Lockout

03. Dezember 2012 16:24; Akt: 03.12.2012 16:24 Print

Milliardäre sprechen mit Jungmillionären

von Klaus Zaugg - Jetzt wird es spannend: Am Dienstag kommt es im NHL-Arbeitskampf in New York zu einer Aussprache zwischen sechs Teambesitzern und sechs Spielern.

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Weil nichts mehr geht, weil sich NHL-General Gary Bettman und Spielergewerkschafts-Boss Don Fehr nichts mehr zu sagen haben, und weil auch die staatliche Schlichtungsstelle den Verhandlungsstau nicht auflösen konnte, kommt es nun am Dienstag zu einem interessanten Versuch, was den Lockout betrifft.

Sechs Teambesitzer – Jeremy Jacobs (Boston), Murray Edwards (Calgary), Larry Tanenbaum (Toronto), Mark Chipman (Winnipeg), Ron Burkle (Pittsburgh) und Jeffrey Vinik (Tampa) - sind bereit, sich am Dienstagnachmittag in New York mit sechs Spielern zu einer Aussprache zu treffen. Die Liga hat sich auf diese sechs Repräsentanten geeinigt. Nun muss die Gewerkschaft noch sechs Spieler für diese schicksalsschwere Sitzung bestimmen. Weder NHL-General Gary Bettman noch Gewerkschaftsboss Don Fehr werden im Sitzungsraum sein. Dass gegenseitige Misstrauen ist inzwischen so gross, dass Liga und Gewerkschaft geschlagene drei Tage brauchten, um sich auf diese Sitzung zu verständigen.

Novum im Lohnstreit

Die Milliardäre (Teambesitzer) werden sich anhören, was die Jungmillionäre (die Spieler) zu sagen haben. Und umgekehrt. Solche direkte Verhandlungen hat es in der Geschichte der NHL-Arbeitskämpfe (die schon die Saison 2004/05 gekostet haben) noch nie gegeben. Das mag zeigen, wie dramatisch die Situation inzwischen geworden ist.

Was kann dabei herauskommen? Alles deutet darauf hin, dass die Teambesitzer ihre Macht demonstrieren werden. Wenn Milliardäre und Millionäre streiten, gewinnen die Milliardäre. Es geht im Kern um die Verteilung der Einnahmen (letzte Saison 3,3 Milliarden Dollar). Die Teambesitzer sind zu einer Teilung von 50:50 der tatsächlichen Einnahmen bereit. Das heisst: Wenn die Einnahmen zurückgehen (was nach dieser Saison zumindest vorübergehend zu erwarten ist), gibt es weniger Lohn. Aber Spieler wollen unter allen Umständen garantierte Verträge. Damit werden sie kaum durchkommen.

Die Teambesitzer machen Druck

Die Saison 2004/05 ist erst am 16. Februar 2005 abgesagt worden. So lange wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diesmal nicht dauern. Insider gehen davon aus, dass die Teambesitzer wenn immer möglich bereits im Dezember entscheiden wollen, ob diese Saison noch gespielt wird oder nicht. Es wäre keine Überraschung, wenn sie der Gewerkschaft bald ein Ultimatum stellen. Ein Deal bis zu einem bestimmten Datum – oder die Saison wird annulliert.

Wir stehen damit vor einem «Big Tuesday». Wenn die NHL-Saison gerettet werden soll, dann muss es bei diesem Meeting eine Annäherung der Parteien geben. Die «Toronto Sun» hat dazu eine Leserumfrage durchgeführt. Wird das Meeting zwischen Spielern und Teambesitzern etwas bringen? Ja oder Nein? 82 Prozent sagten: «Nein, bringt auch nichts.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hamlet1963 am 04.12.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Strukturproblem beleibt

    Das Hauptproblem bleibt bestehen; die NHL hat, trotz Rekordumsatz 2011/12, ein Strukturproblem. Neun von dreissig Franchises schreiben Rote Zahlen und viele andere Franchises eine soganannte Schwarze Null. Und dies obwohl die Teams die Infrastruktur (unter anderem die Arenen) von den Gemeinden bezahlt bekommen. Der Steuerzahler zahlt den Milliardären die Behausung für ihr Hobby. Einen interfranchise Finanzausgleich hatte die NHLPA gefordert, davon wollen aber die (rentablen) Besitzer nichts wissen. Und genau die sitzen jetzt am Tisch mit den Spielern. Nicht gerade repräsentativ.

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  • e.veräpelt am 05.12.2012 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja also klar doch

    ob man es lesen will oder nicht. Mit Ausnahme von Tennis Ski Nordisch Golf Schwimmen sind es die Einzelspieler, die kein riesigen Sponsoren haben. F1 Fussball Eishockey alles ein riesiger Markt, wo nur Geld regiert. Dass übrigens Vettel schon zum dritten mal Weltmeister wurde - notaben in einem Privat-Team ist wohl einzigartig. Und nur mit Abermillionen Euro möglich.

  • Hockeyspieler und Unternehmer am 04.12.2012 01:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kern des Problems

    Jetzt sind wir beim Kern des Problems: die NHLPA blockiert die Verhandlungen, weil sie die Interessen der wenigen Superstars mit Multimillionen-Verträgen vertritt, nicht diejenigen der übrigen 800 plus Spieler auf der Payroll mit "normalen" Verträgen. Es gäbe eine einfache Lösung: die Superstars ab einer gewissen Vertragssumme über Lohnumwandlung zu Teilhabern machen und in die unternehmerische Vertantwortung einbinden. Dann würden sie begreifen, dass die Lohnstruktur kommerziell nicht nachhaltig ist. Die Spielermillionäre tragen die Verantwortung für dieses Desaster.

Die neusten Leser-Kommentare

  • e.veräpelt am 05.12.2012 00:13 Report Diesen Beitrag melden

    Nun ja also klar doch

    ob man es lesen will oder nicht. Mit Ausnahme von Tennis Ski Nordisch Golf Schwimmen sind es die Einzelspieler, die kein riesigen Sponsoren haben. F1 Fussball Eishockey alles ein riesiger Markt, wo nur Geld regiert. Dass übrigens Vettel schon zum dritten mal Weltmeister wurde - notaben in einem Privat-Team ist wohl einzigartig. Und nur mit Abermillionen Euro möglich.

  • Graber am 04.12.2012 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    super wäre es

    Währe schön wens wieder los gehen würde in der NHL. Dann gäbe es in der NLA einige Clubs die im freien Fall durch die Tabelle gespült würden.

    • And1 am 04.12.2012 23:13 Report Diesen Beitrag melden

      Aja wer denn?

      Kannst du auch die Lottozahlen vorher sagen?

    • Eski Moe am 05.12.2012 13:45 Report Diesen Beitrag melden

      Na zum Beispiel...

      Haha - für Grabers Kommentar muss man nicht Hellsehen können lieber And1. Es ist ziemlich klar dass Clubs wie EVZ, EHCB, HCD und Rappi ziemlich leiden werden wenn der Lockout endlich fertig ist!

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  • Hamlet1963 am 04.12.2012 08:50 Report Diesen Beitrag melden

    Strukturproblem beleibt

    Das Hauptproblem bleibt bestehen; die NHL hat, trotz Rekordumsatz 2011/12, ein Strukturproblem. Neun von dreissig Franchises schreiben Rote Zahlen und viele andere Franchises eine soganannte Schwarze Null. Und dies obwohl die Teams die Infrastruktur (unter anderem die Arenen) von den Gemeinden bezahlt bekommen. Der Steuerzahler zahlt den Milliardären die Behausung für ihr Hobby. Einen interfranchise Finanzausgleich hatte die NHLPA gefordert, davon wollen aber die (rentablen) Besitzer nichts wissen. Und genau die sitzen jetzt am Tisch mit den Spielern. Nicht gerade repräsentativ.

    • Terry Sawchuck am 04.12.2012 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      This is canadas team

      Das reiche NHL Team verhält sich auch Fair auf dem Markt. Die Armen Team schnappten sich Top Spieler dank sehr langfristigen Verträgen und nutzten jeden Spielraum für die Verträge und jetzt wollen Sie nicht mehr den vollen Lohn zahlen. Das reichste Team gibt keinem Spieler mehr als 5 Jahre. TML.

    • Jean Beliveau am 06.12.2012 10:55 Report Diesen Beitrag melden

      @Terry

      Dort will aber auch keiner länger als 5 Jahre bleiben... hehehe :-)

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  • marc am 04.12.2012 08:46 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig

    Ich hoffe inständigst, dass die NHL Saison jetzt dann wieder anfängt. Es ist ja nicht mehr schön zum anschauhen wie unsere Liga verfälscht wird. Zug wäre abgeschlagen in den Play-Outs, ebenso Biel und Davos, die ihre Tore nur mit ihren NHL Spielern erzielen können.

    • Hamlet1963 am 04.12.2012 11:16 Report Diesen Beitrag melden

      Emotional und nicht fundiert

      Zur Errinnerung an die Saison 2011/12 ohne Lockout: Zug gewann die Qualifikation, Davos wurde Zweiter und Biel war als Achter auch im Play-off. Alle Spieler sind ordentlich lizensiert, die Regeln eingehalten. Ich verstehe die Aussage nicht! Was ist das wenn Frey und andere Mäzene Millionen in den kleinen NLA Markt schiessen? Auch das ist okay. Der Schweizer ist schon unglaublich missgünstig. Gratuliert doch denen, die, innerhalb der Regeln, gut wirtschaften.

    • Simon Gerber am 04.12.2012 12:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Marc

      jetzt kommt schon wieder einer mit Meisterschaftsverfälschung. Es wird immer so sein, das die gewisse Teams bessere Spieler haben als andere. Dies ist auch ohne NHL Lookoutspieler so.

    • Feima am 04.12.2012 12:18 Report Diesen Beitrag melden

      Spekulation

      Solche Aussagen sind reine Spekulation... Oder haben wir hie einen Propheten am Werk ?

    • Montana am 05.12.2012 13:51 Report Diesen Beitrag melden

      Marc hat völlig Recht!

      Marc hat völlig Recht!!! Wer etwas von Hockey versteht sollte dies eigentlich ohne grosse anstrengungen verstehen aber wie immer begreifen es einige natürlich nicht!

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  • Hockeyspieler und Unternehmer am 04.12.2012 01:54 Report Diesen Beitrag melden

    Kern des Problems

    Jetzt sind wir beim Kern des Problems: die NHLPA blockiert die Verhandlungen, weil sie die Interessen der wenigen Superstars mit Multimillionen-Verträgen vertritt, nicht diejenigen der übrigen 800 plus Spieler auf der Payroll mit "normalen" Verträgen. Es gäbe eine einfache Lösung: die Superstars ab einer gewissen Vertragssumme über Lohnumwandlung zu Teilhabern machen und in die unternehmerische Vertantwortung einbinden. Dann würden sie begreifen, dass die Lohnstruktur kommerziell nicht nachhaltig ist. Die Spielermillionäre tragen die Verantwortung für dieses Desaster.

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