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Champions Hockey League
21. Oktober 2009 11:38; Akt: 21.10.2009 12:47 Print
ZSC Lions doch nicht einzige CHL-Sieger?
von Klaus Zaugg - Ein Meisterstück der Diplomatie: IIHF-Boss Dr. René Fasel hat sich im Theater um die neue Champions Hockey League eine Verschnaufpause verschafft. Ob es nach den ZSC Lions jedoch noch weitere CHL-Sieger geben wird, ist weiter unklar.
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Gibt es ab der nächsten Saison 2010/2011 eine neue Champions Hockey League? Das weiss niemand. Szymon Szemberg, der tüchtige PR-Chef und «Ankündigungsspezalist» des Internationalen Hockey-Verbandes IIHF hat wieder einmal einen Neustart der CHL per Saison 2010/2011 verkündet. Beteiligen sollen sich an dieser «Phantom-CHL» Klubs aus sieben Nationen: Russland, Tschechien, Schweden, Deutschland, Finnland, der Schweiz und der Slowakei.
Die ZSC Lions sind die bisher einzigen Sieger der Champions Hockey League.(Bild: Keystone)
Historischer Kniefall
Dr. René Fasel musste einen historischen Kniefall machen: Die IIHF hat in ihrer ganzen Geschichte (seit 1908) ausschliesslich die Landesverbände als Partner akzeptiert - aber nie die Ligen ihrer Mitgliedsländer. Die Ligen konnten nur über ihre Landesverbände an die IIHF gelangen. Nun haben die Ligen einen historischen Durchbruch geschafft: Hockey Europe ist an einer allfälligen neuen Champions Hockey League zu 50 Prozent beteiligt. Damit ist das Mitspracherecht der Klubs beim Aufbau der neuen CHL gesichert. Dieser historische Machtzuwachs der Klubs ist politisch äusserst heikel und dürfte noch für rote Köpfe sorgen.
Die Chancen, dass eine neue CHL in der Saison 2010 kommt, stehen bei 70:30. Aber bereits ist klar, dass sich höchstens eine «CHL light» finanzieren lässt. Die Klubs werden viel weniger Preisgeld erhalten als bei der ersten Ausgabe. Was auf den sportlichen Gehalt allerdings keinen negativen Einfluss hat.
«Phantom-CHL» - und nicht mehr
Aber eben: Es ist erst eine «Phantom-CHL»: Die IIHF weiss noch nicht einmal, nach welchem Modus die neue «Königsklasse» gespielt werden soll und nach wie vor gibt es keinen Investor, der bereit ist, diese neue CHL zu finanzieren. Immerhin gibt es doch noch einen konkreten Schritt: Die IIHF macht eine offizielle Ausschreibung für Investoren und Sponsoren und es gibt ein paar Interessenten.
Warum überhaupt diese Ankündigung, die vorerst kaum den Wert des Papiers hat, auf dem sie verbreitet wird?
Diplomatischer Befreiungsschlag
Ganz einfach: Die IIHF hat das Messer am Hals. Es ist ein diplomatisch schlauer Befreiungsschlag von IIHF-Boss Dr. René Fasel. Hockey Europe, der Zusammenschluss der europäischen Topligen, hat die Entschädigungsklage gegen die IIHF für die abgesagte Champions Hockey League dieser Saison fertig. Eine Klage beim IOC-Sportgericht wäre für IIHF-Boss Dr. Fasel, selber IOC-Mitglied, eine Demütigung sondergleichen.
Aber Fasel will nicht zahlen (20 Minuten Online berichtete). Er schliesst eine Entschädigungszahlung an die Klubs aus - zumindest bis zum heutigen Zeitpunkt. Deshalb die Ankündigung einer neuen CHL: Die Klubs werden entschädigt - aber erst dann, wenn es eine neue Champions Hockey League gibt. Aber Hockey Europe bleibt hart.
Nur eine Verschnaufspause
Bis zum 30. April 2010 muss die neue Champions Hockey League konkret stehen - oder die IIHF muss die Klubs entschädigen. Sonst folgt die Klage beim IOC-Sportgericht. Dr. Fasel hat sich also vorerst einfach eine Atempause bis zum 30. April verschafft. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.



























