Nach Lockout

16. September 2012 10:10; Akt: 16.09.2012 13:24 Print

Davos und Bern setzen auf NHL-Stars

von Klaus Zaugg - Die NHL sperrt ihre Spieler aus - die Schweizer Clubs freuts. Der HCD spielt möglicherweise schon am Freitag mit Joe Thornton und Rick Nash. Der SCB wartet auf Zusagen von Roman Josi und Mark Streit.

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Thornton, Nash und Josi kommen möglicherweise bald in die Schweiz - Lockout sei dank.

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Nun ist es offiziell: Die NHL-Saison beginnt nicht pünktlich. Um 23.59 Uhr New Yorker Zeit ist der Gesamtarbeitsvertrag zwischen der NHL und der Spielergewerkschaft (NHLPA) ausgelaufen. Die Liga hat die Spieler vom Spielbetrieb ausgeschlossen (Lockout). Damit sind die Spieler mit Einwegverträgen in einem vertragslosen Zustand und können tun und lassen, was sie wollen. Ganz zur Freude der Schweizer Clubs.

HCD-Präsident Gaudenz Domenig hatte gegenüber 20 Minuten Online früh angekündigt, dass Joe Thornton und Rick Nash im Falle eines Lockouts wieder nach Davos kommen. Nun bestätigt er: «Ja, wir gehen davon aus, dass beide wieder für uns spielen. Wir waren in den letzten Tagen mit beiden im Gespräch.» Nun gehe es darum, die letzten Details auszuhandeln. «Ich schliesse nicht aus, dass wir bald eine Einigung erzielen und beide schon am Wochenende für uns spielen.»

Ausserhalb des Budgets finanziert

Das Hauptproblem ist die Versicherung des Lohnes. Anders als in der Schweiz wird nicht der Lohn versichert. Sondern die Gesamtsumme des Vertrages. Bei Rick Nash (vier weitere Jahre bei den Rangers) sind dies 31,90 Millionen Dollar. Bei Joe Thornton (noch zwei Jahre in San José) «nur» 13 Millionen. Der HCD-Präsident sagt, die Versicherungsprämie koste jedoch weniger als eine Million. «Wir finanzieren beide ausserhalb des Budgets.» Will heissen: Der «Kristallclub» kommt für die Kosten auf.

Joe Thornton (339 und Rick Nash (28) haben in ihrer ganzen Karriere nur mit dem HC Davos (2004/05) eine Meisterschaft gewonnen.
Nino Niederreiter (20) kommt hingegen gemäss Gaudenz Domenig nicht nach Davos. Er wird für das Farmteam der New York Islanders spielen.

SC Bern mit Prioritätenliste

Auch SCB-General Marc Lüthi hatte es gegenüber 20 Minuten Online angekündigt: «Beginnt die NHL-Saison nicht, dann werden wir NHL-Stars holen. Das sind wir unseren Zuschauern schuldig.»

Nun setzt SCB-Sportchef Sven Leuenberger dieses Vorhaben um – mit einer Prioritätenliste: Nummer 1 ist Roman Josi, Nummer 2 Mark Streit. Leuenberger sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Wir haben mit Roman Josi einen Vertrag, dass er bei einer Rückkehr in die Schweiz bei uns spielen muss bzw. wir ihn bei uns spielen lassen müssen. Sagt er zu, dann spielt er für uns.»

Mark Streit wird entweder für den SC Bern oder die ZSC Lions spielen. Leuenberger sagt: «So hat uns Mark informiert. Sobald ich weiss, ob Josi kommt, weiss ich auch, ob unser Budget noch für Mark Streit reicht.»

Weber steht an dritter Stelle

Schliesslich und endlich ist auch noch der dritte NHL-Berner auf der Liste: Yannick Weber. Er wäre nach einer Absage von Josi und Streit ein Thema. Josi, Streit und Weber befinden sich zur Zeit bereits in Nordamerika.

Und warum kommt Daniel Brière nicht zurück, der die Berner während des letzten Lockouts verzückt hat? Sven Leuenberger sagt, er habe mit Brière gesprochen. Aber Josi und Streit hätten Priorität und zudem müsste bei Brière die gesamte Vertragssumme (noch 12 Millionen Dollar bei Philadelphia) versichert werden.

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