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11. März 2010 14:29; Akt: 11.03.2010 14:29 Print

Schumacher-Comeback: Fluch oder Segen?Schumacher-Comeback: Fluch oder Segen?

von Philipp Reich - Vor der neuen Formel-1-Saison dreht sich alles um Michael Schumacher. Nach drei Jahren kehrt der Rekordweltmeister ins Cockpit zurück und kämpft wieder um Punkte und den Titel. Das Schumi-Comeback: Ein Ärgernis oder ein Glücksfall für die «Königsklasse»?

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(geboren am 3. Januar 1969 in Hürth-Hermülheim) debütierte 1991 in Spa für das Jordan-Team - weil Stammfahrer Bertran Gachot nach einem Streit mit einem Taxifahrer im Gefängnis sass. Schumacher fuhr im Qualifying überraschenderweise auf Platz sieben, schied im Rennen dann aber bereits nach 500 Metern mit einer defekten Kupplung aus. Nach nur einem Rennen warb das Benetton-Team, das mit dem dreifachen Weltmeister Nelson Piquet schon mehrere GP's gewonnen hatte, Jordan das 21-jährige Talent ab. Schumacher ersetzte den entlassenen Roberto Moreno. Beim GP von Italien holte der Deutsche im selben Jahr seine ersten beiden WM-Punkte. 1992 folgte der erste Podestplatz mit Rang 3 in Mexiko ... ... und in Spa - also exakt ein Jahr nach seinem Formel-1-Debüt - holte sich Schumacher seinen ersten Sieg in der Formel 1. Schumachers Karriere ging steil weiter: 1994 gewann er seinen ersten Weltmeistertitel nach einem engen Kampf mit Teamkollege Damon Hill. 1995 doppelte Schumacher gleich nach. Privat lief bei Schumacher auch alles rund: Am 1. August 1995 heiratete er seine damalige Freundin Corinna. 1996 wechselte der Doppelweltmeister zu Ferrari - obschon das Team zu dem Zeitpunkt etwas hinterherhinkte. Durch Schumacher erhoffte man sich bei der «Scuderia» den nötigen Aufschwung. Zudem machte man dem Deutschen auch auf Betreiben von Bernie Ecclestone ein gutes Angebot, das er nicht ausschlagen konnte. Ferrari war zwar seit mehreren Jahren nicht mehr konkurrenzfähig, doch durch den neuen Teamchef Jean Toddt waren die Weichen für eine bessere Zukunft bereits gestellt. Schumacher fuhr in der Saison 1996 zwar einen Sieg für Ferrari ein und schürte damit die Hoffnungen der Fans. Doch es sollte der einzige bleiben, da sein Auto schlicht und einfach nicht konkurrenzfähig war. 1997 holte Ferrari auf Schumachers Initiative hin die beiden «Benetton-Hirne» Ross Brawn und Rory Byrne. In der Folge war der neue Wagen um einiges besser, als noch im Jahr zuvor. Schumacher fuhr vorne mit und ergatterte den Vize-Weltmeistertitel ... ... weil er aber beim GP von Spanien den Ausfall des späteren Weltmeisters Jacques Villeneuve provozierte, zog die FIA dem Deutschen nachträglich Punkte ab und der Vize-Weltmeistertitel war weg. 1998 fuhr Schumacher zwar sechs Siege ein, dennoch war McLaren-Mercedes vor allem zu Beginn der Saison überlegen. Der Titel ging an Mika Häkkinen. Die Saison 1999 begann mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Schumacher und Häkkinen. Von den ersten sieben Rennen gewann der Deutsche zwei, der Finne deren drei. Doch dann kam es beim GP von Silverstone zu einem der Tiefpunkte in der Karriere von Michael Schumacher: Kurz nach dem Start versagten die Bremsen seines Boliden und er krachte mit 107 Stundenkilometern in einen Reifenstapel. Der Ferrari-Pilot brach sich den rechten Unterschenkel und musste sechs Rennen aussetzen. Damit war die Weltmeisterschaft 1999 für ihn gelaufen. Im Jahr 2000 begann sie dann, die Ära Schumacher: Es folgte Weltmeistertitel Nr. 3 (2000) ... ... Nr. 4 (2001) ... ... Nr. 5 (2002) ... ... Nr. 6 (2003) ... ... und Nr. 7 (2004). 2005 kamen Schumacher und Ferrari plötzlich nicht mehr richtig auf Touren. Es stellte sich heraus, dass Reifenhersteller Bridgestone nach eigenen Angaben bei der Entwicklung «zu konservativ gedacht» hatte. Da Ferrari als einziges Spitzenteam auf Bridgestone unterwegs war, fuhren die anderen Rennställe den Roten davon. Erst im neunten Rennen der Saison in Indianapolis konnte Schumacher seinen ersten Sieg einfahren - allerdings hatte er nur fünf Konkurrenten zu bezwingen, da alle Michelin-Teams wegen Sicherheitsbedenken des Herstellers nicht teilnehmen konnten. Ferrari hatte aber weiterhin Mühe und der Deutsche musste sich die Titelverteidigung schon bald abschminken. Fernando Alonso trat seine Nachfolge an. Regeländerungen erlaubten Ferrari 2006, die Nachteile der vergangenen Saison zu minimieren. Michael Schumacher fuhr wieder vorne mit. Titelverteidiger Alonso und Schumacher lieferten sich in der Folge einen heissen Kampf um die WM-Krone. Am 10. September 2006 platzte dann die Bombe: Michael Schumacher gab beim GP von Monza offiziell seinen Rücktritt per Ende Saison bekannt. Schumacher wollte sich mit seinem achten Weltmeistertitel aus der Formel 1 verabschieden - und es sah gut aus für den Deutschen. Zwei Rennen vor Schluss lag er punktemässig gleichauf mit Fernando Alonso. Doch im darauffolgenden GP von Japan schied Schumacher in der 37. Runde in Führung liegend aus - Alsonso gewann das Rennen. Damit war der Titel in weite Ferne gerückt. In seinem letzten Rennen verpasste Schumacher als Vierter das Podest. Alonso schnappte sich zudem den Titel. Damit trat Schumacher nach dem GP von Brasilien im Oktober 2006 «ungekrönt» zurück, zumindest aber als Vize-Weltmeister. Seine Karriere konnte sich sehen lassen: Auf sieben Weltmeistertitel, 91 Siege, 154 Podestplätze und 68 Pole-Positions in 249 Rennen blickte er zurück. Ferrari und die ganze Motorsportwelt verabschiedete sich wehmütig von ihrem Star. Doch Schumacher blieb der Formel 1 und der «Scuderia» treu: Seit 2006 ist er bei Ferrari als Berater tätig, hin und wieder setzt er sich auch für eine Testfahrt in den Boliden. Nach seinem Rücktritt entdeckte Schumacher zudem eine neue rennsportverbundene Leidenschaft: das Motorradfahren. Dabei fiel er immer wieder durch Stürze auf. Im Februar 2009 verletzte er sich dabei am Nacken. Am 29. Juli 2009 gab Schumacher sein Comeback in der Formel 1 bekannt: Er wollte Felipe Massa ersetzen, der seine Saison nach seinem Horrorcrash am Hungaroring beenden musste. Doch aus dem geplanten Comeback wurde nichts. Die hartnäckigen Nackenprobleme, die den Rekordweltmeister nach seinem Motorrad-Unfall immer noch plagten, liessen die Rückkehr ins Cockpit nicht zu. Vom Tisch waren die Comeback-Pläne nicht: Am 23. Dezember 2009 bestätigte Schumacher nach wochenlangen Gerüchten seine Rückkehr in die Formel 1 für die Saison 2010. Mercedes GP Petronas hiess sein neues Team. Doch der Comeback-Versuch verlief alles andere als planmässig. Einen Rennen vor Saisonende stand Schumacher immer noch ohne Podestplatz da und in der Fahrerwertung resultierte lediglich der neunte Rang.

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Wenn in Bahrain am Freitagmorgen mit dem ersten Freien Training die neue Formel-1-Saison beginnt, sind alle Augen auf Michael Schumacher gerichtet. Nach der dreijährigen Rennpause fährt der siebenfache Weltmeister zum ersten Mal wettkampfmässig in seinem neuen Mercedes. «Ich geniesse es, im Auto zu sitzen und gegen die Leute auf der Strecke zu kämpfen. Das habe ich vermisst», freut sich Schumacher auf den Saisonstart. Doch der Rekordweltmeister will nicht nur mitfahren, seine Ziele sind hoch, sehr hoch. «Ich will Weltmeister werden, keine Frage», gibt der 41-Jährige unverhohlen zu.

Erfolgreich, aber überehrgeizig

Arroganz oder gesundes Selbstvertrauen? Auch unmittelbar vor seinem Comeback polarisiert Schumacher die Massen. Während sich viele Formel-1-Fans auf die Rückkehr des Rekordweltmeisters freuen, hätten ihn andere lieber nicht mehr auf den Rennstrecken gesehen. Zwar ist Schumacher mit seinen sieben WM-Titel und 91 GP-Siegen der erfolgreichste Formel-1-Fahrer aller Zeiten, doch neben seinen grossartigen Erfolgen waren da auch unschöne Momente, und sein übersteigerter Ehrgeiz kostete ihn immer wieder Sympathien.

Seinen ersten Weltmeistertitel holt Schumacher 1994 nur dank einem Crash mit Damon Hill im letzten Rennen. Auch 1997 endet das Titelrennen mit einem unrühmlichen Saisonfinale: Schumacher schiesst Villeneuve absichtlich ab. Doch der Kanadier kann weiterfahren und holt sich doch noch den Titel, der Deutsche wird nach dem Vorfall aber aus der WM-Wertung gestrichen. Auch kurz vor seinem Rücktritt sorgte «Schummel-Schumi», wie er in den Medien immer wieder genannt wurde, noch einmal für Kopfschütteln. Im Qualifying zum GP von Monaco blieb der Deutsche 2006 mit der besten Zeit in der letzten Kurve stehen und hält die Konkurrenz auf. Schumacher wird strafversetzt und muss im Kampf zum achten WM-Titel wichtige Punkte abgeben.

Liebling der Fans

Trotz seiner Fehler liebten ihn seine Fans wie keinen Zweiten. Die Ferraristi behandelten den «Tedesco» wie einen der ihren und hätten ihm wohl am liebsten die italienische Staatsbürgerschaft angeboten. In Deutschland entfachte Schumi ein nie dagewesenes Formel-1-Fieber und schraubte seine Popularität in ungeahnte Höhen. Die «Schumimania» erfasste das ganze Land. Obwohl mit Sebastian Vettel der aktuelle Vizeweltmeister und insgesamt fünf Deutsche in der «Königsklasse» engagiert sind, dreht sich auch vor der neuen Saison (fast) alles ums Schumacher-Comeback.

Die Konkurrenz wird in den Hintergrund gedrängt. Doch das scheint Schumis Gegner nicht wirklich zu stören. Teamkollege Nico Rosberg sagt wie die meisten anderen Fahrer, dass ihm der Rummel um Schumacher nichts ausmache, dass die Titelchancen des Rekordweltmeisters intakt seien und dass es eine Ehre sei, gegen den Besten aller Zeiten zu fahren. Wie Rosberg freuen sich die meisten anderen Fahrer auf die Saison «alle gegen Schumi» und hoffen wohl insgeheim, die Nase vor dem Rekordweltmeister ins Ziel zu bringen.


Was ist Ihre Meinung? Glauben Sie, dass Schumachers Comeback eine Bereicherung für die Formel 1 ist oder ärgern Sie sich über die Rückkehr von «Schummel-Schumi»? Diskutieren Sie im Talkback mit!

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  • Christa Schmid am 14.03.2010 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kann der nicht ohne Medien sein

    Ich denke die Schummelei fängt wieder an und wenn es darauf ankommt wird auch erneut abgeschossen. Die 7 Titel sind eh nicht ehrlich, denn er hat auf jeden Fall Villeneuve und Hill abgeschossen. Er geht über Leichen um Erfolg zu haben.

  • Ursus am 12.03.2010 22:30 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg

    Kommt Leute, seit doch ehrlich: Ehrlichen Erfolg gibt es nicht! Die Einen dopen sich hoch, die Andern nehmen halt die Ellbogen. Und Aufhören sollen nur die, denen der Biss fehlt oder halt das Können.

  • toni keusch am 12.03.2010 02:48 Report Diesen Beitrag melden

    weil 7 titel

    man muss sich doch fragen warum man immer von 7 weltmeistertitel fuer schummi spricht. 3 x hat er einen abgeschossen um weltmeister zu werden also bitte 7 - 3 4 X WELTMEISTER ist ok. fahren kann er, da sagt auch niemand was anders, aber bitte schoen herr schunmacher freuen sie sich wirklich an weltmeistertiteln die sie mit unfairen angriffen resp abschuessen erreicht haben.schade um sie.schwer fan von ihnen zu sein wenn sie solche mittel anwenden. bitte schoen, fairplay der herr schuhmacher wohl nicht

Formel 1: GP von Belgien (11/19)

Rang Name Land Team
1 Sebastian Vettel De Red Bull
2 Mark Webber Au Red Bull
3 Jenson Button Gb McLaren
4 Fernando Alonso Sp Ferrari
5 Michael Schumacher De Mercedes
6 Nico Rosberg De Mercedes
7 Adrian Sutil De Force India
8 Felipe Massa Br Ferrari
9 Witali Petrow Rus Lotus-Renault
10 Pastor Maldonado Ven Williams
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