NLA-Playoffs

22. März 2010 09:08; Akt: 22.03.2010 09:08 Print

Der Meister ist ausgeschieden - na und?Der Meister ist ausgeschieden - na und?

von Klaus Zaugg - Titelverteidiger Davos ist schon in den Playoff-Viertelfinals ausgeschieden. Ein Skandal? Nein. Warum das frühe Scheitern der Bündner keinen Stoff für Polemik bietet.

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Die Enttäuschung im HCD-Lager ist gross. (Bild: Keystone)

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HCD-Trainer Arno Del Curto hatte es vor den Playoffs im Interview mit 20 Minuten Online geahnt: «Der HCD kann nicht Meister werden.» Natürlich ist der Engadiner ein Meister der Untertreibung und er nervt mit solchen Aussagen die Konkurrenz. Schliesslich ist er mit den Davosern in den letzten acht Jahren nur einmal (2004) in der ersten Runde ausgeschieden und hat sechsmal das Finale erreicht und viermal die Meisterschaft gewonnen.

Jetzt ist alles ein wenig anders: Im Sommer verloren die Davoser auf dem Transfermarkt durch die Abgänge von Andres Ambühl, Michel Riesen, Petr Sykora und Robin Leblanc fast 100 Tore. Und dann fiel vor den Playoffs mit Peter Guggisberg auch noch der beste Torschütze (44 Spiele/20 Tore) durch eine Knieverletzung aus. Die logische Folge: Der HC Davos scheitert in der ersten Runde gegen die Kloten Flyers an seiner fehlenden offensiven Feuerkraft. 14 Tore in sechs Spielen sind ganz einfach zu wenig.

Schwächen im Abschluss

Der Rest hat funktioniert: Die Spielorganisation war, wie immer, vorzüglich. Der Einsatz der Spieler auch. Es fehlte lediglich die Klasse im Abschluss. Trainer Arno Del Curto hat alles richtig gemacht. Es gibt keinen Ansatzpunkt zur Kritik oder gar zur Polemik. Der Meister ist schon in der ersten Runde ausgeschieden - na und?

Und so sind die Hausaufgaben für die Davoser im Sommer verhältnismässig einfach: Um wieder ein Finalkandidat zu werden, braucht es «nur» eine Verstärkung der Offensive. Auf dem Schweizer Transfermarkt ist wenig zu holen. Ideal wäre die Rückkehr von Nationalstürmer Andres Ambühl. Gespräche in dieser Richtung laufen und Ambühls Heimkehr ist nicht ausgeschlossen. Del Curto sagt aber gegenüber 20 Minuten Online auch: «Ich habe mit Ambühl gesprochen. Natürlich wäre ich glücklich, wenn er zu uns zurückkehren würde. Aber er möchte es noch einmal in Nordamerika versuchen.» Der HCD-Trainer ist keiner, der einem Spieler solche Ambitionen ausredet.

Neue ausländische Offensiv-Power?

Entscheidend wir deshalb sein, wie die vier Ausländerpositionen besetzt werden. Daniel Widing und Petr Taticek bleiben. «Wir tendieren dazu, die zwei anderen Ausländerlizenzen auch für Stürmer zu lösen», sagt Del Curto. Ob Oliver Setzinger einen neuen Vertrag bekomme, sei noch offen. Weil Josef Marha den HCD nach neun Jahren verlässt (er stürmte seit dem Herbst 2001 für den HCD) brauchen die Davoser mindestens einen neuen ausländischen Stürmer. Marha ist allenfalls bereit, im Dezember nach Davos zurückzukommen, den Spengler Cup zu spielen und als Ersatzausländer bis Saisonende zu bleiben. Del Curto: «Das ist eine Möglichkeit, die wir diskutieren.»

Die Rückkehr von Petr Sykora (er hat in der letzten Meistersaison in 67 Spielen 31 Tore erzielt) wird ebenfalls diskutiert, der vielseitige Curtis Brown (der bei Biel Verteidiger und Stürmer spielt), ist dem HCD vom Agenten angeboten worden. Aber Del Curto sagt, man werde sich bei der Klärung der Ausländerfrage Zeit lassen. Er wird die Playoffs nun nicht weiter aus der Nähe verfolgen. Sondern die unerwartete Freizeit dazu nützen, um sich in südlichen Gefilden zu erholen.

Weil er, anders als in Lugano, nicht die ganze Mannschaft umbauen muss und es keine Polemik gibt, kann sich der Trainer ein paar ruhige Wochen gönnen. Und wer weiss, vielleicht kommt am Schluss noch ein weiteres entlastendes Argument dazu: Dass der HCD ja gegen den neuen Meister ausgeschieden ist.

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