National League A

06. Dezember 2012 19:15; Akt: 07.12.2012 22:44 Print

HCD deklassiert emotionsloses Lugano

Der HC Davos verschafft sich mit einer Galavorstellung während zwei Drittel etwas Luft im Strichkampf und gewinnt gegen desolate Tessiner 8:1. Fribourg, Bern und Biel siegen.

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Davos hat im Heimspiel gegen Lugano drei wichtige Punkte im Kampf um die Playoffs gewonnen. Die Bündner fertigten Lugano nach einer Gala im ersten Drittel 8:1 ab.

Lugano schien die Reise in den Winter gelähmt zu haben. Vor allem im ersten Drittel präsentierten sich die Tessiner in desolater Verfassung, was das Schussverhältnis von 1:24 unterstreicht. Die Davoser nutzten die Freiräume zu fünf Toren. Die ersten beiden Treffer erzielten der erst 18-jährige Lukas Sieber und HCD-Topskorer Dario Bürgler in der 9. Minute innerhalb von 17 Sekunden. Nach dem zwischenzeitlichen 1:2 von Patrice Bergeron (11.) erhöhten erneut Bürgler in doppelter Überzahl (14.), Gregory Hofmann (16.) und Reto von Arx im Powerplay (20.) auf 5:1. Für Bürgler waren es die Tore Nummer 6 und 7 in den letzten sechs Spielen.

Damit war die Partie zwar vorentschieden, der Torhunger der Davoser jedoch noch nicht gestillt. Im zweiten Drittel zogen die Davoser innerhalb von 164 Sekunden auf 8:1 (37.) davon. Der Tiefpunkt aus Sicht der Luganesi war das in Überzahl erhaltene 1:7 von Joe Thornton (36.). Der kanadische NHL-Star liess sich zudem noch drei Assists gutschreiben, womit er zum dritten Mal in dieser Saison vier Skorerpunkte erzielte - zuletzt war ihm dies am 1. Dezember gegen Biel geglückt. Damit hat Thornton in den letzten sieben Partien sagenhafte 17 Punkte (3 Tore/14 Assists) realisiert. Neben Bürgler zeichnete sich auch Hofmann als Doppeltorschütze aus.

Unter die Davoser Torschützen reihte sich in seinem ersten Spiel für den Schweizer Rekordmeister auch der Schwede Loui Eriksson ein. Der Stürmer der Dallas Stars schoss das 6:1 (35.), nachdem er bereits beim 3:1 seinen Stock im Spiel gehabt hatte.

Damit setzte sich auch im dritten Saisonduell zwischen Davos und Lugano das Heimteam durch. Für die Bianconeri, die weiterhin auf der Suche nach Konstanz sind und unter den Strich rutschten, ging eine Serie von drei Auswärtssiegen zu Ende.

Chancenlose Tigers

Der Beginn machte den treuen Langnauer Fans (5279) noch Mut. Die SCL Tigers starteten furios und gingen nach sechs Minuten und nach über sechs Spielen endlich wieder einmal in Führung. Das Powerplay-Tor von Pascal Pelletier und eine folgende weitere Überzahlchance bewirkte hingegen kein Wunder. Mit drei Toren innerhalb von 167 Sekunden vom 0:1 zum 3:1 kippte Fribourg die Partie schon bis zur 14. Minute. Nochmals Hoffnung tauchte auf, als Claudio Moggi kurz vor der ersten Pause auf 2:3 verkürzte. Ein Eintorerückstand nach dem ersten Drittel, in der Regel dem schwächsten Abschnitt der Langnauer, verhiess noch nichts Schlechtes. Doch mit einem zweiten Doppelschlag durch Julien Sprunger und Simon Gamache innerhalb von 69 Sekunden zum 5:2 sorgte Fribourg gleich zu Beginn des zweiten Abschnitts für klare Verhältnisse.

Die stärkste Auswärtsmannschaft der NLA lief im Ilfisstadion nie Gefahr, die Punkte nicht mitnehmen zu können. Gottéron dominierte die Partie klar. Wenn die Gäste aufdrehten, was sie nur kurz taten, wurden die Tigers hoffnungslos überfordert. Mit zwei, drei Pässen und viel Tempo kombinierten sich die Freiburger mit erschreckender Leichtigkeit durch die Langnauer Defensive. Langnau kassierte im zwölften Heimspiel bereits die neunte Niederlage. Die Tigers holten erst 16 Punkte; der Rückstand auf die Playoff-Plätze beträgt bereits 27 Zähler.

Auch neben dem Eis läuft für Langnau im Moment fast nichts optimal. Trainer John Fust steht womöglich kurz vor der Entlassung, und auch das Lazarett der Emmentaler wird von Spiel zu Spiel grösser. Am Freitag fehlten wegen Verletzungen acht Feldspieler, darunter mit Popovic, Spurgeon und Ennis drei Söldner. Etienne Froidevaux zog sich letzten Dienstag eine schwere Hirnerschütterung, ein Rippenbruch und eine gravierende Schulterverletzung zu. Mit einer Rückkehr aufs Eis ist in nächster Zeit nicht zu rechnen.

Vermin erlöst den SCB

Nachdem der SCB bei den ersten beiden Saisonsiegen gegen Ambri jeweils fünf Tore (5:3, 5:1) erzielte hatte, tat er sich diesmal in der Offensive äusserst schwer. Die Gastgeber waren zwar überlegen - das Schussverhältnis lautete 41:19 -, sie spielten jedoch zu kompliziert. Den goldenen Treffer erzielte Joël Vermin in der 38. Minute; für den 20-jährigen Stürmer war es bereits das achte Tor in dieser Spielzeit. Kurz zuvor hatte Ambris Topskorer Jason Williams nur die Latte getroffen - Head-Schiedsrichter Didier Massy schaute sich die Bilder von dieser Szene lange an.

Deshalb war der Berner Sieg auch etwas glücklich. Bereits in der 5. Minute hatte der Tessiner Raeto Raffainer eine Topchance zur Führung, als er in Unterzahl alleine auf Marco Bührer losziehen konnte, jedoch den Puck nicht am SCB-Keeper vorbei brachte. Bührer feierte seinen dritten Shutout in dieser Saison und den 79. in der NLA insgesamt.

Sehr stark spielte auch NHL-Goalie Cory Schneider, der zum dritten Mal das Tor von Ambri hütete. Den Gästen, die zum sechsten Mal in den letzten sieben Spielen verloren, gelang zum vierten Mal in dieser Saison kein Treffer.

Lakers erwachen zu spät

Den Rapperswil-Jona Lakers war während 40 Minuten gut anzumerken, dass die Anreise ins Seeland mühsame vier Stunden gedauert hatte, weshalb die Partie erst mit einer halben Stunde Verspätung begann. Als die Bieler und die Lakers endlich das Eis betraten, führte der HC Davos (8. vor dieser Runde) gegen Lugano bereits 5:1. Dass der Verlierer der Partie im Rennen um einen der letzten Playoff-Plätze markant zurückgeworfen würde, war klar. Überraschenderweise entwickelte sich aber trotz der bristanten Ausgangslage ein harmloses Spielchen mit bloss drei kleinen Strafen. Die Lakers erwiesen sich als nicht in der Lage, Biel zu bedrängen. Rapperswil-Jona wurde überlaufen, geriet früh in Rückstand und war bis zehn Minuten vor Schluss zu absolut keiner Reaktion fähig. Schon nach 24 Minuten führte Biel 3:0. Tyler Seguin erzielte zum 1:0 sein 24. Tor im 25. NLA-Spiel.

Im Schlussabschnitt bemühten sich die Rapperswil-Jona Lakers plötzlich doch noch um Punkte. Wer am Dienstag gegen Davos fünf Tore in einem Drittel und sieben Tore insgesamt erzielt, der sollte doch in Biel ein 1:4 aufholen können. Und tatsächlich kam nochmals Spannung auf: Franco Collenberg überraschte zehn Minuten vor Schluss Reto Berra mit einem Handgelenkschuss zum 2:4. Sechs Minuten vor Schluss verkürzte Benjamin Neukom auf 3:4. Die Aufholjagd wurde aber zu spät eingeläutet. Bis zu Dario Trutmanns siegsicherndem Goal zum 5:3 für Biel 82 Sekunden vor Schluss kamen die Lakers zu keinem Torschuss mehr. Und neun Sekunden vor Schluss fiel mit einem Schuss von Marc-Antoine Pouliot ins leere Tor auch noch das 6:3.

Entwarnung gab der EHC Biel in Sachen Patrick Kane. Vor dem Spiel war nach einem Artikel im «Journal du Jura» das Gerücht aufgekommen, Kane kehre nach Nordamerika zurück und lasse die Bieler hängen. Tatsache ist, dass Kane während der Nationalmannschaftspause tatsächlich in die USA zurückkehrt. Wenn aber der Spielbetrieb in der NHL nicht wieder aufgenommen wird, reist der NHL-Star der Chicago Blackhawks eine Woche später erneut in die Schweiz.

Davos - Lugano 8:1 (5:1, 3:0, 0:0)
Vaillant Arena. - 4074 Zuschauer. - SR Kurmann/Wehrli; Abegglen/Rohrer.
Tore: 9. (8:17) Sieber (Ramholt) 1:0. 9. (8:34) Bürgler (Wieser, Reto von Arx) 2:0. 11. Bergeron (Ruefenach, Metropolit/Ausschluss Reto von Arx) 2:1. 14. Bürgler (Eriksson, Thornton/Ausschlüsse Reuille, Ulmer) 3:1. 16. Hofmann (Steinmann, Sciaroni) 4:1. 20. Reto von Arx (Bürgler, Thornton/Ausschluss Steiner) 5:1. 35. Eriksson (Sykora, Thornton) 6:1. 36. Thornton (Sykora/Ausschluss Sciaroni!) 7:1. 37. Hofmann (Sciaroni) 8:1.
Strafen: je 5mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Bürgler; Metropolit.
Davos: Genoni/Schwendener (ab 41.); Guerra, Forster; Marha, Grossmann; Schneeberger, Back; Ramholt, Alatalo; Bürgler, Reto von Arx, Wieser; Sykora, Thornton, Eriksson; Sciaroni, Steinmann, Hofmann; Ryser, Corvi, Sieber.
Lugano: Manzato/Flückiger (9.-10. und ab 41.); Kienzle, Sbisa; Ulmer, Vauclair; Nodari, Schlumpf; Bergeron, Metropolit, Steiner; Kostner, McLean, Jordy Murray; Di Pietro, Kamber, Ruefenacht; Simion, Conne, Reuille; Profico.
Bemerkungen: Davos ohne Nash, Taticek, Guggisberg, Jan von Arx, Rizzi, Ryser, Schommer (alle verletzt) und Camichel (krank). Lugano ohne Heikkinen, Fazzini, Hirschi, Brady Murray, Blatter, Morant und Domenichelli (alle verletzt) und Nummelin (krank). - Lattenschüsse: 1. Wieser, 44. Ramholt.

Langnau - Fribourg 2:5 (2:3, 0:2, 0:0)
Ilfis. - 5279 Zuschauer. - SR Brüggemann/Reiber (De/Sz), Bürgi/Kehrli.
Tore: 7. Pelletier (Simon Moser, Kurtis McLean/Ausschluss Desharnais) 1:0. 11. (10:57) Knoepfli (Mauldin, Desharnais) 1:1. 12. (11:33) Bykow (Sprunger, Ngoy) 1:2. 14. Benny Plüss (Bykow, Ngoy) 1:3. 20. (19:25) Claudio Moggi (Christian Moser, Lukas Haas) 2:3. 24. Sprunger (Ngoy, Birbaum/Ausschluss Genazzi) 2:4. 25. Gamache (Dubé, Brügger) 2:5. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Langnau, 5mal 2 Minuten gegen Fribourg.
PostFinance-Topskorer: Kurtis McLean; Dubé.
Langnau: Bäumle; Simon Lüthi, Lardi; Rytz, Reber; Stettler, Christian Moser; Kim Lindemann; Pelletier, Kurtis McLean, Simon Moser; Tobias Bucher, Froidevaux, Genazzi; Leblanc, Claudio Moggi, Lukas Haas; Sterchi, Adrian Gerber, Rexha; Wenger.
Fribourg: Benjamin Conz; Kwiatkowski, Marc Abplanalp; Loeffel, Schilt; Ngoy, Birbaum; Brügger, Dubé, Gamache; Mauldin, Desharnais, Knoepfli; Sprunger, Bykow, Benny Plüss; Cadieux, Botter, Tristan Vauclair; Sebastian Sutter.
Bemerkungen: Langnau ohne Popovic, Spurgeon, Ennis, Sandro Moggi, Jacquemet, Adrian Brunner, Tom Gerber und Valentin Lüthi, Fribourg ohne Lukas Gerber, Hasani, Jeannin (alle verletzt), Rosa und Heins (beide überzählige Ausländer). - Timeout Langnau (14.). - Pfostenschuss Marc Abplanalp (34.).

Bern - Ambri-Piotta 1:0 (0:0, 1:0, 0:0)
PostFinance-Arena. - 16'260 Zuschauer. - SR Massy, Arm/Küng.
Tore: 38. Vermin (Ritchie, Josi/Ausschlüsse Berger; Pestoni) 1:0.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 3mal 2 Minuten gegen Ambri-Piotta.
PostFinance-Topskorer: Tavares; Williams.
Bern: Bührer; Roche, Streit; Kinrade, Gerber; Josi, Furrer; Jobin; Vermin, Ritchie, Tavares; Neuenschwander, Plüss, Rüthemann; Bertschy, Gardner, Scherwey; Berger, Randegger, Rubin.
Ambri-Piotta: Schneider; Noreau, Kobach; Gobbi, Kutlak; Trunz, Schulthess; Weber, Sidler; Botta, Park, Williams; Pestoni, Mieville, Pedretti; Duca, Schlagenhauf, Reichert; Raffainer, Mattia Bianchi, Elias Bianchi.
Bemerkungen: Bern ohne Hänni (verletzt) und Danielsson (überzähliger Ausländer). Ambri ohne Lachmatow (verletzt) und Casserini (krank). - 37. Lattenschuss Williams.- Ambri ab 59:40 ohne Goalie. - Timeout Ambri (59:57).

Biel - Rapperswil-Jona 6:3 (2:0, 2:1, 2:2)
Eisstadion. - 4247 Zuschauer. - SR Stricker, Fluri/Müller.
Tore: 6. Seguin (Gaetan Haas) 1:0. 17. Tschantré (Peter, Dominic Meier/Ausschluss Collenberg) 2:0. 24. Peter (Pouliot, Grieder) 3:0. 26. Spezza (Riesen/Ausschluss Dominic Meier) 3:1. 37. Dominic Meier (Ausschluss Del Zotto) 4:1. 51. Collenberg (Sejna) 4:2. 55. Neukom (Del Zotto, Rizzello) 4:3. 59. (58:38) Dario Trutmann (Tschantré) 5:3. 60. (59:51) Pouliot 6:3 (ins leere Tor).
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen Biel, 2mal 2 Minuten gegen Rapperswil-Jona.
PostFinance-Topskorer: Seguin; Spezza.
Biel: Berra; Grieder, Wellinger; Dominic Meier, Kparghai; Grieder, Wellinger; Rouiller, Gossweiler; Dario Trutmann, Huguenin; Pouliot, Peter, Micflikier; Kane, Gaetan Haas, Seguin; Marc Wieser, Kellenberger, Tschantré; Lauper, Ehrensperger, Füglister.
Rapperswil-Jona: Aebischer; Derrick Walser, Sven Berger; Del Zotto, Gmür; Geiger, Collenberg; Thibaudeau, Spezza, Duri Camichel; Jörg, Burkhalter, Nils Berger; Riesen, Adrian Wichser, Sejna; Neukom, Hürlimann, Rizzello; Thöny.
Bemerkungen: Biel ohne Spylo, Untersander, Wetzel (alle verletzt) und Beaudoin (überzähliger Ausländer), Rapperswil-Jona ohne Camenzind, Winkler, Geyer (alle verletzt), Grauwiler (krank), Earl und Kolnik (beide überzählige Ausländer). - Pfostenschüsse: Pouliot (1.); Rizzello (60.). - Timeout: Biel (55.); Rapperswil-Jona (59:04).

(fox/si)

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