Pargätzi erlaubt

17. Dezember 2012 23:33; Akt: 17.12.2012 23:34 Print

NHL-Notrecht für den Spengler Cup

von Klaus Zaugg - Beim Spengler Cup werden rund 25 NHL-Stars im Einsatz sein. Aber was, wenn es in der NHL doch noch zu einer Einigung kommt?

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Vancouvers Keeper verstärkte während dem Lockout Ambri-Piotta, bestritt aber am Wochenende vom 5./6. Januar genauso wie alle anderen noch in der Schweiz spielenden NHL-Stars seine letzten Partien. Der kanadische Jungstar von den Colorado Avalanche stiess am 9. Dezember zu Ambri und verliess die Leventiner am 7. Januar wieder. Der Center der Ottawa Senators spielte während dem Lockout für die Rapperswil-Jona Lakers. Am 3. Januar 2013 flog er zurück in die Heimat, in der Hoffnung, dass die NHL den Spielbetrieb in dieser Saison doch noch aufnimmt. Womit er wenige Tage später recht erhielt. Der Stürmer der Boston Bruins lief bis am 31. Dezember für den EHC Biel auf. Nach der Spengler-Cup-Teilnahme mit dem Team Canada kehrte er in seine Heimat zurück. Der Kanadier kam von den Boston Bruins zum HC Lugano. Er verliess den Verein zum Jahreswechsel wieder. Davos nahm am 4. Dezember den 27-jährigen Schweden von den Dallas Stars unter Vertrag. Er war in der letzten Saison der erfolgreichste Skorer seines Teams. Der Captain von Stanley-Cup-Sieger Los Angeles Kings spielte für die ZSC Lions. Der Stürmer der Montreal Canadiens lief während der Lockout-Zeit für Fribourg-Gottéron auf. Der New-York-Rangers-Akteur gab ein Gastspiel bei den Lakers, reiste aber bereits Mitte Dezember wieder ab. Die Nummer 88 von den Chicago Blackhawks verstärkte während des Lockouts den EHC Biel. (vorne) Der Erstrundendraft von 2007 hatte zu Beginn des Lockouts bei Ambri einen kurzen Auftritt. Nach nicht einmal drei Wochen reiste der Stürmer der Montreal Canadiens wieder ab. Angeblich wegen einer Ellenbogen-Entzündung. Der Goalgetter der Detroit Red Wings sorgte beim EV Zug für Furore. Der Teamkollege von Mark Streit bei den New York Islanders stürmte während des Lockouts beim SC Bern. Tavares war in der letzten NHL-Saison achtbester Skorer der Liga. Der Center der Washington Capitals spielte für die Kloten Flyers. Wegen Adduktorenproblemen reiste er aber bereits vor dem Lockout-Ende zweimal in die USA. Der Kanadier gehört seit sechs Jahren zum Stamm der Washington Capitals. Der Stürmer der Buffalo Sabres wurde von den SCL Tigers verpflichtet. Er reiste Ende November für medizinische Abklärungen vorerst zurück nach Nordamerika reisen - und kam auch nicht mehr zurück. Der Verteidiger der Minnesota Wild wurde während dem Lockout ebenfalls von den SCL Tigers verpflichtet. Und auch er musste Ende November für medizinische Abklärungen zurück in die USA reisen. Zurück kam er nicht mehr. Der Ur-Berner von den Nashville Predators spielte während dem Lockout beim SC Bern. Der Kanadier (vorne) gab ein Gastspiel beim HC Genf-Servette. In der NHL spielt der Center für die San Jose Sharks. Anfangs Dezember reiste er aus persönlichen Gründen in die Heimat zurück. Der Verteidiger der New York Islanders lief während des NHL-Lockouts für den SC Bern auf. Wie bereits beim letzten NHL-Lockout lief der Center der San Jose Sharks für den HC Davos auf. Auch der zweite «NHL-Davoser» vom Lockout 2005 kehrte zum HCD zurück. Der Verteidiger der Montreal Canadiens verstärkte für die Dauer des Lockouts den HC Genf-Servette. Der Stürmer, der mit den Detroit Red Wings in seine erste NHL-Saison starten wollte, spielte wie die vier Saisons zuvor beim EVZ. Der Ducks-Verteidiger verstärkte den HC Lugano. Der Verteidiger der Montreal Canadians kehrte während dem Lockout zum EV Zug zurück. Bereits bevor er sein Glück in der nordamerikanischen Ferne gesucht und gefunden hat, war Diaz bei den Innerschweizern acht Jahre lang unter Vertrag. Der Nashville-Predators-Spieler verstärkte Red Ice Martigny für knapp einen Monat. Nach dem Abgang von Hörnqvist sicherte sich Martigny die Dienste des Boston-Bruins-Akteurs. (r.) Der Däne spielte für den NLB-Klub Langenthal. Er steht seit 2008 bei den Ottawa Senators unter Vertrag.

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Spengler Cup General Fredi Pargätzi hat einen Plan B. Er sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Es ist nicht ausgeschlossen, dass es während des Turniers zu einer Einigung kommt und die NHL-Spieler sofort abreisen müssen.» Es könnte beispielsweise sein, dass das Team Canada für das Finale qualifiziert ist, aber am 30. Dezember seine NHL-Stars verliert.

In diesem Falle wird beim Spengler Cup das «Notrecht» angewandt. Also Recht, das aus besonderen Gründen alle Reglemente ausser Kraft setzt. Das Reglement sagt, dass jedes Team 25 Spieler für den Spengler Cup melden kann. Fredi Pargätzi sagt: «Diese Regelung würden wir ausser Kraft setzen und den Teams erlauben, jeden verlorenen NHL-Spieler zu ersetzen.» Team Canada hat bereits Spieler auf «Standby-Modus», die sofort nachnominiert werden könnten.

Gewerkschaft droht mit Selbstauflösung

Bis auf Ufa werden alle Teams (Davos, Team Canada, Fribourg, Vitkovice, Mannheim) mit NHL-Stars antreten. Die Russen würden nur dann welche nach Davos mitbringen, wenn die NHL-Saison definitiv abgesagt wird. Die «Gefahr» einer Einigung im NHL-Arbeitskampf besteht für den Spengler Cup nach wie vor: Der Verhandlungs-Showdown treibt einer Entscheidung zu.

Während die NHL die Bestätigung für die Legalität des Lockouts vor Gericht beantragt, beginnt bei der Spielergewerkschaft die Abstimmung über eine Selbstauflösung. Das bedeutet: Die Spieler werden dann nicht mehr von einer Gewerkschaft vertreten und damit wäre der «Lockout» illegal. Jeder einzelne Spieler kann dann die NHL auf den erlittenen Schaden aufgrund des Antitrust-Gesetzes verklagen. Kommt einer mit einer Klage durch, so kann er für den diese Saison erlittenen Schaden bis zu drei Jahreslöhne zugesprochen erhalten.

Bis am Donnerstag läuft die Abstimmung

Die Liga hat entschieden, dass die Saison nicht beginnt, bis ein neuer Gesamtarbeitsvertrag steht (juristisch ein Aussperren der Spieler von der Arbeit – daher die Bezeichnung «Lockout»). Deshalb will sie sicher gehen, dass dieses Vorgehen legal ist. Denn die Spielergewerkschaft hat die «vertragstechnische Nuklearwaffe» aus dem Arsenal geholt, um die Liga zum Einlenken zu zwingen: Die Drohung einer Selbstauflösung. Bis am Donnerstag läuft die elektronische Abstimmung unter den etwas mehr als 700 NHL-Spielern. Die Gewerkschaftsführung braucht eine Zweidrittels-Mehrheit zur Selbstauflösung.

Mit dieser Drohung hat die Spielergewerkschaft in der NBA (Basketball) vor einem Jahr nach 161 Tagen Ende den Lockout erzwungen. Die Qualifikation musste zwar von 82 auf 66 Spiele verkürzt werden – aber die Saison war gerettet. Eine Selbstauflösung der NHL-Spielergewerkschaft und Klagen der Spieler würden definitiv die Absage der NHL-Saison und ein Chaos provozieren, das selbst die nächste Saison in Frage stellen könnte.

Drohung eines «atomaren Schlages»

Die Idee einer Selbstauflösung ist also so etwas wie die Drohung eines «atomaren Schlages», um die Liga zu einer raschen Lösung zu zwingen – was wiederum die Liga mehr oder weniger als illegales Vorgehen wertet. Die Wahrscheinlichkeit ist eher gering, dass sich die Liga so erpressen lässt.

Aber unter diesen bizarren Voraussetzungen dürfte ein Entscheid eher früher als später provoziert werden: Entweder doch noch eine rasche Einigung. Oder dann die Absage der ganzen Saison. Diese Entscheidungen können jeden Tag fallen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sid Crosby am 18.12.2012 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liga verkleinern

    Die Spieler setzten tagtäglich ihre Gesundheit aufs Spiel. Also sollen sie auch dementsprechend entlöhnt werden. Anderseits gibts zuviele Teams, welche rote Zahlen schreiben. Meiner Meinung nach muss die Liga verkleinert werden, damit es früher oder später nicht zum grossen Knall kommt. Zudem hätte es dann auch nur noch wirklich gute Spieler in der NHL.

  • Vegeta am 18.12.2012 09:04 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach lächerlich

    Dieses ganze Theater in der NHL wird von Woche zu Woche lächerlicher. Ich kann es einfach nicht verstehen. Die Spieler verdienen mehr als genug und es reicht ihnen immer noch nicht und alle haben noch Verständnis dafür. Wenn aber ein Manager mehr als 500'000.-- pro Jahr verdient, ist es immer gleich ein Skandal und Abzocke, dass aber Spieler, welche 7 Mio. pro Jahr verdienen und sogar noch streiken, sagt niemand etwas. Es ist ja normal im Sport. In anderen Sportarten verdienen die Spieler noch viel mehr und auch dort ist alles selbstverständlich.

    • Steve am 18.12.2012 11:30 Report Diesen Beitrag melden

      @Rock-n-Roll

      Genau richtig erkannt. Und nur mal so zu Info, für die, die immer das Gefühl haben den NHL Spieler geht es zu gut: wie mit den Spielern dort umgegangen wird, wäre in der Schweiz gesetzlich Verboten! Z.B ausser den absoluten Topstars mit einer nicht-Trade-Klausel im Vertrag, muss ein Spieler jeden Tag damit rechnen, von Florida nach Manitoba oder von NY nach Dallas getradet zu werden. Familie und Kinder hin oder her! Für den Zuschauer natürlich interessant, die Spieler findens aber sicher nicht so toll...

    • Henrik Datsyuk am 18.12.2012 12:24 Report Diesen Beitrag melden

      Ja klar die armen Spieler

      @Experten: Nichtmal jeder Star hat ein NMTC und auch ein 4. Linie Grinder verdient noch seine 1Mio+ (günstig sind vrlm Junge mit ELC). Im Gegensatz dazu schreiben diverse Teams rote Zahlen (hat auch mit Wüste + Eishockey zu tun uvm), nur die Grossen können einen Gewinn erwirtschaften. Und darum geht es im aktuellen Lockout, nicht um die Rechte der Spieler (die haben sie sich bereits, und das zu Recht, erstritten).

    • Vegeta am 18.12.2012 13:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      naja

      niemand zwingt sie, in der nhl zu spielen. Alle Spieler wissen das im Voraus!

    • Simon Gerber am 18.12.2012 14:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Rock-n-Roll

      deinem Komentar gibt es nichts mehr hinzuzufügen, alles einwandfrei richtig.

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