Die nächsten Schritte

24. Januar 2012 08:17; Akt: 24.01.2012 08:18 Print

So sieht der «Spielplan» der Helvetics ausSo sieht der «Spielplan» der Helvetics aus

von Klaus Zaugg - Bei Markus Bösigers «Hockey-Staatsbesuch» in Riga wurde die Strategie für das weitere Vorgehen des Projekts «Helvetics» festgelegt. Nun sind mehr Details bekannt.

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Das offizielle Logo der «Helvetics». (Bild: www.helveticshockey.ch)

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Die höchste russische Liga KHL wird ihr neues Mitglied «Helvetics» nach Regelung aller Formalitäten in der Schweiz im Rahmen einer offiziellen Medienkonferenz vorstellen. KHL-Präsident Alexander Medwedew wird für diese Präsentation in die Schweiz fliegen. Da die «Helvetics» erst ab der Saison 2014/15 in der KHL mitspielen sollen, ist es durchaus möglich, dass diese offizielle Präsentation erst im Jahr 2013 erfolgt.

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Interessant ist die juristische Seite: Die «Helvetics» sind bereits als Aktiengesellschaft konstituiert. Aber sie sind nicht Mitglied des Schweizerischen Eishockeyverbandes (SIH) oder der Nationalliga. Es braucht deshalb formell kein Austrittsgesuch und keine Freigabe. Das erleichtert die Sache.

KHL vertritt die «Helvetics»

Die KHL nimmt die «Helvetics» formell als neues Mitglied auf und kümmert sich um alle hockeyjuristischen Formalitäten. Dazu wird die Abwicklung der Transfers von einer anderen Liga in die KHL zu den «Helvetics» gehören. Diese Transfers können theoretisch von nationalen Verbänden oder vom internationalen Verband (IIHF) geblockt werden (20 Minuten Online berichtete). Bei hockey-juristischen Auseinandersetzungen wird die mächtige KHL die «Helvetics» vertreten. Deshalb werden Markus Bösiger bzw. sein Sportchef Lars Weibel bei allen Anfragen generell an die Adresse der KHL verweisen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die KHL bereits «exterritoriale» Teams in Weissrussland (Minsk), Lettland (Riga), der Slowakei (Poprad) und Kasachstan (Astana) hat. Es wäre also im juristischen Sinne Willkür, wenn die IIHF Teams in Weissrussland, der Slowakei, Lettland und Kasachstan bewilligt, aber keine Erlaubnis für eine Mannschaft in der Schweiz erteilt.

Vieles deutet also tatsächlich darauf hin, dass sich die «Helvetics» juristisch und sportpolitisch nicht verhindern lassen. Zumal Alexander Medwedew auch noch im IIHF-Direktorium sitzt. Kommt dazu: Die «Helvetics» sind juristisch eine Schweizer Firma und unterstehen damit unserem Recht. Jeder Versuch einen Transfer zu den «Helvetics» zu verhindern, bringt SIH und die IIHF (beide mit Sitz in der Schweiz) auf juristisch abschüssiges Gelände: Das Schweizer Arbeitsrecht garantiert die freie Wahl des Arbeitsplatzes.

40 bis 60 neue Arbeitsplätze

Der Start ist für die Saison 2014/15 vorgesehen. Sobald alle Verträge ausgearbeitet und unterzeichnet sind, wird mit dem Aufbau eines Profi-Hockeyteams begonnen: Trainer- und Betreuerstab plus die gesamte Administration. Bösigers Sportchef Lars Weibel schätzt, dass dafür – neben einem Spielerkader – 40 bis 60 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Die KHL und Markus Bösiger sind sich in allen wichtigen Punkten einig, die Vorverträge (sog. «Pre-contracts») sind unterschrieben. Die detaillierten Verträge müssen jetzt noch sowohl in Russisch (kyrillische Schrift) als auch in Englisch abgefasst und unterzeichnet werden.

Ziel: eine möglichst hohe Schweizer Identität

Das Ziel ist eine Mannschaft aus Schweizer Spielern, ergänzt mit vier Ausländern. Da die KHL von oben nach unten geführt wird, ist die Flexibilität grösser als bei unserer Nationalliga: Bei Bedarf könnten es dann halt auch acht oder noch mehr Ausländer sein. Doch das Ziel ist eine möglichst hohe Schweizer Identität. Die Finanzierung des 20-Millionen-Budgets sichert der russische Milliarden-Konzern «Gazprom» ab.

Eine Konkurrenzierung der anderen Schweizer Klubs auf dem lokalen Werbe- und Sponsoring-Markt wird ganz bewusst ausgeschlossen. Denn die KHL hat ein grosses Interesse an einer starken Schweizer Hockeykultur und an einer starken Nationalliga. Die Strategie ist klar: Die besten Schweizer Spieler sollen dereinst nicht mehr in die NHL wechseln – sondern in die KHL.

Das alles ist der Stand der Dinge im Januar des Jahres 2012. Klar ist allen Beteiligten: Die Zeiten können sich ändern – im 21. Jahrhundert schneller denn je. Es gibt für nichts eine Garantie. Nicht im Leben, nicht im internationalen Hockeygeschäft. Es ist in diesem verrücktesten Abenteuer unserer Hockeygeschichte alles möglich.

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  • Fabian Sutter am 25.01.2012 22:28 Report Diesen Beitrag melden

    Visionäre Idee

    Dieses Projekt stellt alles in den Schatten! Wer so etwas auf die Beine stellen kann, dem gehôrt Respekt. Seien wir ehrlich: wer hätte so eine Idee für möglich gehalten? Es zeigt, dass auch in so einer geschlossenen Gesellschaft wie der Eishockeywelt Schweiz Bewegung möglich und notwendig ist. Hey Konkurrenz belebt das Geschäft! Das ist überall so. Auch wenn es für träge Grossklubs heisst, sich und ihr Produkt komplett zu überdenken. Gewinner werden die Fans sein!

  • M.S. am 24.01.2012 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Tönt gut

    Es ist nicht schlecht, wenn die Schweiz eine Mannschaft in eine Liga von Eishockey begeisteter Länder stellt, da die Schweiz auch ein solches ist. Nur, dummerweise sind KHL-spiele von Prügelorgien durchzogen, wie es selbst für uns Schändlich ist. Ich hoffe die Helvetics lassen sich bloss nicht auf ein solches Niveau herunter und können trotzdem gut Spielen!

  • mark bolder am 24.01.2012 17:02 Report Diesen Beitrag melden

    think big

    immer diese kleinkarierte denkensweise der Schweizer, hey THINK BIG! Geld haben wir ja genug ;-)

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