Eklat bei den Flyers

06. Juni 2012 09:51; Akt: 06.06.2012 10:57 Print

Von Gunten, Wick und Nordgren müssen gehenVon Gunten, Wick und Nordgren müssen gehen

von Klaus Zaugg - Jetzt brennt der Baum: Kaum gerettet, werden Nati-Stürmer Wick, der Schwede Nordgren, Nati-Verteidiger von Gunten und Trainer Eldebrink bei den Kloten Flyers gefeuert.

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Im neuen, fünfköpfigen Verwaltungsrat, nehmen mit dem ehemaligen Handballer Pascal Jenny, Daniel Riediker und Michael Kloter drei neue Personen Einsitz. Dazu kommen Rolf A. Mosimann und Mirko Baldi, die nach den Turbulenzen im Winter ihren Rücktritt erklärt hatten, sich nun aber der Wiederwahl stellten. Wer Präsident wird, entscheidet sich in den nächsten Tagen. Philippe Gaydoul gibt seinen Rücktritt als Verbandspräsident per 18. September bekannt. Damit endet das umstrittene Doppelmandat in absehbarer Zeit. Die Rettung der Kloten Flyers ist nun definitiv. Der Konkursrichter hat das Verfahren gegen den Eishockeyclub aufgehoben. Die Sanierung sei überzeugend gelungen. Die Aufhebung des Konkursverfahrens gegen die Kloten Flyers muss vertagt werden. Noch fehlen die Bestätigungen, dass alle Bedingungen erfüllt sind. Die Task Force des NLA-Eishockey-Klubs gibt an einer Medienkonferenz bekannt, dass die Schulden um 8,1 Mio Franken reduziert werden konnten. Trotzdem: Felix Hollenstein muss gehen. Adrian Fetscherin scheint das Zünglein an der Waage zu spielen. Was macht er mit seinem Aktienanteil? Um 16 Uhr gab er eine Pressekonferenz und übergab seine Aktien. Damit sind die Flyers gerettet. Fetscherin kündigte zudem Strafanklage gegen Ex-Präsident Jürg Bircher an. Kloten bestätigt, dass Roman Wick eine Offerte über acht Jahre und eine «berufliche Perspektive für die Zeit nach seiner Karriere als Spieler» angeboten wurde. Zudem soll der Entscheid fallen, ob Hollenstein tatsächlich Cheftrainer wird. Philippe Gaydoul ernent Wolfgang Schickli (48) zum neuen CEO. Der Quereinsteiger gilt als «Pitbull» und selbst Trainer Felix Hollenstein ist bei ihm nicht gesetzt. Der unfreiwillige Abgang von Trainer Anders Eldebrink aus finanziellen Gründen wird schriftlich besiegelt. Der Schwede erhält eine Abgangsentschädigung. Klotens Ex-Präsident Jürg Bircher gesteht im Interview mit 20 Minuten Online Fehler während seiner Amtszeit ein und befürchtet, dass man ihn in der nächsten Saison nicht mehr im Stadion sehen will. Flyers-Retter Peter Bossert ist einen Schritt weiter. Die Ligaversammlung hat den Klotenern die Lizenz für die Saison 2012/13 unter strengen Auflagen erteilt. Kurz vor der «Rettungs-PK» der Knall in Kloten: Nationalstürmer Roman Wick (26), der Schwede Niklas Nordgren (32) und Nationalverteidiger Patrik von Gunten (27) müssen die Kloten Flyers im Zuge der Sparmassnahmen verlassen. Auch Félicien Dubois (28) und Samuel Walser (20) dürften den Klub verlassen. Sie waren mit der 15-prozentigen Lohnkürzung nicht einverstanden. Milliardär und Swiss-Ice-Hockey-Verwaltunsratspräsident Philippe Gaydoul soll die Kloten Flyers retten. Er gehört zu einer Investorengruppe, welche demänchst einen Übernahme-Vertrag unterzeichnen soll. Jürg Bircher stellt sein Aktienpaket den Sanierern der Kloten Flyers zur Verfügung. Ausserdem wird der Konkursaufschub bis zum 2. Juli vom Bülacher Bezirksgerichts bewilligt. Die Sanierer Peter Bossert und Daniel Hunkeler beantragen einen Konkurs-Aufschub bis Ende Juni für den maroden Klub. In einer Woche muss die Task Force ausserdem einen genauen Sanierungsplan abliefern. Jürg Bircher (Bild) und Kurt Hildenbrand treten aus dem Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG zurück. Beide stellen ihre Aktienpakete «unverzüglich und entschädigungslos» zuhanden neuer Investoren zur Verfügung. Die Frist der Liga für die Offenlegung der Zahlen wird den Kloten Flyers bereits ein zweites Mal verlängert. Die neue Deadline ist der 6. Juni. Ein lokaler Unternehmer will mithelfen, die Kloten Flyers zu retten. Hans-Peter Domanig von der Priora Group stellt 500 000 Franken bereit, die in ein Rettungspaket fliessen sollen, wenn sich neun weitere Unternehmen finden lassen, welche dieselbe Summe zahlen. Kurz nach der Gründung einer Task Force durch Ex-Präsident Peter Bossert und die Stadt Kloten präsentiert der aktuelle Verwaltungsrat der EHC Kloten Sport AG eine neue Investorengruppe «Kanada/Schweiz». Zusammen mit zwei ehemaligen NHL-Spieler soll die Überschuldung von 6,5 oder 9,2 Millionen Franken - je nach Bewertung - getilgt werden. Eine Task Force wird gegründet, um den Konkurs der Kloten Flyers abzuwenden. Der ehemalige Verwaltungsratspräsident Peter Bossert übernimmt die Führung. Die Spieler gehen in die Offensive und gründen den Verein «Kloten Flyers Forever. Sie sind zu Eingeständnissen bereit, wollen aber Geld sammeln. Unter anderem mit einem Event am 26. Mai. Liga-Manager Ueli Schwarz sagt unmissverständlich: «Die Kloten Flyers müssen bis zur Ligaversammlung vom 7. Juni nicht nur den Nachweis erbringen, dass das Unternehmen nicht überschuldet ist. Wir verlangen darüber hinaus die Garantie für den Spielbetrieb der nächsten Saison. Sonst ist die Lizenz weg.» Die Spieler der Kloten Flyers fordern per Einschreiben ihre Löhne (April und Mai) sowie die fälligen Prämien ein. Bezahlt der Verein bis zum 31. Mai nicht, können die Profis fristlos kündigen. Der Jahresverlust dürfte sieben Millionen betragen, die Gesamtverschuldung deren 14. Lehmann will sich nicht detailliert äussern, spricht aber von einem «finsteren Loch» und glaubt an die baldige Eröffnung eines Konkursverfahrens. Präsident Jürg Bircher sagt: «Also meiner Meinung nach ist die Verschuldung nicht höher als sieben Millionen.» Und der Jahresverlust? «Hoch, sehr hoch.» Trotzdem hofft er noch auf einen neuen Investoren. Klotens möglicher Investor Hans-Ulrich Lehmann erklärt: Die Lösung sei nicht mit Fetscherin. Lehmann möchte jetzt die Bücher prüfen. Hans-Ulrich Lehmann (oben links) steigt nicht bei den Flyers ein, da die Schulden grösser als befürchtet sind. Bis am 10. Mai wollte Lehmann eigentlich entscheiden, ob er einsteigt oder nicht. Der Termin kann nicht eingehalten werden. Lehmann: «Eine Überprüfung der Zahlen ist bis zum 10. Mai einfach nicht möglich. Ich brauche also noch ein paar Tage mehr Zeit und werde am 15. Mai informieren.» Die Kloten-Fans machen ihrem Frust öffentlich Luft. Rund 200 Anhänger des kriselnden Eishockey-Klubs demonstrieren für ihren Verein - und nicht gegen Präsident Jürg Bircher. Obwohl sich Fetscherin bei Bircher für sein Vorgehen entschuldigt, wird er die Flyers nicht mehr übernehmen. Dafür kommt am 24. April der nächste Tiefschlag: Die April-Löhne sollen nicht mehr bezahlt werden können. Dafür keimt die Hoffnung auf einen anderen Investor: Hans-Ulrich Lehmann. Am 10. Mai soll informiert werden. Fetscherin selbst war an der PK anwesend, erhielt aber Redeverbot. Er wich für seine eigene PK kurzerhand in ein Altersheim aus. Und glaubte weiter an die Übernahme. Bircher kontert die Vorwürfe (hier im Bild mit Vizepräsident Jan Schibli) an einer PK. «Wir gehen davon aus, dass die Kloten Flyers in der nächsten Saison in der National League A spielen werden. Seit Freitagmittag sei man wegen des Rückzugs von Fetscherin, der per 1. Mai die Geschäftsführung hätte übernehmen sollen, gezwungen, nach Alternativen zu suchen.» Gut zwei Monate später kommts zum Eklat: Der designierte Kloten-Präsident Adrian Fetscherin wirft den Bettel bereits wieder hin. Er fühlt sich vom Noch-Boss Jürg Bircher über den Tisch gezogen und fordert Geld zurück. Dieser weist die Vorwürfe - unter anderem sollen mehrere Lohnlisten im Umlauf sein - zurück. Ab dem 1. Mai 2012 wollte Fetscherin als Geschäftsführer und Delegierter des Verwaltungsrates für die Kloten Flyers arbeiten. In einer zweiten Phase soll der 37-jährige Zürcher, derzeit Leiter der Sportredaktion von Teleclub, vom aktuellen Präsidenten Jürg Bircher die Aktienmehrheit und das Präsidium übernehmen. Der neue starke Mann bei den Kloten Flyers heisst Adrian Fetscherin (l.). Präsident Jürg Bircher (r.) kann den krisengeschüttelten und von Finanzproblemen geplagten Klub doch noch in sichere Hände übergeben. Diverse Massnahmen sollen die Zukunft Klotens langfristig sichern.

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Roman Wick (26), Niklas Nordgren (32) und Patrik von Gunten (27) sind informiert worden, dass sie die Koffer packen müssen. Auch Trainer Anders Eldebrink wird in der kommenden Saison nicht mehr an der Bande der Flyers stehen. Die Sparmassnahmen veranlassen zu diesem Schritt.

Félicien Dubois (28) und Samuel Walser (20) dürften ebenfalls gehen. Bei der gestrigen Mannschaftssitzung ist darüber abgestimmt worden, ob die generelle Lohnkürzung von 15 Prozent akzeptiert werden soll. Bis auf zwei Spieler haben alle anwesenden mit Handzeichen ihre Zustimmung gegeben.

Nicht einverstanden sind Félicien Dubois und Samuel Walser. Sie haben Bedenkzeit verlangt – will heissen: Ihre Agenten wollen prüfen, ob sie nicht anderorts einen neuen Vertrag finden. Wenn nicht, könnten sie ja dann in Gottes Namen halt doch bleiben. Walser steht vor einem Wechsel zum HC Davos.

Wick zu den ZSC Lions

Der Agent des finnischen Topskorers Tommi Santala (33) ist noch nicht erreicht worden – ob er die Lohnkürzung akzeptiert oder nicht, wird sich erst weisen. Von den Spielern, die gehen müssen, ist Roman Wick mit den Verhandlungen mit dem neuen Arbeitgeber am weitesten gekommen: Er wechselt zu den ZSC Lions.

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  • ZSC4ever am 06.06.2012 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Herzlich willkommen

    Mit Ryan Shannon und Roman Wick hat der Z zwei ultra schnelle Schlittschuhkünszer geholt, die werden uns Fans zusätzlich viel Freude machen. Und die Davoser und Zuger müssen sich noch wämer anziehen als bei den 0:4 Playoff Niederlagen ;-) Ist doch logo und verständlich, dass ein Topspieler wie Roman Wick nächste Saison lieber dabei sein will wenn der Pokal verteidigt wird, statt um seinen wohlverdienten Lohn zu bangen.

  • Dan Horber am 06.06.2012 16:21 Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    Dass Gaydoul nicht für die Fehler der Vergangenheit gerade stellen will, ist absolut richtig und nachvollziehbar. Es liegt in der unternehmerischen Eigenverantwortung, jemandem Kredit einzuräumen. Es ist höchst unfair, von Gaydoul zu erwarten, dass er die Debitorenrisiken der Lieferanten übernehmen soll. Sind wir doch froh, dass er sein Portemonnaie soweit aufmacht und den mit Abstand grössten Beitrag zum Ueberleben der Flyers leistet. Ich jedenfalls ziehe vor Ph. Gaydoul den Hut und danke von ganzem Herzen für sein Engagement.

  • Martin Hofer am 06.06.2012 15:40 Report Diesen Beitrag melden

    Schlaf weiter Sven L.

    Nur vom SCB hört man wieder einmal nichts. Aber wir haben ja so tolle Spieler wie Hänni und Bruderer in der Abwehr und Topscorer wie Neuenschwander, da muss man kein Interesse an duBois, von Gunten und Wick signalisieren . Schlaf gut Sven!

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