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Rechnen beim EHC Biel
01. Februar 2012 08:16; Akt: 01.02.2012 11:10 Print
Genügen bereits drei Siege für die Playoffs?
von Klaus Zaugg - Biel kann aus eigener Kraft die Playoffs schaffen. Die grosse Frage ist: Wie viele Punkte braucht es? Und noch eine Sorge treibt Biels Trainer um: Wann wechselt Reto Berra in die NHL?

Reto Berra will dem EHC Biel die erste Playoff-Qualifikation seit dem Wiederaufstieg sichern. (Bild: Keystone)
Sechs Runden vor Schluss hat Biel drei Punkte Vorsprung auf Servette und den neunten Platz. Aber eigentlich sind es vier Punkte: Bei Punktgleichheit mit Servette schafft es Biel aufgrund der besseren Bilanz aus den sechs Direktbegegnungen mit den Genfern (16:2 Punkte).
Bildstrecken Berra sichert Biel den Sieg P.S. Theoretisch besteht die Möglichkeit, dass Servette und Biel auf Kosten von Lugano oder den ZSC Lions die Playoffs schaffen. Diese Variante ist jedoch so theoretisch, dass wir uns damit erst befassen werden, wenn sie in die Nähe der Wirklichkeit rücken sollte.Die Rechnung der Optimisten: Drei Siege mit drei Punkten aus den sechs letzten Runden bringen Biel auf den achten und letzten Playoffplatz. Drei Siege aus den Partien gegen Kloten (h), Bern (a), Fribourg (A), Ambri (a), Langnau (h) und Davos (h). Das müsste zu schaffen sein. Oder?
Die Realisten, zu denen Trainer und Sportchef Kevin Schläpfer gehört, rechnen anders. Schläpfer sagt es gegenüber 20 Minuten Online so: «Mit vier Dreipunkte-Erfolgen sind wir sicher in den Playoffs. Aber bei drei Siegen kann es knapp werden.» Er glaubt an sein Team, ahnt aber auch, dass am Schluss grandioses Scheitern stehen kann. «So sehr ich daran glaube, dass wir es schaffen – ich muss auch im Auge behalten, was passiert, wenn wir scheitern und in die Playouts verbannt werden sollten. Deshalb thematisiere ich bei meinen Spielern auch dieses Szenario.»
Ein Auge auf die Playouts
Ein Scheitern auf der Zielgeraden würde die Mannschaft in den Grundfesten erschüttern und der Trainer müsste in diesem Falle dazu in der Lage sein, die Kräfte für den Existenzkampf der Playouts sofort mobilisieren zu können. Kevin Schläpfer geht davon aus, dass er den Ligaerhalt schaffen würde. Immerhin hat er ja bereits unter Extrembelastung den Abstieg verhindert und als Nottrainer schon zweimal das siebte Spiel der Liga-Qualifikation gewonnen (2009 und 2010 gegen Lausanne).
Schaffen die Bieler vier Siege in der regulären Spielzeit, dann müsste Servette in fünf der ausstehenden sechs Partien gegen Zug (h), Fribourg (a), Bern (h), Bern (a), Kloten (h) und Zürich (a) drei Punkte plus in einem Spiel noch mindestens einen Punkt holen. Was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zu schaffen ist. Es ist durchaus möglich, dass Biel bereits drei Dreipunkte-Siege reichen werden – so wie die Optimisten rechnen.
Wenn ein Ziel zusätzliche Kräfte freisetzt
Kevin Schläpfer sagt, die Energie der Spieler werde in der Schlussphase der Saison kein Problem sein. Er weiss: Die Aussicht auf die Playoffs verschiebt die Müdigkeitsgrenze, setzt weitere Kräfte frei und führt dazu, dass jeder so spielt, als sei er zehn Kilo schwerer, zehn Zentimeter grösser und zehn Stundenkilometer schneller. Und noch etwas kommt dazu: «Die Nationalmannschaftspause hilft uns zusätzlich und verschafft uns etwas Luft.» Klar ist auch, dass Torhüter Reto Berra beim Schlussspurt der wichtigste Einzelspieler sein wird.
Berra und die NHL
Bei Berra treibt Kevin Schläpfer allerdings eine Sorge um: Was, wenn sein Goalie schon nächste Saison in die NHL wechseln sollte? Zurzeit tendiert allerdings Berras Agent André Rufener dazu, seinem Klienten zu einer weitere Saison in der NLA zu raten: Die Saison 2011/12 bestätigen und erst dann in die NHL. «Für nächste Saison suchen mehrere NHL-Manager nach den besten europäischen Goalies im Alter zwischen 27 und 29 Jahren», erklärt Rufener den aktuellen Trend in Nordamerika. «Es gibt also vom Alter her für Berra keinen Grund zu einem sofortigen Wechsel.» Berra ist am 7. Januar 25 Jahre alt geworden.
Die Strategie des erfahrenen Agenten ist ganz klar: Er wird Reto Berra nur dann zu einem Wechsel in die NHL raten, wenn er vom General Manager die Zusicherung hat, dass Berra mindestens die Nummer zwei wird und nicht ins Farmteam muss. Das bedingt, dass ein General Manager und sein Coach an Berra glauben – so wie das beispielsweise bei Martin Gerber und bei Jonas Hiller in Anaheim der Fall war.
Die Frage nach dem optimalen Zeitpunkt
Reto Berra ist 2006 von St. Louis gedraftet worden (Nr. 106) und gemäss Rufener sind die Rechte nach wie vor bei St. Louis. Dort sind aber alle Torhüterpositionen bis auf weiteres besetzt. Ein anderer NHL-Klub müsste also erst die Rechte an Berra in St. Louis erwerben. Das wäre dann der «Tatbeweis», dass man wirklich an Berra glaubt – und dann wäre ein Transfer in diese NHL-Organisation sinnvoll.
Rufener weiss sehr wohl, wie die NHL-Manager ticken. Er ist nicht nur Inhaber einer NHL-Agentenlizenz. Er hat im Laufe der letzten Jahre bewiesen, dass er wie kein anderer Schweizer das Wesen und Wirken der General Manager in der NHL versteht: Er hat in vier Jahren drei Erstrundendrafts orchestriert (Sbisa, Niederreiter, Bärtschi) und aus Luca Sbisa bereits einen Dollarmillionär gemacht. Damit ist klar: Die Chancen, dass Reto Berra eine weitere Saison in Biel bleibt, sind sehr gross.
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Alle 5 Kommentare































Berra
Ob sie auch damit rechnen dass Berra den Club wechseln könnte?
Berra
Berra hat für nächste Saison bereits unterschrieben. Er kann Biel nur in Richtung NHL verlassen.
Vamos à la Playoffs
Wir schaffen das. Biel gegen denn rest der Liga. Der Ligamafia Verband und Genf haben keine chance.
nicht zu hoch stapeln
Nicht zu hoch stapeln herr Klaus. Man erinnere sich noch an letztes Jahr in welchem Sie keine Möglichkeit Ausgelassen haben über Berra herzuziehen und Ihn permanent als Lottergoalie zu bezeichnen, da er nicht Konstant war. Natürlich wird er noch in der NLA bleiben, denn so ein Jahr muss zuerst bestätigt werden!