Playoff-Auftakt

09. März 2010 19:19; Akt: 09.03.2010 23:34 Print

Meister Davos gewinnt im PenaltyschiessenMeister Davos gewinnt im Penaltyschiessen

Der Qualifikations-Vierte Davos lieferte sich zum Playoff- Auftakt mit dem Fünften Kloten das erwartet enge Duell mit Emotionen und Dramatik. Der Meister gewann das Penaltyschiessen gegen die Zürcher Unterländer 1:0 und die Partie 4:3.

Bildstrecke im Grossformat »

  • Artikel per Mail weiterempfehlen
Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Robin Grossmann hatte mit seinem dritten Saisontor die Bündner in der ersten Überzahl der Partie mit 1:0 in Führung gebracht. Kloten-Stürmer Roman Wick sorgte in einer Flyers-Überzahl mit einer feinen Einzelleistung zum zwischenzeitlichen 1:1. Der Schwede Daniel Widing erzielte mit dem 2:1 seinen 20. Saisontreffer. Der Österreicher Oliver Setzinger glänzte in seinem ersten NLA-Playoff Spiel zwar mit den Vorlagen zu den ersten zwei Bündner Toren und dem Treffer zum 3:1. Doch im Finish der regulären Spielzeit fiel der Ausgleich von Kloten Kimmo Rintanen gleich vier Sekunden nach Ablauf einer Zweiminuten-Strafe gegen Setzinger.

Die Overtime brachte keinen Sieger hervor, deshalb musste das Penaltyschiessen entscheiden. Als einziger von insgesamt zehn Schützen war Dario Bürgler erfolgreich. Er sicherte dem HCD den Sieg über Umwege dann also doch noch.

Berner Heimsieg zum Playoff-Auftakt

Gegen ein schwaches Lugano startete Qualifikationssieger Bern problemlos in die Playoff-Viertelfinals. Nach einem vor allem zu Beginn starken Auftritt setzte sich der SCB 5:3 durch und ging in der Serie mit 1:0 in Führung.

Die Basis legte Bern im ersten Drittel. Der Gewinner der Regular Season legte zu Beginn ein enormes Tempo vor und erzeugte massiven Druck auf die Tessiner Abwehr. Phasenweise schnürte selbst die nominell vierte SCB-Linie den Gegner in dessen Drittel ein. Der verdiente Lohn war nach Treffern von Jean-Pierre Vigier, PostFinance-Topskorer Ivo Rüthemann und erneut Vigier innerhalb von gut viereinhalb Minuten eine 3:1-Führung.

Lugano blieb nur bis ins letzte Drittel im Spiel, weil SCB-Torhüter Marco Bührer durch Tristan Vauclair und Brady Murray zwei haltbare Treffer kassierte.

Servette - Fribourg: Überraschendes Gottéron

Im siebenten Romand-Derby der Saison kam Fribourg endlich zum ersten Sieg. Gottéron setzte sich in Genf bei Servette mit 4:2 durch und sorgte so für die erste grosse Playoff-Überraschung. Die Entscheidung fiel erst im letzten Abschnitt. Zuerst verpasste Topskorer Tony Salmelainen das scheinbar sichere Anschlussgoal (47.); wenig später gelang Julien Sprunger in Überzahl das vorentscheidende 3:0 (50.). Dieser Ablauf entsprach dem Geschehen im ersten Viertelfinal. Servette agierte nicht nur ineffizient, sondern über weite Strecken in der Offensive auch kompliziert. Gottéron dagegen nützte seine Chancen.

Dass die Freiburger im Schlussabschnitt 2:0 führten, verdankten sie zweier Blitzstarts der erste Linie um Center Sandy Jeannin. Im ersten Abschnitt nach 17 Sekunden (durch Corsin Casutt) und im letzten Drittel nach 30 Sekunden (durch Alain Birbaum) fielen die wegweisenden Goals zum 1:0 und 2:0. Dass sich Servette zweimal gleich am Anfang erwischen liess, nervte sowohl Coach Chris McSorley wie Goran Bezina, der nach Verletzungspause erstmals wieder auf dem Eis stand. Bezina: «Wir haben Fribourg das wichtige erste Tor geschenkt und agierten danach viel zu lange äusserst nervös.»

Bei Fribourg stach Torhüter Sébastien Caron mit 29 Paraden aus dem überzeugenden Kollektiv heraus. Gottéron erzielte im siebenten Anlauf erstmals mehr als zwei Tore gegen Servette. Die Aufholjagd Genfs erfolgte zu spät. Beim ersten der zwei Tore von Thomas Déruns (vom 0:3 zum 2:3) hatte Chris McSorley mehr als sieben Minuten vor Schluss bereits den Torhüter zu Gunsten eines weiteren Angreifers vom Eis genommen.

ZSC mit Start nach Mass

Die ZSC Lions haben im ersten Viertelfinal-Spiel gegen Zug den Heimvorteil auf ihre Seite geholt. Das Team von Sean Simpson gewann auswärts 2:1. Der Victoria-Cup-Sieger war vor nur 4717 Zuschauern in der bitterkalten Herti-Halle über weite Strecken des "Z-Derbys" die bessere Mannschaft und kontrollierte die Partie dank einer defensiv sehr disziplinierten Leistung.

Das entscheidende Tor gelang Blaine Down in der 46. Minute im Powerplay. Der Kanadier tanzte den schwedisch-finnischen EVZ-Verteidiger Josef Boumedienne, der den Vorzug vor Dale McTavish erhalten hatte, aus und bezwang den Zuger Torhüter Jussi Markkanen im Fallen aus kurzer Distanz. Auch das 1:0 für die Zürcher hatte in der 24. Minute mit Domenico Pittis ein Kanadier geschossen - er kam im Slot freistehend zum Abschluss.

Für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Gastgeber zeichnete Damien Brunner in der 35. Minute verantwortlich - beide Teams hatten zu diesem Zeitpunkt einen Spieler weniger auf dem Eis.


Davos - Kloten 4:3 (2:1, 1:0, 0:2, 0:0) n.P
Vaillant-Arena. - 3766 Zuschauer. - SR Peer/Abegglen, Stricker/Kaderli.
Tore: 5. Grossmann (Setzinger/Ausschluss Liniger) 1:0. 10. Wick (von Gunten/Ausschluss Joggi) 1:1. 19. Widing (Setzinger/Ausschluss Bell, von Gunten) 2:1. 30. Setzinger (Widing) 3:1. 47. Sven Lindemann (Liniger, Jenni) 3:2. 58. Rintanen (Du Bois) 3:3. - Penaltyschiessen: Jan von Arx - (scheitert), Stancescu - (scheitert); Setzinger - (scheitert), Santala - (scheitert); Joggi - (scheitert), Jenni - (scheitert); Dario Bürgler 1:0, Liniger - (daneben/Latte); Widing - (scheitert), Rintanen - (scheitert).
Strafen: 15mal 2 plus 10 Minuten (Reto von Arx) gegen Davos, 12mal 2 plus 5 (Bell) plus 10 Minuten (Sven Lindemann) plus Spieldauer (Bell/gesperrt für das nächste Spiel) gegen Kloten.
PostFinance-Topskorer: Reto von Arx; Santala.
Davos: Genoni; Forster, Jan von Arx; Grossmann, Tim Ramholt; Back, Untersander; Wellinger, Tallarini; Taticek, Reto von Arx, Dario Bürgler; Setzinger, Marha, Widing; Marc Wieser, Rizzi, Dino Wieser; Donati, Joggi, Sciaroni.
Kloten: Rüeger; von Gunten, Forrest; Du Bois, Sidler; Winkler, Schulthess; Kellenberger, Jacquemet; Bell, Santala, Rintanen; Rothen, Zeiter, Stancescu; Wick, Liniger, Jenni; Hollenstein, Bodenmann, Sven Lindemann.
Bemerkungen: Davos ohne Stoop, Guggisberg (beide verletzt) und Salmonsson (überzähliger Ausländer), Kloten ohne Hamr und Welti (beide verletzt). - Lattenschuss Du Bois (52.). - Timeouts: Davos (54.); Kloten (58.). - Dario Cologna für 15-km-Olympia- Goldmedaille geehrt.

Bern - Lugano 5:2 (3:1, 1:0, 1:1)
PostFinance-Arena. - 16 011 Zuschauer. - SR Reiber/Stalder, Mauron/Schmid.
Tore: 9. Vigier (Hänni) 1:0. 11. (10:02) Rüthemann (Ziegler, Philippe Furrer) 2:0. 12. (11:06) Tristan Vauclair 2:1. 13. (12:59) Vigier (Jobin, McLean) 3:1. 24. McLean (Rüthemann, Roche/Ausschlüsse Helbling, Sannitz) 4:1. 42. Murray (Conne, Julien Vauclair) 4:2. 57. Rüthemann (Hänni/Ausschluss Näser) 5:2.
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Bern, 6mal 2 Minuten gegen Lugano.
PostFinance-Topskorer: Rüthemann; Robitaille.
Bern: Bührer; Roche, Philippe Furrer; Beat Gerber, Josi; Jobin, Hänni; Dominic Meier, Rytz; Vigier, McLean, Reichert; Goren, Martin Plüss, Rüthemann; Neuenschwander, Froidevaux, Pascal Berger; Trevor Meier, Ziegler, Scherwey.
Lugano: Aebischer; Nummelin, Helbling; Akerman, Julien Vauclair; Chiesa, Hirschi; Nodari; Näser, Conne, Murray; Romano Lemm, Robitaille, Domenichelli; Hamilton, Kamber, Sannitz; Tristan Vauclair, Schlagenhauf, Jörg.
Bemerkungen: Bern ohne Dubé (verletzt), Gamache, Daniel Meier, Roland Gerber, Stettler und Vermin (alle überzählig), Lugano ohne Romy und Devereaux (beide verletzt).

Genève- Servette - Fribourg 2:4 (0:1, 0:0, 2:3)
Les Vernets. - 6765 Zuschauer. - SR Kurmann/Massy, Arm/Küng.
Tore: 1. (0:17) Casutt (Knoepfli) 0:1. 41. (40:30) Birbaum (Jeannin) 0:2. 50. Sprunger (Bykow, Casutt/Ausschluss Goran Bezina) 0:3. 54. Déruns (Malik, Rubin/Ausschlüsse Hasani, Heins) 1:3 (ohne Torhüter). 57. Déruns (Savary) 2:3. 58. Heins (Birbaum/Ausschluss Goran Bezina) 2:4.
Strafen: je 5mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Salmelainen; Aubin.
Genève-Servette: Tobias Stephan; Gobbi, Jonathan Mercier; Vukovic, Malik; Höhener, Breitbach; Goran Bezina; Toms, Rubin, Florian Conz; Déruns, Savary, Salmelainen; Rivera, Trachsler, Suri; Pivron, Hürlimann, Maurer; Barbero.
Fribourg: Caron; Heins, Birbaum; Collenberg, Marc Abplanalp; Ngoy, Marc Leuenberger; Lukas Gerber, Loeffel; Casutt, Jeannin, Knoepfli; Mowers, Aubin, Lachmatow; Sprunger, Bykow, Lauper; Hasani, Wirz, Botter.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Cadieux, Antoinetti (beide verletzt) und Kolnik (gesperrt), Fribourg ohne Leblanc (verletzt), Benny Plüss (gesperrt) und Ouellet (überzähliger Ausländer). - Pfostenschuss Suri (16.). - Timeouts: Servette (54.); Fribourg (34.).

Zug - ZSC Lions 1:2 (0:0, 1:1, 0:1)
Herti. - 4717 Zuschauer. - SR Mandioni/Rochette, Fluri/Müller.
Tore: 24. Pittis (Alston, Micheli) 0:1. 35. Brunner (Holden, Dupont/Ausschlüsse Oppliger; Suchy) 1:1. 46. Down (Krutow/Ausschluss Oppliger) 1:2.
Strafen: 6mal 2 plus 10 Minuten (Oppliger) gegen Zug, 6mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Holden; Bärtschi.
Zug: Markkanen; Diaz, Patrick Fischer; Dupont, Boumedienne; Blaser, Kress; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Di Pietro, Ruefenacht, Duri Camichel; Björn Christen, Oppliger, Corsin Camichel; Bodemann, Steinmann, Fabian Lüthi.
ZSC Lions: Sulander; Reist, Suchy; Daniel Schnyder, Seger; Stoffel, Geering; Pascal Müller, Kienzle; Alston, Pittis, Micheli; Gardner, Adrian Wichser, Monnet; Patrick Bärtschi, Down, Krutow; Bastl, Grauwiler, Bühler.
Bemerkungen: Zug ohne Schefer, Snell (beide verletzt) und McTavish (überzählig). ZSC Lions ohne Trudel, Schelling, Schommer (alle verletzt), Sejna, Signoretti und Kostovic (alle überzählig). Timeouts: ZSC Lions (59:29); Zug (59:42). Zug ab 58:54 ohne Torhüter.



Vor dem Spiel

Letzte Saison boten sie sich einen siebengängigen Final-Thriller. Nun heisst es für Meister Davos oder Vizemeister Kloten nach den Viertelfinals bereits Abschied nehmen.

Mit einem 2:1-Sieg im siebten Finalspiel sicherte sich der HC Davos am 13. April 2009 seinen 29. Meistertitel, die Kloten Flyers standen mit hängenden Köpfen da. Eine Final-Reprise wird es in diesem Jahr nicht geben, die Revanche findet bereits in den Viertelfinals statt. Dabei hätten die Zürcher den Bündnern mit einer Derby-Niederlage gegen die ZSC Lions am Samstag aus dem Weg gehen und auf den EV Zug treffen können. Doch sie «entschieden» sich für einen 4:2-Sieg und ein vorzeitiges Playoff-Duell gegen den HC Davos. Zu taktieren sei nie ein Thema ge­wesen, hält Trainer Anders Eldebrink fest und sagt: «Das wäre unsportlich. Auch unseren Zuschauern gegenüber.»

Man kann davon ausgehen, dass es zwischen dem HCD und den Flyers wieder ähnlich knapp zu- und hergehen wird, wie im vergangenen Frühjahr. Davos hat nach den Abgängen von Riesen, Ambühl und Sykora zwar offensive Schlagkraft verloren, überzeugte aber trotzdem mit einer stabilen Qualifikation. Trainer Arno Del Curto hat ein weiteres Mal hervorragende Neuaufbauarbeit geleistet. Kloten dagegen blieb in dieser Saison einiges schuldig und hat zweifellos Steigerungspotenzial. Für Eldebrink ist klar: «Wir wollen Revanche!»

(mal/mon/si)

ZSC-Lions-TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen