Neuer SCB-Coach

27. Januar 2014 14:11; Akt: 27.01.2014 15:10 Print

SCB reagiert: Boucher kommt für Leuenberger

von Peter Berger - Der SC Bern holt per sofort Guy Boucher als neuen Trainer. Der Kanadier soll den Meister in die Playoffs führen.

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Nach den blamablen Auftritten gegen Lausanne (1:3) und Lugano (0:4) und dem erneuten Fall unter den Strich hat der SCB die Reissleine gezogen. Per sofort trainiert Guy Boucher die Mutzen. Der 42-jährige Kanadier war seit der Entlassung beim NHL-Klub Tampa Bay Lightning im März 2013 ohne Job. Boucher unterschrieb in der Bundesstadt bis Frühjahr 2016.

Boucher ist damit schon der dritte SCB-Trainer in dieser Saison. Lars Leuenberger hatte vor zwei Monaten Antti Törmänen abgelöst. Nun gelangte Leuenberger am Sonntag an die Klubführung. «Lars hat uns mitgeteilt, dass die Mannschaft nochmals einen zusätzlichen Schub braucht», so dessen Bruder, Sportchef Sven Leuenberger. Lars Leuenberger hält fest: «Nicht ich brauche Hilfe, sondern die Mannschaft. Sie hat mir nicht gezeigt, dass sie auf dem richtigen Weg ist.»

CEO Marc Lüthi wollte eigentlich keinen Trainerwechsel mehr: «Mir wäre lieber gewesen, wenn es Lars durchgezogen hätte. Aber wir haben ihm im November eingeräumt, dass er die Reissleine ziehen darf. Ich ziehe den Hut vor ihm. Denn er hat einmal mehr gezeigt, dass es ihm nicht um seine Person, sondern nur um die Organisation geht.»

Leuenberger traf Boucher

Weil Sportchef Sven Leuenberger vergangene Woche in Nordamerika weilte und sich dort auch mit Boucher über ein Engagement für nächste Saison unterhalten hat, war diesmal schnell eine Lösung gefunden. Boucher kommt nun etwas früher, Lars Leuenberger wird wieder Assistent und bleibt das auch nächste Saison. Gary Sheehan bleibt bis Ende Saison zweiter Assistent.

Boucher war bereits im November Kandidat für die Nachfolge von Törmänen gewesen. Damals wurden sich die Parteien jedoch nicht einig – auch weil Boucher einen Vierjahres-Vertrag wollte. Nun muss er den SCB als erste Amtshandlung in die Playoffs führen. Die Mutzen drohen diese zum ersten Mal zu verpassen. «Ich würde kotzen», sagt CEO Lüthi unmissverständlich. «Die Playoffs zu verpassen, wäre für unsere Organisation nicht akzeptabel. Das würde nicht zu unserer Philosophie passen.» Lüthi ist deshalb felsenfest davon überzeugt, dass es Boucher schafft, obwohl ihm jegliche Trainererfahrung in Europa fehlt. Sportchef Leuenberger bezeichnet den neuen Headcoach als «Energiebündel». «Guy ist ein fordernder, junger, aufstrebender Coach.»

Boucher trainierte Crosby

Boucher war 2010 bei den Tampa Bay Lightning Headcoach geworden. Vor seinem ersten NHL-Job trainierte er 2009/10 in der AHL die Hamilton Bullogs und wurde gleich zum AHL-Coach des Jahres gekürt. Ein Jahr zuvor war er in der Québec Major Junior Hockey League als Headcoach der Drummondville Voltigeurs mit der Paul Dumont Trophy als «Persönlichkeit des Jahres» ausgezeichnet worden. In der Juniorenliga hatte Boucher zuvor auch als Assistenzcoach der Rimouski Océanic den heutigen NHL-Superstar Sidney Crosby trainiert.

In seiner kurzen Spielerkarriere absolvierte der Stürmer 1995/96 auch 35 Spiele für Viry in Frankreich. Mehr Europa-Erfahrung hat Boucher nicht vorzuweisen und eine lange Anpassungszeit beim SCB erhält er nicht. Denn CEO Lüthi geht davon aus, dass aus den restlichen sechs Qualifikationspartien «vier oder fünf» gewonnen werden müssen, um den Super-GAU zu verhindern. Heute Montag leitet Boucher in Bern das erste Training, am Freitag steht er im Heimspiel gegen Ambri erstmals an der Bande des SCB.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Petr Cech am 27.01.2014 15:57 Report Diesen Beitrag melden

    ... doch die Altlasten bleiben

    Das beste was der SCB tun konnte! Jemanden holen, der erst die Spieler kennenlernen muss und nicht seit Jahren die nationale Eishockeyszene verfolgt. Doch Guy Boucher kann nur Erfolg haben, wenn ihm die Chance gegeben wird, wirklich bei "Null" zu beginnen. Also müssten gewisse SCB-Herren nun schweigen, den Neuen machen lassen. Doch: Seit wann schweigen Lüthi und Leuenbergers? Die Altlasten bleiben...

  • Max Hauser am 27.01.2014 15:32 Report Diesen Beitrag melden

    gut so

    Ich hätte Guy schon nach der entlassung von Tormännen geholt. aber gut, liebr später als gar nie. Was ich aber nicht verstehe, ist wieso das Lars Leuenberger weiterhin Assistenztrainer bleibt. Das Kapitel Leuenberger(zumindest das halbe) sollte endlich mal abgeschlossen werden!

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  • Hockeyfan am 27.01.2014 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Lüthi Leuenberger

    Erstaunlich wie bei jeder Meldung über den SCB das Thema Leuenberger/Lüthi aufgegriffen wird. Man kann Lüthi mögen oder auch nicht. Fakt ist aber das der SCB unter Lüthi zum finanziell unabhängigsten Verein der Schweiz geworden ist. Wenn man die Resultate der letzten 3-4 Jahre anschaut, kann man auch dem Sportchef keine grossen Vorwürfe machen. Das es mal nicht so Rund läuft macht doch auch nichts oder....Der neue Trainer hat sicher eine Chance verdient.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Spekulator am 28.01.2014 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Spekulationen

    Angenommen - Bern steigt ab und spielt dann eine Saison gegen die Langnau-Tigers. Volles Haus bei jedem Spiel ist garantiert! Auch eine schöne Variante: Bern steigt ab, Tigers zurück in der NLA!

  • Edward_the_Brave am 28.01.2014 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Tom... äh, Marc Lüthi

    Hahaha... Lüthi: "Ich würde kotzen" Dann geh kotzen! Wenn ihr die Playoffs verpassen solltet, was durchaus möglich ist, was machst du dann? "Das passt nicht zu unserer Philosophie" sehr schön gesagt. Und dennoch musst du damit rechnen! So was von überheblich...

    • Engadiner am 28.01.2014 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Tiefstapler-Preis schon vergeben...

      Na ja, die dramatische Rolle "wir steigen wahrscheinlich ab" hat halt schon Arno besetzt, da kann Lüthi jetzt nicht mit den gleichen Sprüchen kommen.

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  • hockeynut am 28.01.2014 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Leidenschaft...

    Schon unglaublich wie arrogant sich doch gewisse SCB-Anhänger geben. Die Erwartung jedes Jahr in den Playoffs zu stehen wurde zur Normalität. Aber zum Sport gehören eben auch Misserfolge, meine Güte lebt damit und akzeptiert es. Diese Saison war der SCB einfach nix. Keine Leidenschaft, kein Siegeswille und kein Teamspirit. Sollten die Bären mal Playouts spielen, wäre dies höchstens ein kleiner Kratzer im Image und würde finanziell gesehen auch nicht gross schmerzen. Lausanne zeigt als Aufsteiger Moral und Leidenschaft und hat sich die Playoffs verdient.

  • vera am 28.01.2014 09:16 Report Diesen Beitrag melden

    Jassen?

    Juhui!! Wieder einmal ein neuer Trainer in Bern. Sind die da in der Allmend am Jassen oder was? Trainer geschoben..

  • Heli-Hockey am 28.01.2014 08:57 Report Diesen Beitrag melden

    Playout-Modus....

    Ganz cool ist ja der neue Playout-Modus.... sechs Spiele nochmals für alle... jedoch hat im Moment sowohl Bern (64) und Zug (62) nach Verlustpunkten schon jetzt einen Vorsprung auf die anderen beiden unter dem Strich, dass die Abstiegsspiele für den 9. bzw. 10. als Trainingsspiele durchgehen...=)) der letzte sollte direkt absteigen.. vlt. würde es dann nicht immer so einen looser wie jetzt die lakers geben...=))

    • Wendel am 28.01.2014 13:10 Report Diesen Beitrag melden

      SCB Playouts, Lakers hoffentlich Abstieg

      Wenn Biel und der Looserverein vom Damm besser Eishockey spielen würden, hätten sie nicht so viele Punkte Rückstand. Hoffe sehr das die Lakers vom B-Meister (hoffe auf Olten oder Langnau) entzaubert werden. Man bedenke das die Lakers mit ihrem schwachen Kader auch nur mit zwei Ausländer spielen werden. Freude herrscht. Der SCB wird die Playouts spielen. Hoffe es sehr, vielleicht wäre das dann Alarmglocken genug, in Sachen überaltertes Team, die Augen zu öffnen.

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