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Kobayashi im Sauber-Ferrari
18. Dezember 2009 16:00; Akt: 18.12.2009 16:15 Print
Wie gut sind japanische Formel-1-Fahrer?
von Patrick Toggweiler - Die Beziehung zwischen dem Land der aufgehenden Sonne und dem Formel-1-Sport ist gespalten. Motoren, Reifen, Technologie, Rennställe, Sponsoren – vieles hat Japan der Formel 1 geschenkt. Ein wirklich guter Fahrer war allerdings noch nicht dabei.
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Mit Buemi an der Spielkonsole
Sechs japanische Fahrer konnten in ihrer bisherigen Karriere WM-Punkte einfahren. Einer davon sitzt nun im neuen Sauber-Ferrari. Kamui Kobayashi. Ein «Paydriver» - einer, der nur im Cockpit sitzt, weil sein Fahrtwind finanzstarke Sponsoren aufwirbelt - soll er nicht sein. Peter Sauber wehrt sich gegen diesen Vorwurf trotz nun möglichen Panasonic-Millionen. Immerhin überzeugte Kobayashi bei seinen zwei ersten Formel-1-Auftritten in Abu Dhabi und Brasilien mit fahrerischem Talent. Er brachte den späteren Weltmeister Jenson Button beinahe zur Verzweiflung und überholte den Routinier Giancarlo Fisichella rotzfrech. Ein vielversprechendes Talent also aus einem Land, aus dem in Sachen Fahrer für die Formel-1 bisher nicht viel Gutes kam. Ein Blick zurück:
Alle Augen sind auf ihn gerichtet: Kamui Kobayashi.
Aguri Suzuki
Aguri Suziki schaffte in seiner sieben-jährigen Karriere zwischen 1988 und 1995 als Formel-1-Fahrer, was später den meisten japanischen Fahrern verwehrt blieb: 1990 erreichte er im Heimrennen einen Podestplatz. Trotzdem reichte es in 65 Rennen nicht zu mehr als 8 WM-Punkten. Nach einem schweren Unfall beendete Suzuki nach sieben Jahren 1995 seine Fahrerkarriere und kehrte 2006 mit einem eigenen Team zurück in die Formel 1. Viel Erfolg war ihm aber auch damit nicht beschert. 2008 löste sich der Rennstall wieder auf.
Ukyo Katayama
Die Zahl fünf begleitete Ukyo Katayama durch seine Formel-1-Karriere: Fünf Jahre (1992 bis 1997) fuhr der Mann aus Tokio in der Formel 1. Sein bestes Ergebnis war ein fünfter Platz (in Brasilien). In 95 Rennen resultierten bescheidene fünf WM-Punkte. Dreherkönig oder Kamikaze nannten sie ihn. Markenzeichen des Hobbybergsteigers waren viele unnötige Dreher, seine enorme Halsmuskulatur und ein ausgesprochen unorthodoxer Fahrstil – nicht aber Podestplätze. Nach seiner Fahrer-Karriere setzte sich Katayama ein neues grosses Ziel: Die Besteigung des Mount Everest ohne Sauerstoffmaske. Vielleicht sollte er dieses aber nochmals überdenken. Denn: Kürzlich musste er vom Mount Fuji aus Bergnot gerettet werden. Zwei seiner Begleiter überlebten den Ausflug nicht und werden noch immer vermisst.
Takuma Sato
Mit 44 WM-Punkten ist Takuma Sato der erfolgreichste japanische Fahrer der Formel-1-Geschichte. Sato gelang gar einmal der Sprung aufs Treppchen (Indanapolis 2004). Zuletzt stieg Sato für Super Aguri in die Eisen – trotz Rekordpunktzahl haftete aber auch ihm ein zweifelhafter Ruf an: zu viel Risikobereitschaft und deshalb eine Gefahr für sich und die Umwelt. So das Verdikt. Eine Kollision mit Michael Schumacher (2005) kostete ihn beinahe die Karriere. Nur weil Honda bei Super Aguri einsiteg, erhielt Sato nochmals eine Gnadenfrist. Sato ist der einzige japanische Fahrer, welcher je ein Rennen aus der ersten Reihe in Angriff nehmen konnte.
Die Nakajimas
1987 debütierte Satoru Nakajima als 34-Jähriger in der Formel-1. Ohne Motorenhersteller Honda hätte es der Oldie in diesem hohen Alter wohl nicht mehr in die Königsklasse geschafft. Obwohl als Talent verschrien, fuhr er seinen Teamkollegen stets hinterher: Während Ayrton Senna auf dem Lotus-Honda auf den dritten WM-Platz fuhr, platzierte sich der Mann ausserhalb der Top-Ten. Nicht anders erging es ihm gegen Piquet, Alesi und Stefano Modena.
Ein weiterer Nakajima, Satorus Sohn Kazuki, dürfte besser in Erinnerung sein. Zwischen 2007 und 2009 erreichte der 24-jährige bisher neun WM-Punkte. Mit dem Ausstieg von Toyota scheint sein Formel-1-Schicksal allerdings besiegelt zu sein. Bezeichnend sein letzter Grand Prix in Brasilien: Nakajima fährt Neo-Sauber-Pilot Kobayashi ins Heck, als dieser aus der Boxengasse kommt. Nakajima fällt aus, Kobayashi fährt ein sensationelles Rennen zu Ende. Hoffentlich für Sauber-Ferrari ein Zeichen für die Zukunft.


























