Wie weiter?

04. Dezember 2012 17:50; Akt: 04.12.2012 18:02 Print

Das passiert bei einem Konkurs von Sierre

von Klaus Zaugg - Sobald der Konkurs über den HC Sierre offiziell eröffnet ist, wird Sierre aus der NLB ausgeschlossen und in die 4. Liga relegiert. Doch damit nicht genug.

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Wie weiter mit Sierre?

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Die Lichter gehen bei Sierre erst dann aus, wenn der Konkurs offiziell eröffnet wird. Im Falle eines Konkurs-Aufschubes oder einer Nachlassstundung darf Sierre weiterhin in der NLB mitspielen. Die Liga kann schon aus rechtlichen Gründen Sierre vorher nicht aus der Meisterschaft ausschliessen – ein Ausschluss käme ja einer «Betriebsstillegung» gleich. Liga-Geschäftsführer Patrick Reber sagt gegenüber 20 Minuten Online. «Wir schliessen Sierre erst dann aus der Meisterschaft aus, wenn der Konkurs offiziell eröffnet worden ist.»

Das Szenario im Falle einer offiziellen Konkurs-Eröffnung kennt die Liga schon durch den Fälle Forward-Morges und Young Sprinters Neuenburg.

*** Die Partien der zwei ersten Runden bleiben im Klassement. Also die Partien, bei denen es gegen alle Teams je ein Hin- und Rückspiel gegeben hat. Alle übrigen Partien werden gestrichen.

*** Der Spielplan wird nicht geändert. Die Teams, die eigentlich gegen Sierre spielen wollten, bekommen einen freien Abend.

*** Die Spieler sind ab Konkurseröffnung berechtigt, einen neuen Arbeitgeber zu suchen.

Der Konkursrichter bzw. die Stelle, die den Konkurs durchzuführen hat, wird vorübergehend im Sportmanagement tätig sein. Die Ausbildungsentschädigungen für Spieler, auf die der HC Sierre Anspruch hat, gehen auf andere Klubs über. Weil ja der HC Sierre nicht mehr existiert. Stark vereinfach gesagt: Diese Rechte auf die Ausbildungsentschädigung können von anderen Klubs käuflich erworben werden, die Entschädigung dafür geht in die Konkurskasse.

Der HC Sierre kann neu gegründet werden, muss aber in der 4. Liga beginnen. Theoretisch ist möglich, dass die Regionalliga Sierre den Neustart in einer höheren Liga (maximal in der 1. Liga) bewilligt. Doch dafür braucht es das Einverständnis aller Regionalligaclubs. Diese Variante ist daher unwahrscheinlich.

Als Superstar Lemaire bei Sierre spielte

Der HC Sierre ist 1933 gegründet worden. Der grösste Erfolg: Vizemeister, fünf Punkte hinter Meister La Chaux-de-Fonds in der Saison 1972/73. Zuletzt spielte Sierre in der Saison 1990/91 in der NLA und verpasste den Ligaerhalt als Aufsteiger nach 36 Qualifikationsrunden nur um einen einzigen Punkt.

Die grössten Schlagzeilen schrieben die Walliser in der NLB. Sie holten für zwei Saisons (1979/80 und 1980/81) Jacques Lemaire als Spielertrainer. Lemaire hatte soeben mit den Montréal Canadiens den Stanley Cup gewonnen und war Playoff-Topskorer. Doch er schlug eine Vertragsofferte von Montreal aus um für zwei Jahre und 70'000 Dollar netto pro Saison in Sierre zu spielen. In zwei Anläufen schaffte Sierre auch mit Lemaire den Aufstieg nicht.

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