Fabian Schär

22. November 2012 23:04; Akt: 23.11.2012 00:02 Print

«Das gibt ein Bierli für Yann»

von Eva Tedesco - Fabian Schär schafft, was den FCB-Offensivkräften in fünf Spielen zuvor nicht gelungen war. Der Abwehrchef erzielt den ersten Treffer gegen Sporting Lissabon und beendet den Fluch gegen die Portugiesen.

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FCB-Verteidiger Fabian Schär trifft gegen Sporting Lissabon zum 1:0. Es war der zweite Europacup-Treffer des 20-Jährigen. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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2:0, 3:0, 2:0, 1:0 und 0:0 lauteten die Resultate der Rotblauen vor dem Auftritt am Donnerstagabend gegen Sporting Lissabon. In 450 Minuten hatten die Bebbi in Europa- und Champions League keinen einzigen Treffer gegen die Portugiesen erzielen können. Nach 474 Minuten trifft ausgerechnet ein Verteidiger: Fabian Schär drückt in der 24. Spielminute einen Querpass von Valentin Stocker zur 1:0-Führung der Basler ins Tor von Keeper Rui Patricio.

«Natürlich habe ich von dem Umstand gehört, dass der FCB zuvor noch nie ein Tor gegen Sporting erzielt hat», sagt der junge Torschütze, der am 20. Dezember erst 21 Jahre alt wird. «Aber im Spiel denkt man nicht an solche Sachen.» Für Schär, der erst im Sommer von Wil zum FCB kam, war es bereits der 4. Saisontreffer. Zweimal hat der Abwehrspieler in der Liga und zweimal im Europacup getroffen. Mehr FCB-Tore haben in dieser Saison bisher nur der gegen Sporting gesperrte Captain Marco Streller und Alex Frei erzielt.

Yakin voll des Lobes für Schär

«Für mich ist nicht entscheidend, wer die Tore schiesst», sagt Murat Yakin. «Aber man weiss, dass Fabian torgefährlich ist und er gern am richtigen Ort steht.» Der FCB-Trainer ist voll des Lobes über seinen jungen Innenverteidiger, dem man viel Ähnlichkeit mit der Spielweise und den Anlagen des jungen Yakin nachsagt. Yakin: «Fabian hat Qualität, er ist schnell und glaubt an seine Stärke. Man sieht, dass er mit Dragovic gut harmoniert und kommuniziert. Seine Spielauslösung, der erste Pass, aber auch seine diagonalen Pässe sind wunderbar.»

Und der Fehler in der 38. Minute, der fast zum Ausgleich geführt hatte? Schär: «Das war dumm von mir und hat mich selbst geärgert. Zum Glück hat Yann (Sommer, Anmerk. d. Red.) meinen Fehler ausgebügelt. Das gibt ein Bierli für ihn.» Und Yakin zur Szene: «Das ist eine Sache der Konzentration und da muss er noch dazulernen. Er scheut das Risiko nicht, aber er muss lernen, wann der richtige Zeitpunkt da ist, etwas zu riskieren.»

Nach der Gala gegen GC, auch in der Europa League top

Und da ist der 20-Jährige bei Yakin, dem wohl ehemals besten Abwehrchef der Schweiz und 49-fachen Internationalen, an bester Adresse. «Wir sind schon ähnliche Spieler», sagt Schär auf Yakin angesprochen. «Klar ist es für mich einfacher, wenn der Trainer die Position kennt. Er spricht auch viel mit mir und gibt mir Tipps. Ich kann sehr viel von ihm lernen.» Als Vorbild nennt er Yakin aber nicht. «Vorbilder im eigentlichen Sinn habe ich nicht», so der Shootingstar in der FCB-Innenverteidigung, «ich versuche, von guten Spielern das Beste mitzunehmen.»

Nach der 4:0-Gala letzten Sonntag gegen GC glänzte der FCB vier Tage später auch auf dem europäischen Parkett. Denn nach dem Führungstreffer trafen Valentin Stocker (66.) und David Degen (70.) – jeweils nach starker Vorarbeit von Mohamed Salah – zum 3:0-Schlussstand. Es war bereits der sechste Sieg im achten Spiel unter Murat Yakin. «Die Mannschaft zeigt eine gute Entwicklung», so Yakin, «wir wollten dominant sein und waren dominant. Aber es gibt keinen Grund zum Abheben – wir sollten eher etwas auf die Euphoriebremse steigen. Schon am Sonntag wartet in Thun ein schwieriges Spiel auf uns.»
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FCB-Trainer Murat Yakin nach dem 3:0 gegen Sporting Lissabon. (Video: 20 Minuten Online)