Franz A. Zölch

26. März 2012 15:42; Akt: 26.03.2012 17:01 Print

Auf Geldsuche bei alten Hockey-Freunden

von Klaus Zaugg - Der einstige Stadtberner Starjurist und Präsident der Eishockey-Nationalliga, Franz A. Zölch, braucht Geld. Neuerdings umgarnt er alte Freunde aus dem Hockeybusiness.

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Franz A. Zölch im Jahr 2004 in seiner Funktion als Präsident des Schweizer Eishockeyverbandes. (Bild: Keystone/AP)

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Gemäss Berichten der Zeitschrift «Beobachter» steht Franz A. Zölch, Medienrechtler, Hochschuldozent und ehemaliger Präsident der Eishockey-Liga, bei Gläubigern mit rund zwei Millionen in der Kreide. Unter ihnen sind – so der «Beobachter» - Privatpersonen, die ihm Darlehen gewährten, Anwälte, die ihm Personal ausliehen, aber auch Pensionskassen, Steuerbehörden und AHV. Es wird über ein besonders schlaues Vorgehen bei der Geldbeschaffung berichtet: Franz A. Zölch bitte um Kredit, und sichere den Spendern zu, das geliehene Geld nur kurzfristig zu beanspruchen, um damit Millionen «auszulösen», die irgendwo auf ein Konto zu seinen Gunsten einbezahlt worden seien.

Nun bewirtschaftet Franz A. Zölch offensichtlich seinen grossen Freundeskreis im Eishockey mit dieser Methode. Von 1995 bis 2006 präsidierte er die Eishockey-Nationalliga und erreichte mit frechen Spesenrechnungen Kultstatus: So verrechnete er unter anderem einige Zeit lang pro Fotokopie einen Franken und es dauerte Jahre, bis ihm das Handwerk gelegt werden konnte. Mit Charisma und Charme mästete er ganz legal aufwändige Papiertiger und brachte auch wenig sinnvolle Projekte bei den Klubpräsidenten mit einer leisen, fast immer überhörten Randbemerkung «aber es kostet dann schon etwas» durch.

Ein Ex-Präsident auf Bettelzug

Wenn es schon damals so leicht gegangen ist, warum nicht wieder Geld im Hockeybusiness holen? W.V.*, schon unter Zölch und heute immer noch ein hochrangiger und hoch angesehener Liga-Funktionär, berichtet gegenüber 20 Minuten Online über eine seltsame Begegnung mit dem ehemaligen Präsidenten. «Vier Jahre lang hatte ich nichts mehr von ihm gehört. Nun hat er mich kürzlich um 8 Uhr angerufen und gefragt, ob ich ihm nicht sofort 7000 Franken leihen könnte. Er brauche das Geld nur, um einen grossen Geldbetrag bei einer Bank herauszulösen. Er versicherte mir, er gebe mir die 7000 Stutz am nächsten Tag garantiert zurück. Da ich im Beobachter gelesen habe, dass das sein Trick ist, habe ich ihm höflich abgesagt. Mit der Begründung, ich hätte soeben ein neues Auto gekauft und sei grad nicht flüssig…»

Noch mehr gestaunt hat O.H.*, ein langjähriger Trainer in der Nationalliga. «Ich bin von Franz A. Zölch um ein Darlehen von 50 000 Franken angegangen worden. Aber ich kenne seine Methoden und habe abgelehnt.» Auch der bekannte Hockeymanager M.L.* wunderte sich: «Mich hat er zwar nicht gefragt. Er war einmal in einer meiner Firmen im Verwaltungsrat und er ahnt, dass ich ihn durchschaue. Aber ich habe tatsächlich von mehreren Kollegen aus dem Hockeybusiness gehört, dass sie von Franz A. Zölch kürzlich um Darlehen angegangen werden.»

Schwierige Zeiten für Zölch

Franz A. Zölch, Ex-Gatte der Berner Regierungsrätin und Bundesratskandidatin Elisabeth Zölch, war einst so etwas wie ein Popstar der Berner Anwaltsszene. Aber heute hat er es, wenn man Medienberichten Glauben schenken darf, nicht mehr so leicht. Daher ist es logisch, dass er sich an seine alten, schönen Freundschaften aus dem Eishockey erinnert. Wer von seinen alten Kameraden Geld anlegen möchte, kann ihn ja auch anrufen.

*Namen der Redaktion bekannt.

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