Unmoralisches Angebot?

06. Oktober 2012 14:07; Akt: 07.10.2012 10:28 Print

Fremdgeh-Portal wollte Crosby zum ZSC bringen

von Klaus Zaugg - Ein kanadisches Unternehmen offerierte den ZSC Lions ein Gastspiel des ultimativen NHL-Superstars Sidney Crosby – und die Zürcher haben abgelehnt.

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Vancouvers Keeper verstärkte während dem Lockout Ambri-Piotta, bestritt aber am Wochenende vom 5./6. Januar genauso wie alle anderen noch in der Schweiz spielenden NHL-Stars seine letzten Partien. Der kanadische Jungstar von den Colorado Avalanche stiess am 9. Dezember zu Ambri und verliess die Leventiner am 7. Januar wieder. Der Center der Ottawa Senators spielte während dem Lockout für die Rapperswil-Jona Lakers. Am 3. Januar 2013 flog er zurück in die Heimat, in der Hoffnung, dass die NHL den Spielbetrieb in dieser Saison doch noch aufnimmt. Womit er wenige Tage später recht erhielt. Der Stürmer der Boston Bruins lief bis am 31. Dezember für den EHC Biel auf. Nach der Spengler-Cup-Teilnahme mit dem Team Canada kehrte er in seine Heimat zurück. Der Kanadier kam von den Boston Bruins zum HC Lugano. Er verliess den Verein zum Jahreswechsel wieder. Davos nahm am 4. Dezember den 27-jährigen Schweden von den Dallas Stars unter Vertrag. Er war in der letzten Saison der erfolgreichste Skorer seines Teams. Der Captain von Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings spielte für die ZSC Lions. Der Stürmer der Montreal Canadiens lief während der Lockout-Zeit für Fribourg-Gottéron auf. Der New-York-Rangers-Akteur gab ein Gastspiel bei den Lakers, reiste aber bereits Mitte Dezember wieder ab. Die Nummer 88 von den Chicago Blackhawks verstärkte während des Lockouts den EHC Biel. (vorne) Der Erstrundendraft von 2007 hatte zu Beginn des Lockouts bei Ambri einen kurzen Auftritt. Nach nicht einmal drei Wochen reiste der Stürmer der Montreal Canadiens wieder ab. Angeblich wegen einer Ellenbogen-Entzündung. Der Goalgetter der Detroit Red Wings sorgte beim EV Zug für Furore. Der Teamkollege von Mark Streit bei den New York Islanders stürmte während des Lockouts beim SC Bern. Tavares war in der letzten NHL-Saison achtbester Skorer der Liga. Der Center der Washington Capitals spielte für die Kloten Flyers. Wegen Adduktorenproblemen reiste er aber bereits vor dem Lockout-Ende zweimal in die USA. Der Kanadier gehört seit sechs Jahren zum Stamm der Washington Capitals. Der Stürmer der Buffalo Sabres wurde von den SCL Tigers verpflichtet. Er reiste Ende November für medizinische Abklärungen vorerst zurück nach Nordamerika reisen - und kam auch nicht mehr zurück. Der Verteidiger der Minnesota Wild wurde während dem Lockout ebenfalls von den SCL Tigers verpflichtet. Und auch er musste Ende November für medizinische Abklärungen zurück in die USA reisen. Zurück kam er nicht mehr. Der Ur-Berner von den Nashville Predators spielte während dem Lockout beim SC Bern. Der Kanadier (vorne) gab ein Gastspiel beim HC Genf-Servette. In der NHL spielt der Center für die San Jose Sharks. Anfangs Dezember reiste er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurück. Der Verteidiger der New York Islanders lief während des NHL-Lockouts für den SC Bern auf. Wie bereits beim letzten NHL-Lockout lief der Center der San Jose Sharks für den HC Davos auf. Auch der zweite «NHL-Davoser» vom Lockout 2005 kehrte zum HCD zurück. Der Verteidiger der Montreal Canadiens verstärkte für die Dauer des Lockouts den HC Genf-Servette. Der Stürmer, der mit den Detroit Red Wings in seine erste NHL-Saison starten wollte, spielte wie die vier Saisons zuvor beim EVZ. Der Ducks-Verteidiger verstärkte den HC Lugano. Der Verteidiger der Montreal Canadians kehrte während dem Lockout zum EV Zug zurück. Bereits bevor er sein Glück in der nordamerikanischen Ferne gesucht und gefunden hat, war Diaz bei den Innerschweizern acht Jahre lang unter Vertrag. Der Nashville-Predators-Spieler verstärkte Red Ice Martigny für knapp einen Monat. Nach dem Abgang von Hörnqvist sicherte sich Martigny die Dienste des Boston-Bruins-Akteurs. (r.) Der Däne spielte für den NLB-Klub Langenthal. Er steht seit 2008 bei den Ottawa Senators unter Vertrag.

Die NHL-Stars in der Schweiz.

Zum Thema
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Der NHL-Lockout schreibt verrückte Geschichten. Eine kanadische Firma ist bereit gewesen, den ZSC Lions das Gastspiel von Sidney Crosby zu finanzieren. Crosby ist der ultimative NHL-Superstar mit einem Jahresgehalt von 7,5 Millionen Dollar. Christoph Kraemer, Europa-Chef des Seitensprungportals, sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Die ZSC Lions zeigten grosses Interesse. Die Verhandlungen gingen schon bis zum Preis von 600 000 Franken. Leider haben die Lions nach Rücksprache mit dem Verwaltungsrat eine Zusammenarbeit abgelehnt. Unser kanadischer Auftraggeber sucht nun einen neuen Club.»

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Ist es richtig, dass die ZSC Lions das Angebot für Sidney Crosby ablehnten?
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Insgesamt 4255 Teilnehmer

Was ist da dran? ZSC-Manager Peter Zahner bestätigt gegenüber 20 Minuten Online den Kontakt mit der kanadischen Firma, verneint aber konkrete Verhandlungen und die genannte Summe. «Wir haben den kanadischen Auftraggeber überprüft und dann die Verhandlungen abgebrochen. Wir sind mit unseren ausländischen Spielern sehr zufrieden und deshalb nicht an einem NHL-Spieler interessiert. Wir werden die Lage erst dann neu beurteilen, wenn die ganze NHL-Saison abgesagt werden sollte.»

Fremdgeh-Portal steckt dahinter

Aber warum haben die ZSC Lions die an einem Sponsoring interessierte kanadische Firma abgelehnt? «Weil wir es uns ganz einfach nicht leisten können, für diese Firma Werbung zu machen. Wir haben unter unseren Kunden schliesslich auch seriöse Familienväter.»

Die ZSC Lions haben gemäss Peter Zahner sozusagen ein «unmoralisches Angebot» abgelehnt. Bei der an einem Sponsoring interessierten kanadischen Firma handelt es sich nämlich um das in Kanada berühmte Fremdgehportal AshleyMadison.com (Slogan: «Das Leben ist kurz, gönne Dir eine Affäre») und wird nach eigenen Angaben weltweit von über 15 Millionen Besuchern genutzt (Heiliger Bimbam!).

Gings nur um Werbung?

Peter Zahner ärgert sich über dieses unmoralische Angebot: «Es geht den Betreibern dieses Portals einfach darum, den NHL-Lockout für Medienpräsenz zu nutzen. Deshalb sind die Informationen über diese Offerte an 20 Minuten Online weitergegeben worden. Es wäre besser, darüber nicht zu berichten.»

Da hat der tüchtige ZSC-Manager möglicherweise nicht ganz unrecht. Aber eine wahre Story mit Sidney Crosby, einer Prise Sex und den berühmten ZSC Lions ist halt doch zu süffig, um sie dem Leser vorzuenthalten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Adi Vogt am 06.10.2012 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte ich auch abgelehnt

    Da zeigt es sich dass bei der Führung des ZSC noch mit kühlem Kopf und vernünftig gearbeitet wird. Auch wenn Crosby der Top-Transfer gewesen wäre muss man sich ja nicht gleich jeden Unsinn andrehen lassen. Ich zumindest bin froh darüber dass NEIN gesagt wurde. Hätte mich gewundert wie der SCB mit solch einem Angebot umgegangen wäre. Auch die Entscheidung vorerst auf andere Lockout-Spieler zu verzichten befürworte ich sehr!

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  • ZsC Fan West Kurve am 07.10.2012 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Richtig So , ZSC siegt auch ihne NHL Spieler das sieht man an den letzten Spielen. Nicht so wie die anderen Clubs wo das Schweizerhockey dadurch verfälschen.

  • EVZ am 06.10.2012 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crosby zum EVZ

    schon gut so! er geht dann halt zum EVZ...! 3 Let's Go

Die neusten Leser-Kommentare

  • Lukas Reibsamen am 07.10.2012 00:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fraglich?

    Ich frage mich, ob Crosby oder dessen Agent weiss, dass er hier auf diese Weise angeboten wird...

  • ZsC Fan West Kurve am 07.10.2012 00:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Richtig So , ZSC siegt auch ihne NHL Spieler das sieht man an den letzten Spielen. Nicht so wie die anderen Clubs wo das Schweizerhockey dadurch verfälschen.

  • Dominic Mollet am 06.10.2012 19:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sid the Kid

    Für Sid the Kid würde ich alles machen. Die Zsc Lions müssen schon sehr sehr überzeugt sein von ihren Ausländern. Für mich ist dass die dümmste endtscheidung welche die Lions je getroffen haben !

    • Roman am 06.10.2012 23:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Gut so

      In anbetracht des Sponsors ist entscheidung sehr wohl nachvollziehbar. Ich als Z Fan will mich jedenfalls nicht mit einem solchen Fremdgehportal Identifizieren. Auch wenn dies vieleicht in sportlichen Negativ ergebnissen endet

    • Hansueli am 07.10.2012 03:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Finde ich auch. Wenn ich Millionär wäre, hätte ich Sid schon längst in die NLA geholt. Crosby ist das "Aushängeschild" der NHL!!! Er würde die schweizer Hockeystadien zum Beben bringen.

    • Adi Vogt am 07.10.2012 05:44 Report Diesen Beitrag melden

      Ist kein PS3-Game

      Eben, DU würdest alles machen. Aber denk mal über die Grenzen hinaus und welch Imageschaden diese Werbung für den Z bringen würde. Und wie betotnt sind sie mit ihren Ausländern zufrieden.

    • hans am 07.10.2012 07:41 Report Diesen Beitrag melden

      Gutter entscheid

      Nein, das ist die beste Entscheidung. Gesunde Finanzen ende Jahr und eine langfristige Basis sind mir wichtiger.Allerdings würde ich Crosby begrüssen, wenn er günstiger und nicht über dieses Werbeportal angeboten würde.

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  • Lukii am 06.10.2012 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    abwarten

    Ich frage mich wie es Bern, Genf, davos etc. laufen wird wenn ihre geliebten nhl Spieler noch vor den playoffs wieder abgezogen werden. daher ist das vorgehen vom zett bemerkenswert.

    • A. Schmid am 07.10.2012 02:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Davos läuft es gut???

      Ich denke, viel schlechter kann es Davos nicht mehr laufen ob mit NHL-Spieler oder ohne. Ob 9. oder Letzter spielt dann auch keine zu grosse Rolle. Ihr Kommentar hat mit der Realität nichts zu tun. Tipp: Ein Blick auf die Tabelle und danach reden.

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  • Nikon am 06.10.2012 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr clever von diesem Portal.

    Egal was jetzt noch passiert. Dieses Portal hat ihre Werbung sicher verbreitet und findet jetzt so oder so einen Club der mit macht! Schade um Crosby aber besser für das Trikot.

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