Lockout geht weiter

30. November 2012 07:22; Akt: 30.11.2012 07:39 Print

Ein Schritt näher an der Absage der NHL-Saison

von Klaus Zaugg - Auch die Schlichtungsstelle konnte im NHL-Streit nicht helfen. Jetzt rückt die Absage der NHL-Saison in bedrohliche Nähe und phantastische Gerüchte um Sidney Crosby schiessen ins Kraut.

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Vancouvers Keeper verstärkte während dem Lockout Ambri-Piotta, bestritt aber am Wochenende vom 5./6. Januar genauso wie alle anderen noch in der Schweiz spielenden NHL-Stars seine letzten Partien. Der kanadische Jungstar von den Colorado Avalanche stiess am 9. Dezember zu Ambri und verliess die Leventiner am 7. Januar wieder. Der Center der Ottawa Senators spielte während dem Lockout für die Rapperswil-Jona Lakers. Am 3. Januar 2013 flog er zurück in die Heimat, in der Hoffnung, dass die NHL den Spielbetrieb in dieser Saison doch noch aufnimmt. Womit er wenige Tage später recht erhielt. Der Stürmer der Boston Bruins lief bis am 31. Dezember für den EHC Biel auf. Nach der Spengler-Cup-Teilnahme mit dem Team Canada kehrte er in seine Heimat zurück. Der Kanadier kam von den Boston Bruins zum HC Lugano. Er verliess den Verein zum Jahreswechsel wieder. Davos nahm am 4. Dezember den 27-jährigen Schweden von den Dallas Stars unter Vertrag. Er war in der letzten Saison der erfolgreichste Skorer seines Teams. Der Captain von Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings spielte für die ZSC Lions. Der Stürmer der Montreal Canadiens lief während der Lockout-Zeit für Fribourg-Gottéron auf. Der New-York-Rangers-Akteur gab ein Gastspiel bei den Lakers, reiste aber bereits Mitte Dezember wieder ab. Die Nummer 88 von den Chicago Blackhawks verstärkte während des Lockouts den EHC Biel. (vorne) Der Erstrundendraft von 2007 hatte zu Beginn des Lockouts bei Ambri einen kurzen Auftritt. Nach nicht einmal drei Wochen reiste der Stürmer der Montreal Canadiens wieder ab. Angeblich wegen einer Ellenbogen-Entzündung. Der Goalgetter der Detroit Red Wings sorgte beim EV Zug für Furore. Der Teamkollege von Mark Streit bei den New York Islanders stürmte während des Lockouts beim SC Bern. Tavares war in der letzten NHL-Saison achtbester Skorer der Liga. Der Center der Washington Capitals spielte für die Kloten Flyers. Wegen Adduktorenproblemen reiste er aber bereits vor dem Lockout-Ende zweimal in die USA. Der Kanadier gehört seit sechs Jahren zum Stamm der Washington Capitals. Der Stürmer der Buffalo Sabres wurde von den SCL Tigers verpflichtet. Er reiste Ende November für medizinische Abklärungen vorerst zurück nach Nordamerika reisen - und kam auch nicht mehr zurück. Der Verteidiger der Minnesota Wild wurde während dem Lockout ebenfalls von den SCL Tigers verpflichtet. Und auch er musste Ende November für medizinische Abklärungen zurück in die USA reisen. Zurück kam er nicht mehr. Der Ur-Berner von den Nashville Predators spielte während dem Lockout beim SC Bern. Der Kanadier (vorne) gab ein Gastspiel beim HC Genf-Servette. In der NHL spielt der Center für die San Jose Sharks. Anfangs Dezember reiste er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurück. Der Verteidiger der New York Islanders lief während des NHL-Lockouts für den SC Bern auf. Wie bereits beim letzten NHL-Lockout lief der Center der San Jose Sharks für den HC Davos auf. Auch der zweite «NHL-Davoser» vom Lockout 2005 kehrte zum HCD zurück. Der Verteidiger der Montreal Canadiens verstärkte für die Dauer des Lockouts den HC Genf-Servette. Der Stürmer, der mit den Detroit Red Wings in seine erste NHL-Saison starten wollte, spielte wie die vier Saisons zuvor beim EVZ. Der Ducks-Verteidiger verstärkte den HC Lugano. Der Verteidiger der Montreal Canadians kehrte während dem Lockout zum EV Zug zurück. Bereits bevor er sein Glück in der nordamerikanischen Ferne gesucht und gefunden hat, war Diaz bei den Innerschweizern acht Jahre lang unter Vertrag. Der Nashville-Predators-Spieler verstärkte Red Ice Martigny für knapp einen Monat. Nach dem Abgang von Hörnqvist sicherte sich Martigny die Dienste des Boston-Bruins-Akteurs. (r.) Der Däne spielte für den NLB-Klub Langenthal. Er steht seit 2008 bei den Ottawa Senators unter Vertrag.

Diese NHL-Stars spielen während des Lockouts in der Schweiz.

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Am Donnerstag um 16.00 Uhr sind die Lichter vorerst ausgegangen. Die NHL und die Spielergewerkschaft bestätigten, dass der Einigungsversuch der staatlichen Schlichtungsstelle nach zwei Tagen gescheitert ist und bis auf Weiteres keine Verhandlungen mehr stattfinden. Um die verfahrene Situation zu retten, hatten sich beide Parteien bereit erklärt, die unabhängige amerikanische staatliche Schlichtungsstelle (U.S. Federal Mediation and Conciliation Service) beizuziehen (20 Minuten Online berichtete).

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Gescheitert sind die Gespräche, weil es inzwischen eine ganz grundsätzliche Differenz gibt: Die Liga will, weil wegen des Schadens durch den Lockout nächste Saison nicht mehr der gleiche Gesamtumsatz (3,3 Milliarden Dollar) zu erwarten ist, die Spielersaläre an die Gesamteinnahmen koppeln. Die Spielergewerkschaft lehnt das rundweg ab und verlangt bedingungslos garantierte Verträge.

Keiner weiss, wie weiter

Was nun? Niemand hat einen konkreten Vorschlag. Die vorerst letzte minimale Hoffnung ist ein Meeting der NHL-Teambesitzer am nächsten Mittwoch in New York. Inzwischen wird bereits die Forderung erhoben, die Spielergewerkschaft bzw. die Spieler sollten die NHL vor Gericht auf der Basis des «Antitrustgesetzes» («Wettbewerbsgesetz») verklagen und Schadenersatz für die durch die abgesagten Spiele erlittenen Verluste fordern. Das Resultat eines solchen Schrittes wäre das Chaos.

Die Ratlosigkeit ist inzwischen so gross, dass die angesehene kanadische Zeitung «Toronto Sun» allen Ernstes in Aussicht stellt, Sidney Crosby werde bald in die NLA wechseln und ihren Lesern erzählt, es sei sehr wahrscheinlich, dass Crosby bei den ZSC Lions, dem HC Lugano oder dem SC Bern spielen werde. Diese drei Klubs seien dazu in der Lage, die Versicherungsprämie von 200'000 Dollar im Monat zu bezahlen. Sidney Crosby wolle lieber in die NLA als in die russische KHL.

Wer kann Crosby bezahlen?

Nur ist noch nicht ganz sicher, ob irgend ein Manager oder Mäzen bei uns den Verstand verliert und im Monat 200'000 Dollar Versicherungsprämien für einen Spieler zahlt, der in den letzten zwei Saisons wegen Verletzungen (vor allem Gehirnerschütterungen) gerade noch 63 von 164 NHL-Qualifikationsspielen bestritten hat. Aber vielleicht kann ja der kanadische Hockeyverband («Hockey Canada») wenigstens eine Versicherung für den Spengler Cup organisieren – dann könnte Sidney Crosby mit Team Canada wenigstens den Spengler Cup bestreiten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • G. Retzky am 30.11.2012 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papperlapapp

    Würde mich überraschen wenn er kommt. Rational gesehen ist es jenseits von Gut und Böse, lohnt sich weder sportlich noch finanziell. Selbst aus emotionaler Sicht dürfte kaum jemand so Dumm sein diese Summe aufzubringen. Er hat natürlich das Problem dass er Praxis braucht - wir werden sehen.

  • EddietheEagle am 30.11.2012 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Selbst bezahlen!

    Naja, wenn Crosby soviel daran liegen würde, in einer Gurkenliga Hockey zu spielen, dann würde er seine Versicherungssumme selbst bezahlen oder zumindest einen grossen Teil davon.

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  • Lecavalier am 30.11.2012 09:03 Report Diesen Beitrag melden

    Nur für Klubs mit Milliardärs-Mäzen

    Na ja, die Verpflichtung von Crosby wäre eher etwas für Klubs mit einem Milliardär im Rücken, der seinen Milliardärskollegen mal zeigen will, was eine Harke ist. Mr. Gaydoul muss sich diese Saison wohl anstandshalber noch etwas zurückhalten, er oder Walti Frey (ZSC) oder Mr. Rhis bei Rappi könnten aber schon, wenn sie wollten. Und bei Servette stünden auch ein paar grosszügige Mäzen im Hintergrund, denn mit einem Zuschauerschnitt zwischen 6000 + 7000 finanziert nicht einmal Zampano McSorley seine teure Truppe.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ralph am 01.12.2012 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    Spannend machen

    Er soll doch mit schneider zu ambri gehen, dann hätten diese noch eine minime chance!! Und die besten FANS der Liga sind auch dort. Ich und viele andere mussten auf den Treppen sitzen, da das Stadion schon ausverkauft war gegen Lugano.

  • brügger am 30.11.2012 21:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tigerli

    die tigers haben ja immer so grosszügige privat spinsoren!! also ennis und spurgeon im tausch mit crosby!!!!

  • Afrikaner am 30.11.2012 11:52 Report Diesen Beitrag melden

    Viele haben gar nichts

    Eigentlich lächerlich dass sich Millionäre mit Billionären um Anteil -%ntchen streiten. Bei der sonst riesigen Armut auf dieser Kugel

    • raph am 01.12.2012 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      % von billionen

      ist halt nicht gerade wenig, weisst du ;)

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  • Rick Balmer, Interlaken am 30.11.2012 11:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine Ahnung

    Welche die schreiben das die NLA eine Gurkenliga sei und sonstiges, haben keine Ahnung von Eishockey. Wenn Stars wie Spezza, Thornton, Nash, Seguin, Kane, Zetterberg oder Bergeron in die Schweiz kommen, heisst das für mich, das die Liga sehr gut sein muss. Was genau diese NHL Stars auch bestätigen. Wenn die finnische SM-Liiga so stark sein sollte, warum will den auch ein Saku Koivu und Oli Jokinen in die NLA wechseln?!!! Die NLA ist nach der NHL, KHL die stärkste Liga. Technisch und läuferisch kann die NLA mit der NHL locker mithalten. Nicht unsere Liga schlechter machen als sie ist. Übrigens schaue ich in Live Streams auch viele Spiele der Elitserien aus Schweden. Auch diese ist vom Tempo her langsamer und bestimmt nicht besser als unsrige Liga. Wenn man keine Ahnung hat, .......

    • pippi langstrumpf am 30.11.2012 17:27 Report Diesen Beitrag melden

      gibt auch andere aspekte

      die Rangliste der Ligen so aus: 1. Russland 2.schweden 3.finnland 4.schweiz/tschechien . es gibt halt auch andere aspekte zu berücksichtigen. z.b. steruen und Geld. keine Ahnung, wieviel die Teams allgemein für die NHL Spieler hinblechen, den gibt auch spieler überall bei denen nur versicherungprämien und unterhalt zahlen muss. aber rein statistisch gesehen wird in der schweiz die 3. Höchsten löhne in Eurasien gezahlt (nach khl und schweden) und die steuern sind hier am niedrigsten.

    • Basler Joe am 30.11.2012 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Inzwischen haben dies auch die Schweden erkannt und kommen auch gerne!

    • Franz Heinzer am 30.11.2012 18:10 Report Diesen Beitrag melden

      Finnland

      Ich bin regelmässig in finnland. Die spiele dort sind schneller als unsere... Finnisch nhl spieler wollen nicht oder nur begrenzte zeit in der sm liiga spielen, weil sie steuerliche nachteile haben!

    • Kandidat E am 01.12.2012 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      NHL vs. NLA

      Rick Balmer; ich gebe Dir absolut recht, dass die NLA eine der besten Ligen ist. Aber was das Tempo, sowie die Technik betrifft ist die NHL immer noch sehr viel höher als die NLA. Das sieht man ja jetzt 1:1 wenn die Lockout Spieler auf dem Schweizer Eis ihr Können zeigen. Der einzige Punkt, indem wir mit der NHL mind. gleich auf sind ist der Kampfwille.

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  • G. Retzky am 30.11.2012 11:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Papperlapapp

    Würde mich überraschen wenn er kommt. Rational gesehen ist es jenseits von Gut und Böse, lohnt sich weder sportlich noch finanziell. Selbst aus emotionaler Sicht dürfte kaum jemand so Dumm sein diese Summe aufzubringen. Er hat natürlich das Problem dass er Praxis braucht - wir werden sehen.

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