligerweise haben zwei Spieler, die Sie als meine Freunde bezeichnen, genau die Qualitäten, die wir für unsere Mannschaft benötigen.
Aber Sie holen mit Thierry Paterlini einen Nationalstürmer und bekommen einen Rollenspieler.
Richtig. Weil wir einen Spieler brauchen, der genau die Rolle übernehmen kann, die Paterlini in der Nationalmannschaft spielt.
Das Publikum könnte trotzdem murren. Paterlini macht kaum Tore. Bei den Lakers waren es in der Qualifikation in 46 Spielen gerade mal sechs.
Das Publikum murrt, wenn wir verlieren. Wenn wir gewinnen, spielt es keine Rolle, wie viele Tore Paterlini schiesst.
Sie wollten Julien Sprunger und haben am Schluss Thierry Paterlini bekommen. Sprunger ist einer der besten Schweizer Skorer. Er hätte mehr gebracht als Paterlini.
Es stimmt, wir wollten Julien Sprunger. Aber nicht nur wegen seiner Fähigkeit, Tore zu schiessen. Sprunger ist ein kompletter Spieler. Paterlini ist ein anderer Spielertyp, er ist kein Skorer. Aber wir haben genug Skorer, sie müssen nur wieder in Form kommen.
Müssen Sie für Thierry Paterlini nun Alex Krutow an die Lakers abgeben?
Nein. Diese Idee stand am Anfang der Gespräche. Doch jetzt bleibt Krutow. Wir geben ihm eine weitere Saison die Chance, sein Potenzial umzusetzen.
Folgen noch weitere Transfers?
Wir bemühen uns intensiv um Severin Blindenbacher. Kommt er, werden wir auf den Ausländerpositionen mit einem Verteidiger und drei Stürmern spielen. Kommt er nicht, werden es zwei Verteidiger und zwei Stürmer sein.
Wie hoch schätzen Sie die Chance ein, dass Blindenbacher kommt?
Als sehr gering. Aber wir entscheiden uns bei den Ausländern erst, wenn wir definitiv wissen, was Blindenbacher macht.
Sie könnten ja auch in den Brockenstuben der Liga nach Verteidigern suchen.
So? Wo denn?
Bei den Lakers und vor allem in Lugano zum Beispiel.
Bei den Lakers gibt es keine Spieler mehr, die uns interessieren. Aber Sie haben Recht, ich werde in den nächsten Tagen Luganos Sportchef Roland Habisreutinger anrufen. Aber ich gehe mal davon aus, dass das weitere elf Sportchefs auch tun werden.
Sie sollten fragen, ob Sie eventuell Steve Hirschi bekommen. Timo Helbling ist sicher zu haben.
Ich habe meine Zweifel, ob Lugano Steve Hirschi freigeben wird. Bei Timo Helbling stimmt so oder so das Preis-Leistungsverhältnis nicht.
So wird es wohl darauf hinauslaufen, dass Sie zwei neue ausländische Verteidiger und einen neuen ausländischen Stürmer suchen müssen.
So sieht es aus.
Dann ist vorerst auf den Ausländerpositionen nur Domenico Pittis gesetzt.
Ja, das können wir so stehen lassen.
Das heisst, dass Peter Sejna trotz eines laufenden Vertrages gehen muss?
Das ist auszuschliessen.
Um auf die am Anfang gestellte Frage zurückzukommen: Bleibt Jan Alston, auch ein Bekannter von Ihnen aus Aktivzeiten?
Nein, eher nicht. Wegen Ihren Andeutungen, dass ich Freunde transferiere, gibt es doch auch eine andere Sichtweise: Sie könnten auch sagen, dass der Salis sein Wissen, seine Erfahrungen und Beziehungen aus der Zeit als Aktivspieler zum Wohle der ZSC Lions nützt.
Sie haben Recht, das ist ein positiver Ansatz, den ich mir merke.
Sehen Sie. In einem Jahr können Sie dann meine Leistung beurteilen. Dann wird sich zeigen, ob ich ein Schlauch bin oder nicht.


























