Spengler Cup

27. Dezember 2012 18:48; Akt: 27.12.2012 23:26 Print

Das Team Canada düpiert den HC Davos

Der HC Davos legt beim Spengler Cup einen Fehlstart hin: Der Gastgeber und Vorjahressieger muss sich dem Team Canada 0:5 geschlagen geben und hat damit keine Chance mehr auf den Gruppensieg.

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Team Canada heisst der Spengler-Cup-Sieger der diesjährigen Ausgabe. Zum ersten Mal seit 2007 konnten die Kanadier die Trophäe wieder an sich reissen. Captain Ryan Smyth, der selber zwei Tore zum 7:2-Sieg im Final gegen den HCD beitrug, stemmt den Pokal in die Höhe. Im Finalspiel ging es gerade einmal 46 Sekunden bis HCD-Keeper Leonardo Genoni ein erstes Mal hinter sich greifen musste. Bis zur neunten Minute erhöhte Team Canada auf 3:0 - damit war das Spiel schon fast gelaufen. Zwar konnte der HCD kurz vor der ersten Drittelspause auf 1:3 verkürzen, weil aber im zweiten Spielabschnitt keine weitere Reaktion folgte, konnten die Kanadier fast ungehindert weiterjubeln. Am Ende stand es 2:7 aus Sicht der Bündner. Der HCD kann vier Mal vorlegen ... ... und die Tschechen immer wieder nachlegen. Ein spannendes Spiel endet mit besseren Ende für die Davoser. Kane schiesst den HCD eine halbe Minute vor Schluss in den Traumfinal. Am Nachmittag erarbeitet sich Kanada einen komfortablen 5:1-Sieg ... ... überrumpelt die Fribourger ... ... und zieht als erste Mannschaft in den Spengler-Cup-Final ein. Der HC Davos dominiert das Ausscheidungsspiel gegen die russische Mannschaft aus Ufa ... ... und zieht in die Halbfinals ein. Die KHL-Stars aus Russland haben gegen den Schweizer Rekordmeister das Nachsehen. Mauldin setzt sich gegen die Mannheimer Verteidiger durch ... ... und erzielt das 1:0 per Shorthander. Fribourg geht in Führung und gibt diese bis zum Schluss nicht mehr Preis. Gottéron konnte den Mannheimer Torhüter Brückmann total fünf Mal bezwingen. Diese skeptischen Blicke der Davoser im Spiel gegen die Mannheimer Adler sind bald verflogen. Nach dem ersten Drittel liegen die Davoser schon ein Tor im Hintertreffen. Und auch anfangs Mitteldrittel will es mit den Toren nicht so richtig klappen. Dann verwandelt der HCD aber einen 0:2-Rückstand in einen 6:2-Sieg. Das hatte sich Fribourg wohl anders vorgestellt. Die Westschweizer verlieren ihr zweites Gruppenspiel gegen Vitkovice und werden Gruppenzweiter. Die Tschechen holen sich mit einer soliden Leistung doch noch den Gruppensieg und können sich somit am Samstag einen Ruhetag gönnen. Der HC Davos muss sich beim ersten Spiel am Spengler Cup 2012 geschlagen geben. Die Bündner verlieren gegen das Team Canada klar 0:5. Die Davoser hatten sich den Start in den Spengler Cup sicherlich etwas euphorischer vorgestellt. Bei den kanadischen Eishockeyfans ist die Welt dagegen in Ordnung. Das Maskottchen hat bei diesem Anblick nichts zu feiern. Auch die Zuschauer auf den Rängen machen einen gelangweilten Eindruck. Noah Schneeberger (l.) und seine Teamkollegen haben sich den ersten Auftritt am Spengler Cup sicherlich anders vorgestellt. Im Nachmittags-Spiel fährt Ufa die ersten Punkte ein. Gegen Vitkovice gewinnt der KHL-Meister von 2011 5:4 nach Verlängerung. Ebenfalls am ersten Turniertag ist das Team Canada im Einsatz. Schon die kleinsten Eishockey-Fans tragen das Ahornblatt mit Stolz. Die Stimmung auf der Spielerbank ist aber nicht so ausgelassen wie bei den Fans. Coach Doug Shedden verpatzt mit seinen kandadischen Stars den Turnierstart. Das Team Canada verliert überraschend gegen die Adler aus Mannheim 1:2. Dieser Triumph muss den Adlern runtergehen wie Öl. Die mitgereisten Fans aus Deutschland sind aus dem Häuschen. Drinnen werden die Zuschauer mit viel Spektakel verwöhnt. Das Startspiel zwischen Fribourg und Ufa hat es in sich. Andrei Bykow lächelt nach seinem Tor zum 3:1 über den KHL-Meister von 2011 spitzbübisch. Die Gottéron-Spieler freuen sich nach dem 5:1-Startsieg über Ufa. Für Ufas Keeper Iiro Tarkki braucht eine kurze Abkühlung. Sein Team ist nun gegen Vitkovice auf Punkte angewiesen. Am Eingang ist noch nicht Schluss: Die Eishockeyfans müssen eine Ganzkörperkontrolle über sich ergehen lassen. Das lange Warten nehmen die Matchbesucher aber gerne in Kauf. Auch in diesem Jahr ist der Spengler Cup ein Publikumsmagnet. Am ersten Turniertag stehen die Eishockeyfans Schlange, um sich das Startspiel zwischen Fribourg und Ufa anzuschauen.

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Spätestens nach 33 Minuten hatten sich im «Klassiker» alle Fragen erübrigt. Für das peinliche 1:8 vor Jahresfrist revanchierten sich das Ensemble der zahllosen NHL-Botschafter ohne das geringste Problem. In der Gruppe Torriani verspielte Vitkovice gegen Ufa zweimal einen Zweitore-Vorteil und unterlag in der Overtime 4:5. Den Russen bleiben die «Pre-Semifinals» indes nicht erspart.

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Gut ist für den HCD, der seine derzeit höchst mittelmässige Verfassung nicht zu kaschieren vermochte, dass die Veranstalter 2010 das Teilnehmerfeld auf sechs Teams erweiterten. Die Modusveränderung bringt den kostbaren Vorteil mit sich, dass sich jeder zwei Niederlagen leisten kann, ohne frühzeitig auszuscheiden. Im Falle der Gastgeber ist ein solches Szenario nach der zweiten Partie gegen den DEL-Leader Mannheim nicht auszuschliessen.

Pausenloser Ansturm der Kanadier

Wie sehr die Kanadier bestrebt waren, die unliebsame Überraschung vom Vorabend (1:2 n.V) gegen Mannheim zu korrigieren, bekamen die Bündner ohne Schonung und vor allem sofort zu spüren. Die Nordamerikaner bestürmten Reto Berra - Coach Del Curto zog die Bieler Leihgabe seinem Stammkeeper Genoni vor - im Startdrittel pausenlos.

Im Gegensatz zum missratenen Auftakt zahlte sich der massive Aufwand der «Selects» relativ - und zu Ungunsten der Einheimischen gleich doppelt aus: Innerhalb von 45 Sekunden verschafften die NHL-Stars John Tavares und Ryan Smyth dem Favoriten eine 2:0-Führung.

Dieser Wucht und Entschlossenheit hatte der HCD auch in verstärkter Ausgabe nichts Gleichwertiges zu entgegnen. Und die wenigen Chancen vergaben Eriksson sowie Sykora solo. Weil sich das «Dream Team» für die Blamage gegen die Adler ohne Verzögerung rehabilitieren wollte und natürlich auch über eine für Spengler-Cup-Verhältnisse beispiellose Qualität verfügt, war aus HCD-Optik ein ungemütlicher Abend zu erwarten.

Schadensbegrenzung im Vordergrund

Und die leisen Befürchtungen bewahrheiteten sich tatsächlich. Die kanadische Prominenz interpretierte den zweiten Auftritt bei der «Exhibition» keineswegs als Spassprogramm ausserhalb der stillgelegten National Hockey League, sondern als seriöser Auftrag von «Hockey Canada». Dem anspruchsvollen Live-TV-Publikum in der fernen Heimat wollte die wohl teuerste Mannschaft, die je auf Schweizer Eis erschienen ist, keine zweite Enttäuschung mehr zumuten.

Für den HCD rückte deshalb rasch einmal die Begrenzung des Schadens in den Vordergrund. Ein Comeback, das war absehbar, würden ihnen die Kanadier mit ihrer imposanten Erfahrung von gesamthaft 6197 NHL-Partien ohnehin nicht mehr zugestehen. Sie kontrollierten die einseitige Angelegenheit clever, ohne auch nur einmal ansatzweise in Bedrängnis zu geraten; zumal sich die Bündner mit ihren vielen Strafen das Leben unnötig selber erschwerten.

Brunner bleibt blass

«Bei uns ist niemand in Panik geraten», hatte Matt Duchene den Fehltritt gegen Mannheim schon im Vorfeld des Duells mit dem HCD relativiert. Der Colorado-Center bluffte nicht. Gegen Davos erspielten sich Canada die ersten drei Punkte nahezu ohne das geringste Problem. Kurz nach Spielmitte beseitigte der SCB-Professional Byron Ritchie die letzten Zweifel mit seinem zweiten Treffer.

Keine Rolle spielte zur «Spengler-Cup-Primetime» ein Star der nationalen Szene: Damien Brunner. Er tauchte an der Seite der ebenso blassen NHL-Grössen Thornton und Kane regelrecht ab. Die Coaches Shedden und McSorley schränkten den Entfaltungsraum der Galionsfiguren der Bündner geschickt ein. In der neutralen Zone «raubten» die «Canucks» dem HCD Raum und Zeit gleichermassen.

Davos - Team Canada 0:5 (0:2, 0:2, 0:1)
Vaillant-Arena. - 6504 Zuschauer (ausverkauft). - SR Jerabek/Skilliter (Tsch/USA), Arm/Tscherrig.
Tore: 10. (9:16) Tavares (Spezza, Gagner) 0:1. 11. (10:01) Smyth (Williams, Seguin) 0:2. 26. Ritchie (Holden, Kinrade/Ausschluss Smyth!) 0:3. 33. Ritchie (Roche/Ausschluss Schneeberger) 0:4. 55. Williams (Duchene) 0:5.
Strafen: 8mal 2 Minuten gegen den HCD, 5mal 2 Minuten gegen Team Canada.
Davos: Berra; Diaz, Ramholt; Marha, Grossmann; Forster, Joggi; Schneeberger, Back; Brunner, Kane, Thornton; Sykora, Taticek, Eriksson; Bürgler, Reto von Arx, Wieser; Sciaroni, Steinmann, Hofmann.
Team Canada: Dubnyk; Noreau, Colaiacovo; Walser, Demers; Roche, Kinrade; Barker, DuPont; Gagner, Spezza, Tavares; Seguin, Bergeron, Smyth; Micflikier, Duchene, Williams; Pouliot, Holden, Ritchie.
Bemerkungen: HCD ohne Rizzi, Jan von Arx, Nash (alle verletzt), Corvi, Ryser (beide überzählig), Guerra, Sieber, Neuenschwander (alle U20-WM), Team Canada ohne Williams, McLean (beide überzählig).$

Rangliste Gruppe Cattini:
1. Team Canada 2/4 (6:2). 2. Adler Mannheim 1/2 (2:1). 3. Davos 1/0 (0:5).

(si)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Boomer am 28.12.2012 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Kanada

    Nun denke ich auch dass es der Brunner in der NHL nicht schafft. Dabei waren nur ein paar CAN aus der NHL! Viele von unserer Liga. Brunner war sehr egoistisch, Kane stand super aber er wollte das Ding alleine durchziehen. Ob dies bei den Scouts gut ankam? Bei einem Tor ja, aber eben, voll daneben!

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  • Flix am 28.12.2012 07:29 Report Diesen Beitrag melden

    Enttäuschung

    Das Spiel war insgesamt enttäuschend, die Vorstellungen aller Akteure sehr überschaubar. Davos taktisch schlecht und mit vielen Fehlern. Canada brauchte nur solid zu spielen; und da waren sie allemal besser.

  • Fanatic am 27.12.2012 21:16 Report Diesen Beitrag melden

    Liga-Topscorer

    Wo ist denn unser Super-Liga-Topscorer heute, kaum mal in einem neuen Team und nicht im gwohntem Umfeld läufts nicht mehr so am Schnürchen? Viel Spass in der NHL Damien, freuem ich schon auf das erste Treffen mit dir und Lucic oder Neil.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • HCD/NHL Fan am 28.12.2012 21:34 Report Diesen Beitrag melden

    Brunner/Kane....

    Ich finde es unpassend das man nun Brunner oder auch Kane zum Sündenbock abstempeln möchte. Gegen ein starkes Kanada hat bei vielen Spielern noch nichts richtig gepasst, dennoch freue ich mich sehr als HCD Fan neben Big Joe und Nash auch einen anderen "Grossen" wie Kane in gelb/blau erleben zu dürfen. Auch denen können mal Fehlpässe passieren, aber Kane macht dies mit seinen "Dribblings" (diese Leichtigkeit) und anderen magischen Momenten allemal wett, Augenschmaus pur, wie auch Brunner wenn er richtig losgelassen :)

  • Damien am 28.12.2012 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Brunner?

    Wieso macht ihr den Brunner fertig. Sogleich kann man auch sagen, wo waren Thornton oder Kane? Wer hat den 2te Treffer eingeleitet? Ach ja es war Kane. Die 2 hat man genau so wenig gesehen wie Brunner. Zudem zum ersten mal mit neuen Spieler in der Linie. Hört auf damit ihn fertig zu machen.

  • Roger Fischer am 28.12.2012 08:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umbruch

    Der HCD hät gar nicht so schlecht gespielt! Sie haben sicher nicht ihr bestes Eishockey gezeigt das simmt. Aber das der HCD im Umbruch ist oder das nach all den Erfolgen ein Einbruch kommen musste ist doch klar! Alle die etwas gegen den Spengler Cup haben sind neidisch auf das Turnier. Gruss an den SCB

  • Boomer am 28.12.2012 08:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gratuliere Kanada

    Nun denke ich auch dass es der Brunner in der NHL nicht schafft. Dabei waren nur ein paar CAN aus der NHL! Viele von unserer Liga. Brunner war sehr egoistisch, Kane stand super aber er wollte das Ding alleine durchziehen. Ob dies bei den Scouts gut ankam? Bei einem Tor ja, aber eben, voll daneben!

    • Brunner am 28.12.2012 09:51 Report Diesen Beitrag melden

      tzzz

      Kane stand super, da kann man nichts sagen. Brunner war blass? Stimmt. War Thornton zu sehen? Nein. Wer hat den 2ten Gegentreffer verschuldet? Kane. Wer lief alleine aufs Tor zu und machte das Tor nicht? Kane! Wer musste eine Strafe in Kauf nehmen weil andere Spieler den Angriff nicht einleiten konnten? Brunner. Hört auf ihn fertig zu machen. Alles auf ein Spiel beziehen, tzzz. Alles auf eine aktion zu beziehen. Traurig

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  • Tim am 28.12.2012 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Brunner wer?

    Damien brunner hat wieder einmal bewiesen dass er ein schönwetter spieler ist! Er ist schnell, technisch top und unberechenbar! Das reicht um in der quali zu punkten! Wenn es dann aber losgeht und alle ein paar kohlen auflegen verschwindet brunner in der masse! So gesehen in 4 playoff-spielen! So gesehen gestern! Sobald seine gegenspieler die beine etwas schneller bewegen und ihm das eis nicht schenken sieht man dass brunner einer der am meisten überschätzten spieler ist! In der quali topscorer, in den playoffs 0 scorerpunkte!

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