Deutschland Cup

09. November 2012 09:18; Akt: 09.11.2012 09:18 Print

Kann Simpson wichtige Spiele noch gewinnen?

von Klaus Zaugg, München - Sean Simpson hat als Klubtrainer grosse Siege gefeiert. Beim Deutschland Cup kämpft er gegen den Ruf, als Nationaltrainer nicht mehr gewinnen zu können.

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Den Schweizern gelingt ein versöhnlicher Turnier-Abschluss. Sie bezwingen die bisher sieglosen Kanadier gleich mit 6:1. Zwar gingen die Ahornblätter in der 8. Minute in Führung, doch danach diktierten die Eisgenossen das Spielgeschehen. Die erste Linie der Schweizer mit Andres Ambühl, Roman Wick und Ryan Gardner erzielte fünf der sechs Schweizer Tore. Deutschland gewinnt gegen die Schweiz 2:0. Damit sind die Chancen auf den Turniersieg für die «Eisgenossen» Geschichte. Trotz einer soliden Leistung kann auch Reto Berra die Niederlage nicht abwenden. Die Schweiz gewinnt ihr Auftaktspiel am Deutschland-Cup gegen die Slowakei mit 3:2. Die Partie war hartumkämpft. Am Ende kontrollierten die Eisgenossen die Partie allerdings und brachten den Sieg ins Trockene. Am Freitag gilt es ernst für die Schweizer. Dann steht die erste Partie am Deutschland Cup gegen die Slowakei an. Sean Simpson äussert sich erstmals seit der misslungenen WM im Frühjahr (Platz 11) vor den Medien. Vom neuen Verbandspräsidenten Marc Furrer erhält der Kanadier viel Rückendeckung. Seit dem Abgang von Philippe Gaydoul scheint eine «Klimaerwärmung» spürbar zu sein: v.l.n.r. Nati-Coach Sean Simpson, Verbandspräsident Marc Furrer, Leistungssportchef Pius-David-Kuonen und Nationalmannschafts-Manager Peter Lüthi. Nati-Trainer Sean Simpson will mit seinen Mannen am Deutschland-Cup den Turniersieg. Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bereitet sich in Winterthur auf den Deutschland Cup vor. Andres Ambühl ist nach seiner Gehirnerschütterung auch wieder dabei.

Die Eishockey-Nati am Deutschland Cup 2012.

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Es scheint, dass es einfacher ist, Klubtrainer zu sein. Jedenfalls hat Sean Simpson als Klubtrainer historische internationale Triumphe gefeiert: Mit den ZSC Lions gewann er die Champions Hockey League und durch einen Sieg über den späteren Stanley-Cup-Sieger Chicago den Victoria Cup. Es war der erste Sieg eines Schweizer Teams gegen eine NHL-Mannschaft. Zudem coachte er Team Canada beim Spengler Cup zum Turniersieg.

Seit der Nationaltrainer geworden ist, haben sich die Siegesgötter nach der WM 2010 in Deutschland (5. Schlussrang) von ihm abgewandt. In den letzten zwei Jahren hat der Kanadier mit dem Nationalteam fast alle Spiele verloren, die er hätte gewinnen sollen, oder, je nach Sichtweise, gewinnen müssen.

Der letzte «grosse» Sieg liegt bald ein Jahr zurück

Das Verpassen der WM-Viertelfinals von 2011 und 2012 zeichnete sich jeweils schon im Herbst ab. Von fünf Turnieren während der Saison gewannen die Schweizer nur gerade eines: Das Operetten-Jubiläumsturnier im Dezember 2011 in Klagenfurt gegen so übermächtige Gegner wie Österreich und Weissrussland. Ja, der 17. Dezember 2011 ist inzwischen für Sean Simpson ein historisches Datum geworden: An diesem Tag hat er letztmals ein Spiel gewonnen, das er gewinnen musste. Die Schweizer holten in Klagenfurt durch ein 4:3 nach Penaltyschiessen gegen Weissrussland den Turniersieg.

Daneben nichts als Scheitern: Beim Deutschland Cup 2010 und 2011, bei der Arosa-Challenge und bei den Turnieren in der Slowakei und Weissrussland. Wer während der Saison nicht lernt zu gewinnen, wenn es drauf ankommt, kann es auch am Ende der Saison bei der WM nicht.

Mit neuer Philosophie und bewährten Kräften

Deshalb hat Sean Simpson jetzt seine Philosophie geändert. Schluss mit dem üblichen Turnier-Tourismus. Jetzt fordert er Resultate. Für den Deutschland Cup 2010 hatte der Nationaltrainer nicht weniger als 16 Neulinge aufgeboten und im Schnitt brachten die einzelnen Spieler die Erfahrung aus 15 Länderspielen mit. Vor einem Jahr waren es 4 Neulinge und ein Schnitt von 20 internationalen Einsätzen.

Für den diesjährigen Deutschland Cup hat Sean Simpson ursprünglich gar keinen «Rookie» mehr aufgeboten. Biels Verteidiger Clarence Kparghai hat er erst wegen verletzungsbedingten Absenzen nachnominiert, und durchschnittlich bringt jeder Spieler die Erfahrung aus 34 Länderspielen mit nach München.

Das Kader ist gut genug, um das Turnier zu gewinnen

Die Schweizer treten in München nicht mit der bestmöglichen Mannschaft an. Die NHL-Profis fehlen und insgesamt sind lediglich sieben WM-Teilnehmer mit dabei. Aber es ist ein auf dem Papier gut ausbalanciertes Team mit zwei starken Goalies (Martin Gerber, Reto Berra). Gut genug, den Deutschland Cup zu gewinnen. Was die Aufgabe des Trainers erschwert: Er braucht unbedingt Siege, um seine Position zu stärken. Für die Spieler hingegen haben Siege oder Niederlagen beim Deutschland Cup keine Konsequenzen. Die Plätze im WM-Team sind noch nie im November vergeben worden. Alles was zählt, ist die Form im Frühjahr.

Sean Simpson sagt trotzig, dass jetzt Resultate zählen und dass er den Turniersieg zum Ziel habe. Der Deutschland Cup ist also für ihn erstmals ein Resultatturnier. Junge Spieler will der Nationaltrainer dafür beim Länderspieltermin im Februar testen. Ein kluger Entscheid. Denn im Februar sind die Routiniers kurz vor den Playoffs sowieso nie bei der Sache.

Spielplan Deutschland Cup:

Freitag 16.00 Uhr gegen die Slowakei
Samstag 16.15 Uhr gegen Deutschland
Sonntag, 13.00 Uhr gegen Kanada

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tim am 09.11.2012 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streit und co.

    die nhl stars machen das kader besser? Naja darüber kann man sich mindestens streiten! Sind streit und co. nicht genau einer der gründe für das scheitern? Riesige erwartungen die alles andere als erfüllt werden! nur ein bespiel! Im powerplay wird immer streit gesucht! Immer! Und nach gefühlten 20 schüssen passt mal einer weil er abgelenkt wurde!!! Mehr team weniger nhl-egos

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  • Bubble pop am 09.11.2012 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Läuft doch gut

    Das Schweizer Eishockey hat unter Simpson grosse Fortschritte gemacht. Nicht Resulatmässig, sondern vom Spielstyl her. Die Schweizer Nationalmannschaft hat mit ihrer Spielweise an der letzten WM viele positive Rückmeldungen, vorallem aus Skandinavien und Kanada, erhalten. Schlussendlich gewinnt man dadurch nichts, man kann aber darauf aufbauen.

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  • Nati am 10.11.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gratistipp

    Was ich auf den Livestreams so mitbekomme, sind die Spieler jeweils wenig motiviert für die Testspiele. Wenn man sich schon nicht von der Meisterschaft erholen kann wie die anderen, dann sich wenigstens ja nicht weh tun, scheint die Devise zu sein. Das soll keine Entschuldigung sein, aber vielleicht würde es den Stellenwert der Nati-Testspiele etwas aufwerten, wenn man die Spiele im TV übertragen würde. Das SF scheint nicht viel vom Eishockey zu halten...dabei ist Eishockey im Volk sehr populär. Und wofür gibts eigentlich den SSF?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nati am 10.11.2012 17:05 Report Diesen Beitrag melden

    Gratistipp

    Was ich auf den Livestreams so mitbekomme, sind die Spieler jeweils wenig motiviert für die Testspiele. Wenn man sich schon nicht von der Meisterschaft erholen kann wie die anderen, dann sich wenigstens ja nicht weh tun, scheint die Devise zu sein. Das soll keine Entschuldigung sein, aber vielleicht würde es den Stellenwert der Nati-Testspiele etwas aufwerten, wenn man die Spiele im TV übertragen würde. Das SF scheint nicht viel vom Eishockey zu halten...dabei ist Eishockey im Volk sehr populär. Und wofür gibts eigentlich den SSF?

  • Bubble pop am 09.11.2012 10:17 Report Diesen Beitrag melden

    Läuft doch gut

    Das Schweizer Eishockey hat unter Simpson grosse Fortschritte gemacht. Nicht Resulatmässig, sondern vom Spielstyl her. Die Schweizer Nationalmannschaft hat mit ihrer Spielweise an der letzten WM viele positive Rückmeldungen, vorallem aus Skandinavien und Kanada, erhalten. Schlussendlich gewinnt man dadurch nichts, man kann aber darauf aufbauen.

    • Stibivski am 09.11.2012 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Weiter so... Kommt gut!!!

      Richtig bubble popp bin voll deiner meinung endlich attraktives icehockey!!! Auch wenn die resultate noch nicht stimmen, aber auch mit diesem stil zu spielen braucht zeit bis man die richtige mischung gefunden hat!!! Weiter so jungs!!! Fight and work for SWITZERLAND!!! Come on Boys!!!

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  • Tim am 09.11.2012 10:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streit und co.

    die nhl stars machen das kader besser? Naja darüber kann man sich mindestens streiten! Sind streit und co. nicht genau einer der gründe für das scheitern? Riesige erwartungen die alles andere als erfüllt werden! nur ein bespiel! Im powerplay wird immer streit gesucht! Immer! Und nach gefühlten 20 schüssen passt mal einer weil er abgelenkt wurde!!! Mehr team weniger nhl-egos

    • Blaubart am 09.11.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

      am ego wirds wohl liegen

      Streit wird gesucht, weil er ein ausgezeichneter Blueliner ist. Seine Schüsse haben es in sich!

    • H. N am 10.11.2012 17:19 Report Diesen Beitrag melden

      Genau, Streit ist ein Versager und dem..

      Druck nicht gewachsen, deshalb ist er nur Captain einer NHL Mannschaft und spielt nicht wie die guten Spieler in der NLA... Was kann Streit dafür, wenn beim Poweplay niemand Verantwortung übernehmen will und nur er schiesst? Streit ist in der NHL ein angesehener PP Spezialist und wenn du mal ein Spiel der NYI schaust, siehst du, dass er dort nicht halb so viel schiesst. Er Orchestriet das PP und ist meistens der, der den letzten Pass spielt (letzte Saison 3Tore/20Assists im PP). Und wenn er halt wie in der Nati die Scheibe immer wieder zurückbekommt...was soll er anders machen als draufhalten?

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