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Chronische Verletzung
22. Februar 2013 11:34; Akt: 22.02.2013 12:23 Print
Das linke Knie kostet Streit die WM
von Klaus Zaugg, Montréal - Mark Streit kämpft seit November mit Knieproblemen. Sie werden bis Saisonende nicht heilen. Die WM fällt ins Wasser - dafür winkt eine Vertragsverlängerung bei den Islanders.
In normalen Zeiten steht Mark Streit (35) nach dem Spiel den Reporterinnen und Reportern in der Kabine Red und Antwort. So wie es in der NHL Brauch und Recht ist. Doch nach dem grossen Sieg gegen die Canadiens (4:3 n.V.) fehlt er. Es dauert fast 20 Minuten, bis er aus einem der Kabinen-Nebenräume auftaucht. Er trägt am rechten Wadenbein und am linken Knie Eisbeutel. Und sagt gegenüber 20 Minuten Online erstmals, was ihn plagt.
Bildstrecken Streit beendet Durststrecke, Diaz und Josi siegen ebenfallsWechselgerüchte um Mark StreitSchweizer in der NHL 2012/2013Es ist eine chronische Verletzung am linken Knie, die er sich im November während seines Nationalmannschafts-Einsatzes beim Operetten-Turnier in Arosa im Spiel gegen Weissrussland zugezogen hat. Und die von den New York Islanders geheim gehalten wird. «Der Schoner ist verrutscht und ich habe mein Knie auf dem Eis aufgeschlagen. Dabei habe ich eine Knochenprellung erlitten. Es tat so weh, dass ich das Turnier nur mit Schmerzmitteln fortsetzen konnte. Es ist eine Verletzung, die während dieser Saison nicht mehr heilt. Sobald ich im Training und im Spiel warmgelaufen bin, spüre ich nichts mehr. Aber vor allem nachts kommen die Schmerzen.»
«Ich spiele gerne für die Schweiz»
Damit ist auch klar, dass Nationaltrainer Sean Simpson bei der WM in Stockholm nicht mit Mark Streit rechnen kann. Der ehemalige SCB-Junior mag zwar jetzt nicht offiziell die WM absagen – zumal er ja immer noch Chancen hat, mit den Islanders die Playoffs zu erreichen – aber seine Aussage ist klar: «Ich spiele immer sehr gerne für die Schweiz. Aber ein WM-Einsatz macht nur Sinn, wenn ich in entsprechender körperlicher Verfassung bin. Vor allem auch, weil das Spiel auf dem grossen Eisfeld noch grösseren läuferischen Einsatz erfordert.» Nach der Saison muss Mark Streit erst seine chronische Knieverletzung ausheilen lassen.
Gegen die Canadiens, den Tabellenführer der Ost-Konferenz, haben die Islanders ein 0:2 und 1:3 aufgeholt und schliesslich in der Verlängerung 4:3 gewonnen. Ein grosser, ein wichtiger Sieg, der die Playoff-Hoffnungen auch nach Wochen der Krise am Leben erhält. «Der Spielplan ist so intensiv, dass jede Mannschaft zwischendurch einen schlechten Tag erwischt. Uns fehlt die Erfahrung, um so eine Baisse zu spüren und die Spielweise an solchen Tagen entsprechend zu vereinfachen.»
Auch das Wadenbein schmerzt
Doch nicht nur das Knie schmerzte. Nach dem Spiel gegen die Canadiens hatte Mark Streit auch einen Eisbeutel am rechten Wadenbein. «Ich bin im Powerplay von einem Direktschuss von John Tavares hinten an der Wade getroffen worden. Das tut zwar weh, ist aber weiter nicht schlimm.» Und er sagt, es gebe bei so vielen Partien im Moment ja kaum einen Spieler, den nicht irgendwelche Blessuren plagen.
Mark Streit legt gegenüber 20 Minuten Online auch seine Vertragssituation erstmals offen. Er bestätigt, was bisher nur Gerücht war: «Ja, mein Agent verhandelt mit den Islanders über eine vorzeitige Vertragsverlängerung.» Mark Streits Kontrakt (4,10 Millionen Jahresgehalt) läuft nach der Saison aus. Er kann dann wechseln, wohin er will und ein neuer Arbeitgeber muss den Islanders keine Kompensation bezahlen.
Streit wünscht sich neuen Vierjahresvertrag
Die Reglemente erlauben den Islanders als einzigem Team, jetzt mit Mark Streit bzw. dessen Agenten Pat Brisson zu verhandeln und den Vertrag vorzeitig zu verlängern. «Ich warte auf eine konkrete Offerte», sagt Mark Streit. Das Ziel sei ein Dreijahresvertrag. «Und vielleicht gibt es ja sogar ein viertes Jahr dazu.»
Das Geld sei bei der Zukunftsplanung nicht der wichtigste Faktor. «Ich muss mich auch wohl fühlen. Und das ist bei den Islanders der Fall.» Wie viel Jahreslohn erwartet er im neuen Vertrag? Er schmunzelt: «Ich verdiene jetzt etwas mehr als vier Millionen Dollar und gehörte in jedem Vertragsjahr zu den fünf punktbesten Verteidigern in der NHL. Sie können sich ja erkundigen, welchen Marktwert so ein Spieler hat.»
Bei diesen Voraussetzungen müssten eigentlich mindestens drei Jahre mit gut drei Millionen, insgesamt also rund 10 Millionen Dollar drin liegen. «Wie gesagt, das Geld ist nicht der alles entscheidende Faktor», sagt Mark Streit. «Ich will in erster Linie an einem Ort spielen, wo es mir gefällt. Ich führe ja nicht einen aufwändigen Lebensstil…»
Streit kriegt Hilfe aus der KHL
Den Islanders fehlen nach wie vor drei Punkte auf den Playoff-Strich, die Qualifikation wäre eine Sensation. Aber «die Miserablen» kommen langsam wieder auf die Beine. Der Zuzug von Offensiv-Verteidiger Lubomir Wisnowski (36) – er kam aus der KHL – ist eine enorme Entlastung für Mark Streit. Der Slowake ist ein ähnlicher Spielertyp wie der Schweizer und hatte gegen die Canadiens mit 28:05 Minuten sogar mehr Eiszeit als Streit (26:35).
«Er ist für uns enorm wichtig und macht unser Powerplay besser. Vorher war ich der Schütze von der blauen Linie, die Gegner konzentrierten sich darauf, meine Schüsse zu blockieren. Nun haben wir mit ihm einen zweiten Verteidiger, der von der blauen Linie sehr gut schiesst.» Der so wichtige Anschlusstreffer zum 2:1 war ein Tor, das Streit und Wisnowski an der blauen Linie vorbereitet haben.
Lubomir Wisnowski hat jetzt in sieben Spielen bereits fünf Assists erzielt und könnte am Ende der Saison vor Mark Streit (bisher 17 Spiele/8 Punkte) der beste Verteidiger der Islanders sein. Allerdings hat er bei weitem nicht das Charisma von Mark Streit.
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Alle 11 Kommentare

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weiterspritzen
jetzt kann er mit schmerzmitteln spielen, dann soll er diese 3 wochen auch noch schmerzmittel spritzen...
Na und?
Wer braucht Streit? Wenn man sich seine Statistiken der letzten WM anschaut, stellt man fest, dass er statistisch der schlechteste Verteidiger der Mannschaft war. Und auch das, was ich von ihm sah, überzeugte nicht. Von mir aus ist er völlig überbewertet! Kein Verlust für die Schweiz!
wm??
dass mark streit wieder einen grund findet, nicht an die grümpi wm zu müssen, ist verständlich. schliesslich gehts bei ihm um 2-3 jahre nhl hockey. da kann er sich es nicht leisten, bei dieser gugusli wm turnier seine gesundheit zu riskieren. das zeigt doch auch, was die wm für einen stellenwert hat im hockey... nämlich keinen. zum glück gibts dafür gutes klubhockey.