National League A

20. März 2010 17:29; Akt: 20.03.2010 22:53 Print

Kloten gewinnt - Meister HCD ist draussenKloten gewinnt - Meister HCD ist draussen

Die Kloten Flyers sorgten mit einem 4:3-Heimsieg über Davos für eine gelungene Finalrevanche von 2009 und schafften den Halbfinal-Einzug mit 4:2 Siegen. Davos scheiterte erstmals seit 2004 wieder in einer Playoff-Viertelfinalserie.

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Flyers-Stürmer Michael Liniger beseitigte mit einem unhaltbaren Slapshot in der vorletzten Minute zum 4:2 die letzten Zweifel am leistungsgerechten Sieg der Gastgeber, ehe Davos zwölf Sekunden vor Spielende durch Dario Bürgler mit sechs Feldspielern noch eine Resultatkosmetik gelang.

Das 3:2 für Kloten von Victor Stancescu in der 52. Minute nach glänzender Vorarbeit von Steve Kellenberger war aber die eigentliche Vorentscheidung gewesen. HCD-Topskorer Reto von Arx hatte davor mit einem Tor und einem Assist innert zwölf Minuten das HCD-Aufbäumen bis zur 50. Minute nach einem 0:2-Rückstand zum 2:2-Ausgleich dirigiert.

Als Davos auf den 3:3-Ausgleich drückte, wehrten sich die Zürcher mit vereinten Kräften im eigenen Slot. Knapp drei Minuten vor Spielende vergab HCD-Stürmer Gregory Sciaroni in Überzahl noch die beste Möglichkeit zum neuerlichen Ausgleich, als er freistehend aus kurzer Distanz das Kloten-Tor verfehlte.

Die Kloten Flyers waren furios gestartet und mit 14:2 Torschüssen das klar dominierende Team im Startdrittel. Obschon die Bündner in den letzten Partien jeweils weniger zu Beginn der Partie als vielmehr im letzten Drittel den Gegner aufkommen liessen, waren sie in den ersten 20 Minuten fast nur mit Abwehrarbeit beschäftigt.

Die schnellen Zürcher Unterländer benötigten allerdings vier Überzahlspiele, um durch Nationalverteidiger Félicien Du Bois in der 16. Minute in Führung zu gehen. Der frühere Ambri-Back veredelte damit sein 100. NLA-Spiel im Dress von Kloten. 48 Sekunden vor Ende des Startdrittels erhöhte Viertlinien-Center Simon Bodenmann mit seinem fünften Saisontreffer auf 2:0.

Im Mitteldrittel verzeichneten die Gäste nach einem frühzeitigen Timeout von Trainer Arno Del Curto (28.) ihre beste Phase. Doch erst nach erfolglosen Powerplays vermochte Reto von Arx den bis dahin starken Kloten-Nationalgoalie Ronnie Rüeger mit einem Slapshot über die Fanghand-Schulter zu bezwingen. Zwölf Minuten später lenkte Dario Bürgler einen Distanzschuss zum 2:2-Ausgleich ab.

ZSC Lions - Zug: Erster ZSC-Heimsieg zum Showdown

Die ZSC Lions haben auch den zweiten Matchpuck von Zug abgewehrt. Das Team von Sean Simpson feierte mit 6:2 seinen ersten Heimsieg in dieser Viertelfinal-Serie und glich zum 3:3 aus. Damit kommt es am Dienstag in Zug zum Showdown. Die Lions verspielten zwar ein 2:0, doch 42 Sekunden vor dem Ende des zweiten Drittels brachte Adrian Wichser - kurz nach Ablauf einer Strafe gegen den Zuger Goalie Jussi Markkanen - den ZSC erneut in Führung. Dabei beanspruchten die Gastgeber auch etwas Glück, denn der Puck kam nach einem Schuss von Radoslav Suchy via EVZ- Verteidiger Patrick Fischer zu Wichser. Das Tor fiel entgegen dem Spielverlauf, denn zuvor waren die Zentralschweizer ihrem dritten Treffer näher gestanden. Sie scheiterten jedoch immer wieder am überragenden ZSC-Keeper Ari Sulander, der das finnische Duell gegen Markkanen wie bereits beim 6:1 am Donnerstag in Zug deutlich für sich entschied.

Die Lions nahmen den Schwung des 3:2 vor 9963 Zuschauern im Hallenstadion ins letzte Drittel mit und erhöhten den Vorsprung innerhalb von 3:59 Minuten auf 6:2. Zweimal traf Alexej Krutow (43./47.), wobei bei beiden Toren Patrick Fischer schlecht aussah- der Zuger avancierte damit zur tragischen Figur des Abends. Für das 5:2 (44.) zeichnete der 40-jährige Jan Alston verantwortlich, der in der 8. Minute das Skore eröffnet hatte.

Der ZSC legte im ersten Drittel verdient zwei Tore vor. Das 2:0 schoss Philippe Schelling (16.). Der Verteidiger, der wegen einer Kreuzband- und Meniskus-Verletzung erst seine zwölfte Partie in dieser Saison bestritt, erzielte seinen ersten Treffer in der NLA. Dass die Zuger noch in den ersten 20 Minuten zurück ins Spiel fanden, lag in erster Linie an den Lions. Zuerst sah ZSC- Verteidiger Patrick Geering gegen Dale McTavish (18.) «alt» aus. 59 Sekunden später glich Corsin Camichel in Unterzahl nach Fehlern von Sulander und Mathias Seger aus.

In der 59. Minute spielten sich noch unschöne Szenen ab. Der Zuger Verteidiger Wesley Snell, der für seinen rauhen Stil bekannt ist, «rächte» sich mit einem bösen Foul an Krutow. Diese unnötige Aktion dürfte ein Nachspiel in Form von Sperren haben.

Fribourg – Servette: Genf erzwingt siebtes Spiel

Genf-Servette erzwang bei Fribourg-Gottéron in extremis das siebte Spiel: Das Team von Chris McSorley setzte sich in der Patinoire St-Léonard 3:2 durch. Den goldenen Treffer erzielte Florian Conz 18 Sekunden vor Schluss.

Als sich männiglich nach dem 2:2 von Julien Sprunger bereits mit der dritten Verlängerung in der Serie abgefunden hatte, überstürzten sich die Ereignisse noch einmal. Florian Conz, der seit dem 8. Januar und 16 Spielen nicht mehr getroffen hatte, wurde von Sandy Jeannin zu wenig eng gedeckt, schoss direkt und Michael NGoy verdeckte Goalie Sébastien Caron die Sicht. Wenige Sekunden vor Schluss hatte Jeannin dann noch eine Chance zum 3:3, Tobias Stephan liess sich aber nicht mehr bezwingen. Der Sieg der Genfer kam zwar glücklich zustande, war aber nicht unverdient: Vor Sprungers 2:2 hatten die Gäste die Mittelzone im Schlussdrittel praktisch perfekt zugemacht und den Einheimischen kaum Entfaltungsmöglichkeite gelassen.

Dass sie überhaupt in die Bredouille gerieten, hatten sich die Gastgeber vor einmal mehr ausverkauften Rängen allerdings selber zuzuschreiben. Dem frühen Führungstreffer von Andrej Bykow (6.) folgten zahlreiche weitere Chancen: Julien Sprunger traf aber nur den Pfosten (14.) und wenige Sekunden vor der ersten Sirene vergab Corsin Casutt aus bester Ausgangslage. Im Mitteldrittel sorgten dann Topskorer Tony Salmelainen (27.) und Christopher Rivera (36.) nach einem Traumpass von Juraj Kolnik für die Wende, allein Benjamin Plüss hätte aber für die Einheimischen dreimal treffen können.


Kloten Flyers - Davos 4:3 (2:0, 0:1, 2:2)
Kolping-Arena. - 7624 Zuschauer (ausverkauft). - SR Kurmann/Massy, Kaderli/Abegglen.
Tore: 16. Du Bois (Rintanen/Ausschluss Grossmann) 1:0. 20. (19:12) Bodenmann (Hollenstein, Lindemann) 2:0. 38. Reto von Arx (Taticek) 2:1. 50. Bürgler (Reto von Arx, Taticek) 2:2. 52. Stancescu (Kellenberger) 3:2. 59. Liniger 4:2. 60. (59:48) Bürgler 4:3 (Davos ohne Torhüter).
Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kloten, 7mal 2 plus 2 mal10 Minuten (Grossmann, Forster) gegen Davos.
PostFinance- Topskorer: Santala; Reto von Arx.
Kloten: Rüeger; Winkler, Forrest; Von Gunten, Schulthess; Sidler, Du Bois; Rintanen, Santala, Wick; Jacquemet, Kellenberger, Stancescu; Bell, Liniger, Jenni; Hollenstein, Bodenmann, Lindemann.
Davos: Genoni; Tallarini, Forster; Ramholt, Grossmann; Back, Jan von Arx; Untersander; Carbis, Reto von Arx, Taticek; Marc Wieser, Marha, Dino Wieser; Salmonsson, Rizzi, Widing; Sciaroni, Joggi, Bürgler; Donati.
Bemerkungen: Kloten ohne Hamr, Welti, Steiner, Zeiter und Rothen (alle verletzt), Davos ohne Stoop und Guggisberg (beide verletzt) sowie Setzinger, Gartmann und Wellinger (alle überzählig). - Timeouts: 28. Davos, 48. Kloten. - 56. Pfostenschuss Widing. - Davos ab 58:48 ohne Torhüter.

ZSC Lions - Zug 6:2 (2:2, 1:0, 3:0)
Hallenstadion. - 9963 Zuschauer. - SR Reiber/Stalder, Wehrli/Wirth.
Tore: 8. Alston (Micheli) 1:0. 16. Schelling (Grauwiler) 2:0. 18. McTavish (Dupont, Ruefenacht/Ausschlüsse Pascal Müller; Patrick Fischer II) 2:1. 19. Corsin Camichel (Ausschluss Patrick Fischer II!) 2:2. 40. (39:18) Adrian Wichser (Suchy, Monnet) 3:2. 43. (42:12) Krutow (Down, Patrik Bärtschi) 4:2. 44. (43:12) Alston (Suchy) 5:2. 47. Krutow 6:2.
Strafen: 11mal 2 plus 10 Minuten (Pascal Müller) gegen ZSC Lions, 10mal 2 plus 5 (Snell) plus 10 Minuten (Ruefenacht) plus Spieldauer (Snell) gegen Zug.
PostFinance-Topskorer: Patrik Bärtschi; Holden.
ZSC Lions: Sulander; Reist, Suchy; Seger, Daniel Schnyder; Schelling, Geering; Pascal Müller; Down, Patrik Bärtschi, Krutow; Bastl, Alston, Bühler; Gardner, Adrian Wichser, Monnet; Grauwiler, Pittis, Micheli.
Zug: Markkanen; Dupont, Snell; Diaz, Kress; Patrick Fischer II; Blaser; Björn Christen, Oppliger, McTavish; Damien Brunner, Holden, Fabian Schnyder; Ruefenacht, Duri Camichel, Corsin Camichel; Di Pietro, Steinmann, Fabian Lüthi.
Bemerkungen: ZSC Lions ohne Sejna, Trudel und Schommer (alle verletzt). Zug ohne Boumedienne (überzähliger Ausländer). Lattenschüsse: 14. Alston, 19. Patrik Bärtschi. - Timeout ZSC (32:09).

Fribourg-Gottéron – Genf-Servette 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)
St-Léonard. - 7000 Zuschauer (ausverkauft). - SR Mandioni/Rochette, Arm/Küng.
Tore: 6. Bykow (Benjamin Plüss, Leuenberger/Strafe angezeigt) 1:0. 27. Salmelainen (Rivera, Breitbach) 1:1. 36. Rivera (Kolnik, Höhener) 1:2. 56. Sprunger (Collenberg) 2:2. 60. (59:42) Conz (Salmelainen, Savary) 2:3.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Fribourg-Gottéron, 5mal 2 plus 10 Minuten (Kolnik) gegen Genf-Servette.
PostFinance-Topskorer: Aubin; Salmelainen.
Fribourg-Gottéron: Caron; NGoy, Birbaum; Lukas Gerber, Leuenberger; Abplanalp, Collenberg; Casutt, Jeannin, Knöpfli; Ouellet, Mowers, Lachmatow; Sprunger, Bykow, Benjamin Plüss; Lauper, Aubin, Wirz.
Genf-Servette: Tobias Stephan; Gobbi, Mercier; Vukovic, Malik; Höhener, Breitbach; Bezina; Déruns, Savary, Salmelainen; Rivera, Trachsler, Suri; Florian Conz, Rubin, Kolnik.
Bemerkungen: Fribourg ohne Leblanc, Ciaccio, Hasani, Botter (alle verletzt), Heins (gesperrt), Genf-Servette ohne Cadieux (verletzt). 27. Timeout Fribourg. 14. Pfostenschuss Sprunger. 59:42 Timeout Genf-Servette. Fribourg ab 59:42 ohne Goalie.




Vor den Spielen

Die Kloten Flyers haben heute vor eigenem Publikum die erste Möglichkeit, Meister Davos im Playoff-Viertelfinal in die Ferien zu schicken. Machen die Flieger alles klar oder erzwingen die Bündner ein siebtes Spiel?

Titelverteidiger Davos hätte sich am Donnerstag in der eigenen Halle einen Matchpuck erspielen können. Stattdessen verloren die Bündner mit 1:3 und müssen deshalb nun den Kloten Flyers die Rolle des Favoriten zugestehen. Die Zürcher Unterländer können heute Abend vor eigenem Publikum alles klar machen und in den Halbfinal einziehen. Der HCD wird sich aber mit Sicherheit nicht so leicht geschlagen geben und sich mit Händen und Füssen gegen das drohende Playoff-Out wehren. Hochspannung ist also garantiert.

Seinen zweiten Matchpuck nutzen will heute Abend der EV Zug. Statt Glückwünsche gab es für die Innerschweizer am Donnerstag eine herbe 1:6-Klatsche von den ZSC Lions. Stellt sich nun die Frage, ob sich die Zuger von dieser Ohrfeige erholt haben. Wenn nicht, stehen die Chancen für die Zürcher Löwen gut, die Serie auszugleichen. Doch der EVZ strebt im Hallenstadion den dritten Auswärtstriumph in dieser Serie an.

Ähnlich sieht die Situation auch für Fribourg-Gottéron aus. Die Saanestädter hatten ebenfalls bereits am Donnerstag die Möglichkeit, ihre Viertelfinalserie gegen Servette zu beenden. Doch die Genfer bäumten sich mit einem 4:3-Sieg nach Verlängerung noch einmal auf. Ob Fribourg heute wohl den Heimvorteil nutzen und die Serie für sich entscheiden kann?

(mon)

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