Michael Schumacher

13. März 2010 16:31; Akt: 13.03.2010 16:59 Print

«Wir haben noch einiges zu tun»«Wir haben noch einiges zu tun»

Nach dem Qualifying zum GP von Bahrain sind die Kräfteverhältnisse in der Formel 1 fürs Erste klar. Michael Schumacher kann in seinem Mercedes noch nicht mit den Besten mithalten - jedenfalls nicht über eine schnelle Runde. Trotzdem ist der Rekordchampion mit seiner ersten Vorstellung nicht gänzlich unzufrieden.

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(geboren am 3. Januar 1969 in Hürth-Hermülheim) debütierte 1991 in Spa für das Jordan-Team - weil Stammfahrer Bertran Gachot nach einem Streit mit einem Taxifahrer im Gefängnis sass. Schumacher fuhr im Qualifying überraschenderweise auf Platz sieben, schied im Rennen dann aber bereits nach 500 Metern mit einer defekten Kupplung aus. Nach nur einem Rennen warb das Benetton-Team, das mit dem dreifachen Weltmeister Nelson Piquet schon mehrere GP's gewonnen hatte, Jordan das 21-jährige Talent ab. Schumacher ersetzte den entlassenen Roberto Moreno. Beim GP von Italien holte der Deutsche im selben Jahr seine ersten beiden WM-Punkte. 1992 folgte der erste Podestplatz mit Rang 3 in Mexiko ... ... und in Spa - also exakt ein Jahr nach seinem Formel-1-Debüt - holte sich Schumacher seinen ersten Sieg in der Formel 1. Schumachers Karriere ging steil weiter: 1994 gewann er seinen ersten Weltmeistertitel nach einem engen Kampf mit Teamkollege Damon Hill. 1995 doppelte Schumacher gleich nach. Privat lief bei Schumacher auch alles rund: Am 1. August 1995 heiratete er seine damalige Freundin Corinna. 1996 wechselte der Doppelweltmeister zu Ferrari - obschon das Team zu dem Zeitpunkt etwas hinterherhinkte. Durch Schumacher erhoffte man sich bei der «Scuderia» den nötigen Aufschwung. Zudem machte man dem Deutschen auch auf Betreiben von Bernie Ecclestone ein gutes Angebot, das er nicht ausschlagen konnte. Ferrari war zwar seit mehreren Jahren nicht mehr konkurrenzfähig, doch durch den neuen Teamchef Jean Toddt waren die Weichen für eine bessere Zukunft bereits gestellt. Schumacher fuhr in der Saison 1996 zwar einen Sieg für Ferrari ein und schürte damit die Hoffnungen der Fans. Doch es sollte der einzige bleiben, da sein Auto schlicht und einfach nicht konkurrenzfähig war. 1997 holte Ferrari auf Schumachers Initiative hin die beiden «Benetton-Hirne» Ross Brawn und Rory Byrne. In der Folge war der neue Wagen um einiges besser, als noch im Jahr zuvor. Schumacher fuhr vorne mit und ergatterte den Vize-Weltmeistertitel ... ... weil er aber beim GP von Spanien den Ausfall des späteren Weltmeisters Jacques Villeneuve provozierte, zog die FIA dem Deutschen nachträglich Punkte ab und der Vize-Weltmeistertitel war weg. 1998 fuhr Schumacher zwar sechs Siege ein, dennoch war McLaren-Mercedes vor allem zu Beginn der Saison überlegen. Der Titel ging an Mika Häkkinen. Die Saison 1999 begann mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schumacher und Häkkinen. Von den ersten sieben Rennen gewann der Deutsche zwei, der Finne deren drei. Doch dann kam es beim GP von Silverstone zu einem der Tiefpunkte in der Karriere von Michael Schumacher: Kurz nach dem Start versagten die Bremsen seines Boliden und er krachte mit 107 Stundenkilometern in einen Reifenstapel. Der Ferrari-Pilot brach sich den rechten Unterschenkel und musste sechs Rennen aussetzen. Damit war die Weltmeisterschaft 1999 für ihn gelaufen. Im Jahr 2000 begann sie dann, die Ära Schumacher: Es folgte Weltmeistertitel Nr. 3 (2000) ... ... Nr. 4 (2001) ... ... Nr. 5 (2002) ... ... Nr. 6 (2003) ... ... und Nr. 7 (2004). 2005 kamen Schumacher und Ferrari plötzlich nicht mehr richtig auf Touren. Es stellte sich heraus, dass Reifenhersteller Bridgestone nach eigenen Angaben bei der Entwicklung «zu konservativ gedacht» hatte. Da Ferrari als einziges Spitzenteam auf Bridgestone unterwegs war, fuhren die anderen Rennställe den Roten davon. Erst im neunten Rennen der Saison in Indianapolis konnte Schumacher seinen ersten Sieg einfahren - allerdings hatte er nur fünf Konkurrenten zu bezwingen, da alle Michelin-Teams wegen Sicherheitsbedenken des Herstellers nicht teilnehmen konnten. Ferrari hatte aber weiterhin Mühe und der Deutsche musste sich die Titelverteidigung schon bald abschminken. Fernando Alonso trat seine Nachfolge an. Regeländerungen erlaubten Ferrari 2006, die Nachteile der vergangenen Saison zu minimieren. Michael Schumacher fuhr wieder vorne mit. Titelverteidiger Alonso und Schumacher lieferten sich in der Folge einen heissen Kampf um die WM-Krone. Am 10. September 2006 platzte dann die Bombe: Michael Schumacher gab beim GP von Monza offiziell seinen Rücktritt per Ende Saison bekannt. Schumacher wollte sich mit seinem achten Weltmeistertitel aus der Formel 1 verabschieden - und es sah gut aus für den Deutschen. Zwei Rennen vor Schluss lag er punktemässig gleichauf mit Fernando Alonso. Doch im darauffolgenden GP von Japan schied Schumacher in der 37. Runde in Führung liegend aus - Alsonso gewann das Rennen. Damit war der Titel in weite Ferne gerückt. In seinem letzten Rennen verpasste Schumacher als Vierter das Podest. Alonso schnappte sich zudem den Titel. Damit trat Schumacher nach dem GP von Brasilien im Oktober 2006 «ungekrönt» zurück, zumindest aber als Vize-Weltmeister. Seine Karriere konnte sich sehen lassen: Auf sieben Weltmeistertitel, 91 Siege, 154 Podestplätze und 68 Pole-Positions in 249 Rennen blickte er zurück. Ferrari und die ganze Motorsportwelt verabschiedete sich wehmütig von ihrem Star. Doch Schumacher blieb der Formel 1 und der «Scuderia» treu: Seit 2006 ist er bei Ferrari als Berater tätig, hin und wieder setzt er sich auch für eine Testfahrt in den Boliden. Nach seinem Rücktritt entdeckte Schumacher zudem eine neue rennsportverbundene Leidenschaft: das Motorradfahren. Dabei fiel er immer wieder durch Stürze auf. Im Februar 2009 verletzte er sich dabei am Nacken. Am 29. Juli 2009 gab Schumacher sein Comeback in der Formel 1 bekannt: Er wollte Felipe Massa ersetzen, der seine Saison nach seinem Horrorcrash am Hungaroring beenden musste. Doch aus dem geplanten Comeback wurde nichts. Die hartnäckigen Nackenprobleme, die den Rekordweltmeister nach seinem Motorrad-Unfall immer noch plagten, liessen die Rückkehr ins Cockpit nicht zu. Vom Tisch waren die Comeback-Pläne nicht: Am 23. Dezember 2009 bestätigte Schumacher nach wochenlangen Gerüchten seine Rückkehr in die Formel 1 für die Saison 2010. Mercedes GP Petronas hiess sein neues Team. Doch der Comeback-Versuch verlief alles andere als planmässig. Einen Rennen vor Saisonende stand Schumacher immer noch ohne Podestplatz da und in der Fahrerwertung resultierte lediglich der neunte Rang.

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Michael Schumacher startet bei seinem Formel-1-Comeback «nur» aus der vierten Reihe. Der siebenfache Champion zeigte beim ersten Härtetest nach seiner Rückkehr zwar, dass er durchaus nicht verstecken muss, ganz nach vorne reichte es aber bei weitem nicht. In den ersten beiden Qualifyings rutschte er jeweils knapp unter die Top 10 und konnte sich erst zum Schluss noch einmal leicht verbessern.

Der siebte Rang ist jedoch eine leise Enttäuschung, insgeheim hatte sich der Rekordweltmeister sicher mehr erhofft. Immer wieder hatte Schumacher betont, dass er seinen achten Titel holen will. Davon war nach dem Qualifying allerdings nichts mehr zu hören. «Die Sieben ist eine interessante Zahl, die irgendwie sehr gut zu mir passt. Trotzdem werde ich morgen versuchen, sie nach unten abzuarbeiten», kommentierte Schumacher. «Wir haben noch einiges am Auto zu arbeiten, um nach vorn zu kommen.»

Hinter Rosberg, Ferrari und Red Bull

Der Rückkehrer gibt sich vor dem ersten Rennen extrem zurückhaltend und will die riesigen Erwartungen etwas dämpfen. Schon während den Testfahrten betonte der Mercedes-Pilot aber immer wieder, dass er sich zu Beginn der Saison noch nicht als Siegfahrer sieht. Nach drei Jahren Abwesenheit wolle er sich erst wieder an die Belastung gewöhnen. «Ich bin deshalb mit dem Ergebnis zufrieden.» Dass er bislang immer hinter Teamkollege Nico Rosberg lag, wird Michael Schumacher aber sicher zu denken geben. Schliesslich ist er nicht zurückgekommen, um bei Mercedes nur die zweite Geige zu spielen.

Angetan von Schumachers Leistung bei seinem ersten Auftritt war Niki Lauda. «Besser kann man hier nicht beginnen», sagte der frühere Weltmeister. «Wer hier von Anfang erwartet, dass er vorne mitfährt, hat keine Ahnung von der Formel 1.» Wie Lauda glauben viele Experten, dass Schumacher erst Mitte Saison so richtig aufdrehen wird. Bis dann kann er seine Erfahrung einbringen und das Auto schneller machen. Denn noch scheinen der Rekordweltmeister und sein Mercedes gegenüber Vettel im Red Bull nicht ganz ebenbürtig zu sein. Auch im Vergleich mit seinem Ex-Team Ferrari scheint der Silberpfeil noch einige Defizite zu haben. Aber wer weiss, vielleicht bringt das sonntägliche Rennen bereits die erste grosse Überraschung.

(pre)

Formel 1: GP von Belgien (11/19)

Rang Name Land Team
1 Sebastian Vettel De Red Bull
2 Mark Webber Au Red Bull
3 Jenson Button Gb McLaren
4 Fernando Alonso Sp Ferrari
5 Michael Schumacher De Mercedes
6 Nico Rosberg De Mercedes
7 Adrian Sutil De Force India
8 Felipe Massa Br Ferrari
9 Witali Petrow Rus Lotus-Renault
10 Pastor Maldonado Ven Williams
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