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Nach Sommertheater
09. September 2010 22:13; Akt: 09.09.2010 19:32 Print
Spektakel auf dem Eis?
von Marcel Allemann - Die Kloten Flyers lechzen nach dem heutigen Saisonstart. Denn nach dem Sommertheater neben dem Eis rückt dadurch wieder der Sport in den Vordergrund.

Hektik gab es bei Kloten nicht nur auf der Strafbank (l. Jenni, r. Winkler), sondern auch neben dem Eis. (Bild: Keystone)
Das Sommertheater hat im Schweizer Eishockey fast schon Tradition. Vor Jahresfrist fand es bei den SCL Tigers statt, nun fand man die Hauptdarsteller bei den Kloten Flyers. Zunächst ging es um die seltsame Transferpolitik, die unter dem neuen Präsidenten Jürg Bircher Einzug gehalten hat, indem das Kader zunächst kostspielig aufgebläht wurde, um es anschliessend wieder kostspielig abzubauen. Klagen gegen den alten und Misstrauensvoten gegen den aktuellen Präsidenten gipfelten später an der GV in einem emotionalen Spektakel, ehe sich Bircher und sein Vorgänger Peter Bossert vor einer Woche vor dem Friedensrichter doch noch einigen konnten. Was bleibt, ist aber ein unnötiger Imageschaden, entsprechend ist man in Kloten froh, dass ab heute wieder der Sport in den Fokus rückt.
Bildstrecken Die Herausforderer Mehr als nur SohnDenis Hollenstein (20) ist der Sohn von Kloten-Legende und Assistenztrainer Fige Hollenstein (45). Doch er stellte letzte Saison eindrücklich unter Beweis, dass nicht Vitamin B verantwortlich ist für seinen Platz im Flyers-Team, sondern seine Leistung. 38 Spiele absolvierte Hollenstein junior in seiner Premieren-Saison und kam dabei auf bemerkenswerte 8 Tore und 7 Assists. Nach dem Abgang von Roman Wick bekommt der Flügelstürmer bereits in dieser Saison mehr Verantwortung, er darf die Saison neben Romano Lemm und Marcel Jenni beginnen.
«Druck mache ich mir keinen», sagt Hollenstein, «ich will einfach rausgehen, Hockey spielen und Vollgas geben.» Zulegen müsse er noch in allen Bereichen, ist sich der Junioren-Internationale bewusst: «Das ist ein Prozess, der noch lange dauert. In Kloten haben wir so viele gute Spieler, davon profitiere ich täglich.» (mal)
Wie sehr haben die Vorkommnisse die Vorbereitung der Mannschaft gestört? «Es war sicher nicht ideal, aber gross darüber diskutiert haben wir in der Kabine nicht», sagt Routinier Marcel Jenni mit der Gelassenheit seiner 36 Jahre, «wir haben auch sonst kein leichtes Jahr hinter uns, deshalb sind wir in einem gewissen Sinn abgehärtet.» Jenni hofft einfach, dass nun im Verein wieder Ruhe einkehrt. Immerhin hat die ganze Unruhe dazu geführt, dass die «Flieger» – im Unterschied zum Vorjahr – nicht mehr als Titelkandidaten gehandelt werden, was bei Jenni ein «Das ist gut so» auslöst. Doch was ist für den Halbfinalisten der letzten Saison möglich? Jenni will sich nicht auf die Äste hinauslassen: «Über Ränge müssen wir nicht sprechen, das bringt nichts. Die Möglichkeiten sind sicher vorhanden – wichtig ist, dass wir bescheiden bleiben und als Mannschaft stets weiterwachsen.»


























