Lockout-Streit

01. Dezember 2012 13:55; Akt: 01.12.2012 14:24 Print

Bewegung im NHL-Kindergarten

von Klaus Zaugg - Nachdem auch die Schlichtungsstelle im Lockout-Streit auf Granit biss, setzen sich die Teambesitzer nun mit den Spielern zusammen. Solche direkten Gespräche hat es noch nie gegeben.

Bildstrecke im Grossformat »
Vancouvers Keeper verstärkte während dem Lockout Ambri-Piotta, bestritt aber am Wochenende vom 5./6. Januar genauso wie alle anderen noch in der Schweiz spielenden NHL-Stars seine letzten Partien. Der kanadische Jungstar von den Colorado Avalanche stiess am 9. Dezember zu Ambri und verliess die Leventiner am 7. Januar wieder. Der Center der Ottawa Senators spielte während dem Lockout für die Rapperswil-Jona Lakers. Am 3. Januar 2013 flog er zurück in die Heimat, in der Hoffnung, dass die NHL den Spielbetrieb in dieser Saison doch noch aufnimmt. Womit er wenige Tage später recht erhielt. Der Stürmer der Boston Bruins lief bis am 31. Dezember für den EHC Biel auf. Nach der Spengler-Cup-Teilnahme mit dem Team Canada kehrte er in seine Heimat zurück. Der Kanadier kam von den Boston Bruins zum HC Lugano. Er verliess den Verein zum Jahreswechsel wieder. Davos nahm am 4. Dezember den 27-jährigen Schweden von den Dallas Stars unter Vertrag. Er war in der letzten Saison der erfolgreichste Skorer seines Teams. Der Captain von Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings spielte für die ZSC Lions. Der Stürmer der Montreal Canadiens lief während der Lockout-Zeit für Fribourg-Gottéron auf. Der New-York-Rangers-Akteur gab ein Gastspiel bei den Lakers, reiste aber bereits Mitte Dezember wieder ab. Die Nummer 88 von den Chicago Blackhawks verstärkte während des Lockouts den EHC Biel. (vorne) Der Erstrundendraft von 2007 hatte zu Beginn des Lockouts bei Ambri einen kurzen Auftritt. Nach nicht einmal drei Wochen reiste der Stürmer der Montreal Canadiens wieder ab. Angeblich wegen einer Ellenbogen-Entzündung. Der Goalgetter der Detroit Red Wings sorgte beim EV Zug für Furore. Der Teamkollege von Mark Streit bei den New York Islanders stürmte während des Lockouts beim SC Bern. Tavares war in der letzten NHL-Saison achtbester Skorer der Liga. Der Center der Washington Capitals spielte für die Kloten Flyers. Wegen Adduktorenproblemen reiste er aber bereits vor dem Lockout-Ende zweimal in die USA. Der Kanadier gehört seit sechs Jahren zum Stamm der Washington Capitals. Der Stürmer der Buffalo Sabres wurde von den SCL Tigers verpflichtet. Er reiste Ende November für medizinische Abklärungen vorerst zurück nach Nordamerika reisen - und kam auch nicht mehr zurück. Der Verteidiger der Minnesota Wild wurde während dem Lockout ebenfalls von den SCL Tigers verpflichtet. Und auch er musste Ende November für medizinische Abklärungen zurück in die USA reisen. Zurück kam er nicht mehr. Der Ur-Berner von den Nashville Predators spielte während dem Lockout beim SC Bern. Der Kanadier (vorne) gab ein Gastspiel beim HC Genf-Servette. In der NHL spielt der Center für die San Jose Sharks. Anfangs Dezember reiste er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurück. Der Verteidiger der New York Islanders lief während des NHL-Lockouts für den SC Bern auf. Wie bereits beim letzten NHL-Lockout lief der Center der San Jose Sharks für den HC Davos auf. Auch der zweite «NHL-Davoser» vom Lockout 2005 kehrte zum HCD zurück. Der Verteidiger der Montreal Canadiens verstärkte für die Dauer des Lockouts den HC Genf-Servette. Der Stürmer, der mit den Detroit Red Wings in seine erste NHL-Saison starten wollte, spielte wie die vier Saisons zuvor beim EVZ. Der Ducks-Verteidiger verstärkte den HC Lugano. Der Verteidiger der Montreal Canadians kehrte während dem Lockout zum EV Zug zurück. Bereits bevor er sein Glück in der nordamerikanischen Ferne gesucht und gefunden hat, war Diaz bei den Innerschweizern acht Jahre lang unter Vertrag. Der Nashville-Predators-Spieler verstärkte Red Ice Martigny für knapp einen Monat. Nach dem Abgang von Hörnqvist sicherte sich Martigny die Dienste des Boston-Bruins-Akteurs. (r.) Der Däne spielte für den NLB-Klub Langenthal. Er steht seit 2008 bei den Ottawa Senators unter Vertrag.

Diese NHL-Cracks spielen während des Lockouts in der Schweiz.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Verhandlungen zwischen NHL-General Gary Bettman und Spielergewerkschafts-Boss Don Fehr sind festgefahren. Selbst die staatliche Schlichtungsstelle brachte die Gespräche nicht mehr in Gang. Was nun?

Nun gibt es wieder Bewegung im NHL-Kindergarten. Von den Teambesitzern kommt ein Vorschlag, der die Spielergewerkschaft verwirrt. Ist es ein Trick oder die Lösung des Problems? Fünf Teambesitzer – vorgesehen sind Ted Leonsis (Washington), Jeremy Jacobs (Boston), Murray Edwards (Calgary) und eventuell James Dolan (Rangers) und Geoff Molson (Montreal) – sollen nächste Woche in New York direkt mit einer Spielerdelegation reden. In Abwesenheit von Gary Bettman und Don Fehr. Solche direkten Gespräche zwischen den Milliardären (den Teambesitzern) und den Jungmillionären (den Spielern) hat es noch nie gegeben.

Der Vorschlag spaltet die Spielergewerkschaft. Die eine Seite sieht darin bloss einen PR-Trick und ein Mittel, den Druck auf die Spieler weiter zu erhöhen. Andere hingegen eine Möglichkeit, aus der verfahrenen Situation doch noch herauszukommen. Stark vereinfacht gesagt geht es um eine scheinbar unüberbrückbare Differenz: Die Teambesitzer sind bereit, die Gesamteinnahmen (letzte Saison 3,3 Milliarden) 50:50 zu teilen. Das bedeutet: Gehen die Gesamteinnahmen zurück, sinken auch die Löhne. Dies akzeptiert die Gewerkschaft unter keinen Umständen. Die Spieler wollen garantierte Verträge (Löhne).

Druck auf Gewerkschaftsboss steigt

Trotz eines Notgroschens zwischen 10 und 20 Prozent des NHL-Gehaltes aus der Gewerkschafts-Kriegskasse geht da und dort einem der Jungmillionäre langsam aber sicher das Geld aus. Ausgerechnet an Weihnachten droht ein heiliger finanzieller Bimbam. Auch die grossen NHL-Spieleragenten werden nervös: Wenn nicht gespielt wird, bekommen sie keine Agentenprovision. Jeweils Ende Dezember und Ende Saison werden die Provisionen ausbezahlt.

Nicht alle haben, wie etwa der bekannte Schweizer NHL-Agent Andy Rufener, auch Klienten in der NLA, die ein wenig Geld einbringen und das Erledigen der Weihnachtseinkäufe möglich machen. Der Druck auf Gewerkschaftsboss Don Fehr, endlich einen Deal zu machen, steigt und steigt.

Lieber eine Hundeshow als gar nichts

Die Saison 2004/05 ist erst am 16. Februar 2005 abgesagt worden. Auch deshalb, weil es sich einfach niemand vorstellen konnte, dass erstmals in der Geschichte eine NHL-Saison abgesagt werden könnte. Diesmal wird nicht so lange gewartet. Die Sorge der Spieler wird immer grösser, dass die Teambesitzer bereits im Dezember ein Ultimatum stellen um noch mehr Druck zu machen.

Wenn bis zu einem bestimmten Datum im Dezember keine Einigung erzielt wird, dann wird die Saison annulliert. Damit die Teambesitzer genug Zeit haben, ihre multifunktionellen Stadien mit Ersatzveranstaltungen zu nutzen: Lieber eine Hundeshow als gar nichts.

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 03.12.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Contra

    Auch wenn es für die Fans ein Spektakel ist, die Verlierer sind bleiben die Schweizer Eishockeyspieler. Und damit das Schweizer Eishockey. Wetten das, dass unsere Nationalmannschaft so sicherlich nicht besser wird. Somit wird das Schweizer Eishockey auch international weiter an Substanz verlieren.

  • Go Flames Go am 01.12.2012 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja....

    Es geht in diesem Theater schon lange nicht mehr, sondern bloss noch um das eigene Ego! Ich hoffe inständig, dass Liga-Boss Bettman demnächst den Hut nehmen muss! Der bereitet der Liga nichts als Probleme!

    einklappen einklappen
  • Max Ammann am 01.12.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Lockout!

    Naja, ich hab kein Problem damit, wenn die NHL-Spieler eine Weile bei uns mitmischen. Soll mir jetzt keiner mit einer Verfälschung der Rangliste kommen. Selbst wenn es so wäre, nach dieser Saison kommen wieder etwa 10 Jahre ohne NHL-Cracks. Geniessen wir also die für einmal etwas andere Meisterschaft! Diese erstklassigen Spieler machen die Liga immerhin doch schon noch ein wenig spektakulärer als sonst.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Schweizer am 03.12.2012 20:45 Report Diesen Beitrag melden

    Contra

    Auch wenn es für die Fans ein Spektakel ist, die Verlierer sind bleiben die Schweizer Eishockeyspieler. Und damit das Schweizer Eishockey. Wetten das, dass unsere Nationalmannschaft so sicherlich nicht besser wird. Somit wird das Schweizer Eishockey auch international weiter an Substanz verlieren.

  • toni am 01.12.2012 17:19 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut contra

    Lockout! Dieser .....sinn soll endlich aufhören! Haben sich die "pro"-Schreiberlinge eigentlich schon mal überlegt wer alles als Verlierer dasteht? Die NLA mag davon profitieren, aber nur sehr bedingt und JA es ist und bleibt eine Meisterschaftsverfälschung, auch wenn jeder Klub NHL-Söldner hat. Die NHL macht sich lächerlich, so etwas kann es auch nur bei den Amis geben...

    • And1 am 01.12.2012 23:29 Report Diesen Beitrag melden

      @Toni

      Was genau ist den daran eine Meisterschaftsverfälschung? Nur weil einige Clubs bessere Spieler haben als andere? Das wäre auch ohne Lockout der Fall.

    • Steve Lewis am 02.12.2012 10:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Verfälschung?

      Schau dir die Tabelle an. Sieht gleich aus wie jedes Jahr. Tigers, Ambri, Lakers und Biel unter dem Strich. Also eine so grosse Verfälschung kann nicht stattfinden ;)

    • Roland Ritter am 02.12.2012 13:22 Report Diesen Beitrag melden

      Ja je

      Richtig. Auch eine Zumutung für die restlichen Ligen und Klubs der Welt, einfach so ein Auffangbecken zu sein. Die ganze Teamhierarchie gerät durcheinander und wenn die Jungs dann mal nen Abgang machen, bleibt im schlimmsten Fall nur die Rumpfhülse einer Mannschaft übrig. Ob den 10-Jahresverträgen über Abermillionen Dollars muss ich allerdings auch den Kopf schütteln. Nur machen das die Klubs ja mit...

    einklappen einklappen
  • Max Ammann am 01.12.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Pro Lockout!

    Naja, ich hab kein Problem damit, wenn die NHL-Spieler eine Weile bei uns mitmischen. Soll mir jetzt keiner mit einer Verfälschung der Rangliste kommen. Selbst wenn es so wäre, nach dieser Saison kommen wieder etwa 10 Jahre ohne NHL-Cracks. Geniessen wir also die für einmal etwas andere Meisterschaft! Diese erstklassigen Spieler machen die Liga immerhin doch schon noch ein wenig spektakulärer als sonst.

  • athc am 01.12.2012 15:29 Report Diesen Beitrag melden

    I love Lockout

    Hoffentlich zeiht sich dieser Streit noch über mehrere Jahre weiter. Die aktuelle NLA Saison ist die Beste aller Zeiten. Die Stars aus Übersee machen aus jedem Spiel ein Spektakel. Tavares, Seguin, Zetterberg... Topstars der besten Sportart der Welt, so nahe erleben. Auf schweizer Eis. Wir leben im Moment einen Hockey-Traum.

  • Go Flames Go am 01.12.2012 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja....

    Es geht in diesem Theater schon lange nicht mehr, sondern bloss noch um das eigene Ego! Ich hoffe inständig, dass Liga-Boss Bettman demnächst den Hut nehmen muss! Der bereitet der Liga nichts als Probleme!

    • Celticbhoy am 01.12.2012 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Tja..

      Wie's aussieht sind die Teambesitzer am längeren Hebel und der leidige D. Fehr wird die Segel streichen müssen. So kommen wir doch noch zu einer verkürzten Saison. C'mon the Hawks!

    einklappen einklappen
ZSC-Lions-TV
Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen