Inter erpresst Sneijder

30. November 2012 12:03; Akt: 30.11.2012 12:48 Print

«2 Millionen weniger Lohn oder du spielst nicht»

Wesley Sneijder ist topfit, sitzt aber nur auf der Bank. Der Grund: Inter Mailand will vom Holländer eine Unterschrift, mit welcher er weniger Gehalt akzeptiert. Dieser denkt nicht daran.

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Wesley Sneijder ist derzeit nicht zu beneiden. Zwar verdient der holländische Starkicker von Inter Mailand jährlich sechs Millionen Euro, der Mittelfeldspieler kommt aber seit dem 26. September nicht mehr zum Einsatz.

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«Er wird nicht spielen, bis er den notwendigen Veränderungen in seinem Vertrag zustimmt», soll Marco Branca, technischer Direktor bei Inter, seinem Starspieler gedroht haben. Doch was steckt hinter dieser Aussage? Inter will mit Sneijder seinen bis 2015 laufenden Vertrag bis 2017 verlängern. Der Haken dabei: Nach der Unterschrift würde der 28-jährige Holländer «nur» noch vier anstatt sechs Millionen kassieren. Bisher ist dies aber nicht eingetroffen.

Inter droht Ärger

Nun hat sich die internationale Spielervereinigung Fifpro eingeschaltet. Diese verurteilt das Verhalten von Inter scharf. Fifpro-Präsident Leo Grosso spricht von einer «gravierenden und inakzeptablen Verletzung» von Sneijders Rechten. Ein solches Verhalten kenne man von den Mailändern nicht. «Diese Situation wundert mich, denn Inter hat sich bisher stets korrekt zu seinen Spielern verhalten», so Grosso gemäss «Welt.de» weiter. Inters Führungsetage wehrt sich: «Keine Spur von Erpressung, Sneijder ist ein freier Mann.»

Das Problem von Inter: Die finanzielle Situation beim Champions-League-Sieger und italienischen Meister von 2010 hat sich in den vergangenen zwei Jahren drastisch verschlechtert. Topverdiener wie Lucio, Maicon und Julio Cesar wurden im Sommer abgegeben. Sneijder sollte eigentlich auch gehen, von 20 bis 25 Millionen Ablöse war die Rede. Ein Interessent fand sich keiner – wohl auch, weil der Holländer in Sachen Lohn nicht gerade billig ist.

Gleiches Problem bei Llorente

Nicht nur auf Inter Mailand hat die Fifpro ein Auge geworfen. Die Situation von Athletic Bilbaos Starstürmer Fernando Llorente ist ebenfalls alarmierend. «Fernando Llorente hat einen Vertrag bis Mitte 2013. Vergangenen Sommer weigerte er sich, einen neuen Kontrakt bei den Basken zu unterzeichnen. Seitdem setzt ihn Trainer Marcelo Bielsa auf die Ersatzbank und er kommt nur noch als Ersatzspieler für wenige Minuten zum Einsatz», urteilt die Fifpro gemäss der spanischen Zeitung «As». Der Stürmer war auf dem Sommer-Transfermarkt begehrt, doch Bilbao war nicht bereit, ihn abzugeben.

Die Spielervereinigung Fifpro will sich nun mit der Fifa und der Uefa zusammensetzen, um Massnahmen gegen Vorangehensweisen einiger Klubs zu ergreifen. Denn nicht nur Sneijder und Llorente sind nach Aussage von Fifpro-Generalsekretär Theo van Seggelen betroffen. «Viele Klubs in Europa tun dies in gleichem Ausmass. Es ist an der Zeit, dass sich dies ändert.»

(als)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • berner am 30.11.2012 13:13 Report Diesen Beitrag melden

    kein Erbarmen mit Sneijder

    Ich mag mich erinneren als sich Sneijder mal lustig gemacht hat über das "tiefe" Gehalt seiner Nati-Kollegen. Daher würde ich es im wünschen das er um einiges weniger verdient in Zukunft oder aber auf der Bank sitzt.

  • Steff am 30.11.2012 13:33 Report Diesen Beitrag melden

    Recht so...

    Wo steht geschrieben, dass ein Spieler immer spielen muss?! Es ist das gute Recht eines Vereins einen Spieler aus welchen Gründen auch immer auf die Ersatzbank zu setzen. Seit dem Bosman Urteil haben die Spieler sowieso zu viel Rechte und nutzen diese auch schamlos aus. Dreht ein Verein den Spiess, schon steht die Spielervereinigung in den Startlöchern...

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  • franco am 30.11.2012 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    interpersempre

    Ich bin froh wenn sneijder weg ist...er ist immer verletzt und zu teuer..es müssen junge talente spielen wie juan jesus coutinho usw...forza nerazzurri vinciamo sto scudetto!!!

Die neusten Leser-Kommentare

  • M.F. am 01.12.2012 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrag ist Vertrag

    Ein Vertrag ist ein Vertrag. Klar verdienen diese Fussballspieler viel zu viel, daran ist aber der Markt schuld. Verträge sind einzuhalten, daher ein absolutes Fehlverhalten des Vereins.

  • Phil D. ER am 30.11.2012 17:33 Report Diesen Beitrag melden

    Völlig verständlich!

    Sneijder ist zwar noch einer der besseren Spieler, aber deren ungerechtfertigt hohe Löhne für relativ wenig Verantwortung... lächerlich. Zudem werden die 'Stars' total verhätschelt und ihnen wird fast alles Organisatorische abgenommen.

  • D.B./O. am 30.11.2012 16:11 Report Diesen Beitrag melden

    keine Spielgarantie

    Grundsätzlich hat ein Spieler einen befristeten Vertrag. Wenn er im Vertrag keine Stammplatzgarantie aufgeführt hat, kann er nicht damit rechnen, auch immer eingesetzt zu werden. Es ist also durchaus legitim für einen Verein, sich teure Spieler zu leisten und auf deren Arbeitskraft zu verzichten. Wenn man sich's leisten kann. Bayern München macht doch das schon seit Jahrzehnten. Die besten Spieler der Konkurrenz abzukaufen, obwohl man sie gar nicht braucht.

  • s. am 30.11.2012 16:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Überbezahlte Star Spieler bekommen einfach den Hals nicht voll 6-2 sind immer noch satte 4 Millionen Euro Gehalt pro Jahr!!!

    • Winti Tour am 30.11.2012 23:10 Report Diesen Beitrag melden

      Unglaublich blöd

      Überbezahlt hin oder her, die dummen sind die Vereine, welche (in erster Instanz) solche Verträge anbieten...

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  • franco am 30.11.2012 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    interpersempre

    Ich bin froh wenn sneijder weg ist...er ist immer verletzt und zu teuer..es müssen junge talente spielen wie juan jesus coutinho usw...forza nerazzurri vinciamo sto scudetto!!!