91. Spengler-Cup

30. Dezember 2017 22:39; Akt: 31.12.2017 07:19 Print

Schweiz gewinnt die Eishockey-Show

Im zweiten Halbfinal des Davoser Turniers verliert der Gastgeber gegen die Nationalmannschaft hoch. Im letzten Drittel ist den Bündnern die Luft ausgegangen.

Die Schweizer deklassierten den HCD gleich mit 8:3. (Video: Tamedia/AP)
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Das Spengler-Cup-Duell zwischen dem HC Davos und der Schweizer Nationalmannschaft hielt, was es versprochen hatte. Die Schweiz gewann das Spektakel-Spiel 8:3. Die Schweizer treffen am Silvestermittag auf das Team Canada.

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36 Minuten lang blieb die Überraschung für den HC Davos in greifbarer Nähe. Das Team von Arno Del Curto führte nach einem blitzsauberen Powerplay-Tor von Magnus Nygren 3:2. Davos agierte bis zu diesem Zeitpunkt. Der HCD investierte mehr ins Spiel. Die Bündner erspielten sich auch die besseren Torchancen. Dann stellten 117 Sekunden alles auf den Kopf.

Schweizer Doppelschläge

48 Sekunden nach dem dritten Davoser Goal gelang den Schweizern mit einem nicht scharfen, aber abgelenkten Schuss der 3:3-Ausgleich. Fabrice Herzog wurde das Tor gutgeschrieben. Und nur weitere 29 Sekunden später brachte Verteidiger Dominik Schlumpf per Slapshot aus der Halbdistanz die Schweizer zum dritten Mal im Spiel in Führung.

Dieser Schweizer Doppelschlag war die letzte und entscheidende Wendung in diesem Spiel, welches fürs Schweizer Hockey primär beste Werbung bot. Das mehr als vorentscheidende 5:3 markierte mit Eric Blum wieder ein Verteidiger nach nur 48 Sekunden im Schlussabschnitt – es war das erste Schweizer Powerplay-Tor in Davos bei der zwölften Überzahlchance. Davos resignierte. Nur drei Minuten später stand es schon 7:3.

Goalie als Differenz

Das am Ende krasse Skore von 8:3 widerspiegelte die Kräfteverhältnisse nicht gut. Am Ende war es wie so oft im Eishockey: Primär der bessere Goalie entschied die Partie. Gilles Senn hatte gegen Leonardo Genoni keine Chance. Genoni hexte in der ersten Spielhälfte und sorgte dafür, dass die Schweiz nur während 48 Sekunden zurücklag. Senn dagegen sah bei mehr als einem Gegentor nicht gut aus. Bei Vincent Praplans 2:1 nach elf Minuten fälschte er einen Schuss von hinter dem Goal ins eigene Netz ab. Senn vermochte seinen HCD nicht im Spiel zu halten. Zwei Gegentore weniger in den ersten 41 Minuten, und die Beine hätten die Davoser noch weit getragen.

So aber bedeutete Eric Blums 5:3 Lichterlöschen. Und deshalb fehlte am Ende das «Finale Furioso», der einzige Makel bei dieser spektakulären «Hockey Night in Switzerland».

Show made in Switzerland

Der Abend, oder besser: die Show, begann mit der Verabschiedung und Würdigung des diesen Herbst zurückgetretenen Mark Streit. Es folgte ein äusserst spektakulärer erster Abschnitt, in dem das Spiel für die Schweizer Nationalmannschaft lief, Davos aber zweimal weniger als eine Minute nach einem Gegentor wieder ausgleichen konnte.

Am Ende lamentierte Davos. Natürlich hatte die brutalste Niederlage am Spengler Cup seit Dezember 1989 (3:9 gegen die USA Selects) - der Saison, als der HC Davos in die NLB abstieg - logische Gründe. Die Liste der Verletzten im Bündnerland ist lang. Einige Akteure spielten angeschlagen, weil sie das Spiel der Spiele nicht verpassen wollten, beispielsweise Félicien Du Bois, der am Freitag vier Zähne verlor, die wieder eingesetzt wurden, wobei zwei aber von neuem gezogen werden müssen. Auf Gregory Sciaroni verzichtete Arno Del Curto aus freien Stücken, weil sich Sciaroni in den letzten beiden Jahren jeweils am 30. Dezember im Spengler-Cup-Halbfinal schwer verletzt hatte (an der Hand 2015 und Hirnerschütterung 2016). Ausserdem bestritt Davos gegen die Schweiz bereits das vierte Spiel innerhalb von 72 Stunden.

Schweiz - Davos 8:3 (2:2, 2:1, 4:0)

Davos. - 6300 Zuschauer (ausverkauft). - SR Salonen/Stricker (FIN/SUI), Borga/Kaderli (SUI). - Tore: 9. (8:05) Hollenstein (Cunti) 1:0. 9. (8:40) Kousal (Sallinen) 1:1. 12. (11:08) Praplan 2:1. 13. (12:03) Buck (Dino Wieser, Kessler) 2:2. 36. (35:20) Nygren (Kousal, Sallinen/Ausschluss Richard) 2:3. 37. (36:08) Fora (Herzog, Vermin) 3:3. 37. (36:37) Schlumpf (Cunti, Hollenstein) 4:3. 41. (40:48) Blum (Praplan, Hollenstein/Ausschluss Kousal) 5:3. 44. (43:27) Schäppi (Scherwey, Fora) 6:3. 44. (43:46) Richard (Martschini, Hofmann) 7:3. 49. Hofmann (Martschini, Richard) 8:3. - 2mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3mal 2 Minuten gegen Davos.

Schweiz: Genoni; Geering, Diaz; Schlumpf, Blum; Fora, Genazzi; Sutter, Kreis; Praplan, Cunti, Hollenstein; Hofmann, Richard, Martschini; Suter, Herzog, Vermin; Schäppi, Bodenmann, Scherwey.

Davos: Senn; Lofquist, Nygren; Schneeberger, Paschoud; Heldner, Jung; Aeschlimann, Du Bois; Kousal, Morin, Sallinen; Kessler, Dino Wieser, Buck; Little, Marc Wieser, Johansson; Ambühl, Simion, Corvi.

Bemerkungen: Schweiz ohne Boltshauser (Ersatztorhüter), Fazzini, Rathgeb, Rod, Brunner. Davos ohne Senn (Ersatztorhüter), Lindgren, Rödin, Jörg, Walser (alle verletzt), Sciaroni, Walser, Grossniklaus, Kindschi und Egli (alle überzählig). - 21. Pfostenschuss Diaz. 49. Timeout Davos.

(fal/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • And1 am 30.12.2017 22:50 Report Diesen Beitrag melden

    Hopp Schwiiz

    HCD super Aufbaugegner vielen Dank.

  • Henry am 30.12.2017 23:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterhaltsam

    Starke Leistung von Davos in den ersten 40 Minuten, danach fehlte die Kraft. Die Nationalmannschaft spielte nicht berauschend. Einige Spieler werden wohl noch ausscheiden. Überragent Blum und Holenstein. Morgen wird man mehr sehen was die Mannschaft drauf hat.

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  • Julius am 30.12.2017 22:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ungleiche Voraussetzungen

    Wenn die Schweiz nicht gewinnt wären dies ja auch nicht die besten Spieler. Mit anderen Worten ist ja klar wer ins Final kommen sollte...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tavares am 31.12.2017 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nati nicht überzeugend

    Wenn man der Nati gegen einen entkräfteten HCD zuschaut, wird es einem Angst und Bange. Auch wenn sie nicht in Bestbesetzung antrat. Moser, Ambühl, Haas & Rüfenacht fehlen offenbar extrem.

  • Der Denker am 31.12.2017 09:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das wars eben bis zum nächsten Mal

    Man müsste die Nati gewinnen lassen, damit sie das Gesicht nicht verlieren. So toll spielte die Nati auch nicht. Goalie Senn war auch schon besser. Eben alles etwas viel in wenigen Stunden. Die Spieler sind ja noch keine Roboter.

  • Sur-Sur am 31.12.2017 07:28 Report Diesen Beitrag melden

    Keine 40 Minuten gut

    Ok, das erste Drittel ging für den HCD mit dem 2:2 in Ordnung. Ab der 21. Minute folgte dann das ganz grosse Gäääähnen für die Zuschauer. In der 36. Minute dann überraschend das 3:2 für Davos, worauf die Nati-Spieler endlich aus IDLE-MODUS erwachte und prompt mit 2 Toren antwortete. Am Ende des Spiels stand es 8:3, der HC Davos war deklassiert. Hier von einer guten Leistung oder gar Überlegenheit des HCD zu sprechen, mag für seine Fans zwar tröstlich klingen, Fakt aber ist: Statt dem Hockey-Fest wurde den ent-täuschten Zuschauern die momentane Schwäche des HCD dramatisch vor Augen geführt.

  • Mr. Sheep am 30.12.2017 23:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Spiel

    War ein schönes Spiel gewesen.

    • Sur-Sur am 31.12.2017 07:47 Report Diesen Beitrag melden

      Es wÄre ein schönes Spiel gewesen,wenn..

      Aber Schönheit liegt bekanntlich im Auge des Betrachters.

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  • Lieber U20-WM am 30.12.2017 23:15 Report Diesen Beitrag melden

    Lief etwas anders

    Okay, ich gebe zu das Spiel lief nicht so wie ich es gestern dachte. Kein Penaltyschiessen damit die Zusachauer Action hatten aber immerhin offensichtlich ein einseitiges Schlussdrittel. Ich habs nicht gesehen. Schaute die U20-WM-

    • Pitri am 30.12.2017 23:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lieber U20-WM

      ja dann hoffe ich für dich dass du die Schweizer U20 Niederlage gegen Schweden gut veraftet hast. Ich habe ein tolles Spiel zwischen dem HCD und der "grossen" CH-Nati Ü20 gesehen.

    • Iceman29 am 30.12.2017 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Pitri

      aber an der WM gehts um etwas

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