YB-Trainer Rueda

06. Dezember 2012 22:43; Akt: 07.12.2012 13:06 Print

«Das ist einer der bittersten Momente»

von Eva Tedesco - Ein Berner Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt. YB scheidet aus der Europa League aus und ist enttäuscht wie selten zuvor.

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YB fliegt trotz Sieg gegen Anschi aus der Europa League. Trainer Martin Rueda ist enttäuscht. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Das sieht man wohl auch ganz, ganz selten: YB gewinnt gegen die Millionen-Startruppe Anschi 3:1 und steht am Ende mit langen Gesichtern da. Die Enttäuschung war Spielern und auch Trainer Martin Rueda anzusehen. Der YB-Trainer sah gezeichnet aus nach dem Ausscheiden aus dem Europacup. «Wir sind enttäuscht, dass wir wie Liverpool und Anschi zehn Punkte haben und die K.o-Phase dennoch verpasst haben», so Rueda nach dem Sieg, der am Ende eine bittere Niederlage ist.

«So etwas habe ich noch nie erlebt», so der YB-Trainer, «Nicht als Spieler und nicht als Trainer. Wir haben in einer sehr schwierigen Gruppe mit Spitzenteams wie Liverpool und Anschi sehr gute Leistungen gezeigt und gleich viele Punkte gemacht und trotzdem reichts nicht. Das habe ich wirklich noch nie erlebt.» Dafür musste Rueda wohl wirklich erst nach Bern kommen. Denn irgendwie passt auch diese Situation zu den Gelbschwarzen der letzten Jahre. Es gäbe einige Beispiele, aber herausgepickt sei ein Müsterchen: Da führen sie eine komplette Meisterschaft lang die Tabelle an und vergeigen am letzten Spieltag im Mai 2010 den Titel gegen den FCB.

Ein Remis in Moskau hätte gereicht

So ähnlich kann man es auch auf den Europacup umlegen. Nur hatte es YB gegen Anschi am Donnerstagabend nicht in den eigenen Füssen. Das Weiterkommen der Berner war vom Resultat zwischen Udinese und Liverpool abhängig. Wo aber haben es die Hauptstädter vergeigt? Rueda: «Vielleicht beim 3:5 gegen Liverpool, aber ganz sicher in Moskau, wo wir gut und gerne ein Remis herausholen hätten können.» Dann hätte es tatsächlich auch gereicht.

Bitter war es auch für Moreno Costanzo. Der feine Techniker schmorte in der aktuellen Saison meist auf der Ersatzbank. Gegen Anschi kam er, auch weil sich Elsad Zverotic verletzt hat, endlich wieder einmal von Beginn an zum Zug – und zahlte das Vertrauen des Trainers mit dem Treffer zum 2:1 (52.) zurück. Es war ein Muster der besonderen Qualitäten des 24-Jährigen. Ein Schuss aus der Distanz mit viel Gefühl und unhaltbar für Keeper Vladimir Gabulov. «Die Enttäuschung überwiegt, wenn man mit zehn Punkten ausscheidet. Ich glaube, das ist einer der bittersten Momente, an die ich mich im Fussball erinnern kann.»
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Die YB-Spieler Moreno Costanzo und Alain Nef nach dem Sieg, der sich wie eine Niederlage anfühlt. (Video: 20 Minuten Online)

YB war schnell im Bild

YB sei über das Resultat im Parallelspiel informiert gewesen. Die Spieler erfuhren in der Halbzeitpause den Zwischenstand und Costanzo habe sich zudem beim Konditionstrainer informiert, als er nach seiner Auswechslung (73.) zur Bank kam. «Am Spielschluss waren wir auch schnell informiert, das war kein schönes Gefühl. Natürlich freue er sich über seinen Treffer. «Das Tor tut mir sicher gut, den ich hatte einige schwierige Momente zuletzt. Aber ich wäre doch lieber weitergekommen. Dennoch: Wir können stolz auf die Leistungen sein, die wir in der Europa League gezeigt haben. Das kann sich in der Schweiz sehen lassen. Jetzt ist die Doppelbelastung weg und wir können uns voll auf die Meisterschaft konzentrieren.»

Dort hat YB zuletzt auch in die Spur zurückgefunden. Wie werden die Berner aber das bittere Aus in Europa wegstecken? «Wir müssen seriös weiterarbeiten. Ich denke, im Vordergrund müssen unsere guten Leistungen stehen und uns Vertrauen und Sicherheit geben. Das Nicht-Erreichen des Sechzehntelfinals darf keinen Knacks in der Mannschaft auslösen. Was zählt, sind die Punkte und Siege, die wir geholt haben.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • heiri basler am 07.12.2012 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    dank von einem FCB-Fan

    kompliment an yb für diese tollen leistungen! das hätte ihnen niemand zugetraut. hoffen wir, dass yb hinter dem FCB wieder 2. wird in der meisterschft, damit die beiden teams welche regelmässig die uefa-punkte für die schweiz holen, auch die chance bekommen in der champions league zu spielen!

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  • Martin Keller am 08.12.2012 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    FCB 4-ever

    ich finde es schööön, das yb draussen ist.

  • FCB Fanfrau am 07.12.2012 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schade

    Ich habe bis zuletzt gehofft, dass Bern den Sprung in die 16.tel schafft. Hätte es ihnen von Herzen gegönnt. Bitte nicht (oder nur kurz) den Kopf hängen lassen und weiterkämpfen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • smoenybfan am 08.12.2012 14:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich war schon mehr enttäuscht

    Das Spiel hat richtig Spass gemacht und am Schluss war es natürlich sehr schade, aber der Stolz, in der stärksten Gruppe gleich viele Punkte geholt zu haben wie der erste hat überwiegt.

  • Martin Keller am 08.12.2012 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    FCB 4-ever

    ich finde es schööön, das yb draussen ist.

  • FCB Fanfrau am 07.12.2012 15:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So schade

    Ich habe bis zuletzt gehofft, dass Bern den Sprung in die 16.tel schafft. Hätte es ihnen von Herzen gegönnt. Bitte nicht (oder nur kurz) den Kopf hängen lassen und weiterkämpfen.

  • René Schmid am 07.12.2012 11:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blöder Vergleich

    Die Meisterschaft 2010 kann man nun wirklich nicht mit dem EL-Out gestern vergleichen. Diesmal war YB vom Resultat anderer abhängig. Bei einer Liverpool-Niederlage wäre YB weitergekommen, selbst wenn sie gegen Anzhi 0:6 verloren hätten!

  • Michele am 07.12.2012 10:52 Report Diesen Beitrag melden

    Forza Milan

    Schade für YB, auch weil das Tor der Engländer, Offside war ! Dieser kleiner Fehler, wird den Berner Millionen an Einnahmen kosten und sowas darf einfach nicht passieren ! Aber Blatter und Platini wollen die Technologie nicht einführen ! Wirklich schade für YB ...

    • Antonio am 07.12.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Technologie

      Um das erste regelwidrige YB Tor von gestern zu annulieren hätte es keine Technologie dazu gebraucht. Es genügte die Regeln zu kennen.

    • Andre Wisdom am 07.12.2012 13:42 Report Diesen Beitrag melden

      Wo gibt es diese Fanbrille?

      Das 1:0 der Berner war absolut irregulär. Dann wäre Anzhi Machackala mit einem 1:0 in die Pause gegangen. Traore hätte nicht einen Elfer suchen müssen und nicht vom Platz gestellt worden. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen

    • Paul am 09.12.2012 04:30 Report Diesen Beitrag melden

      Fanbrille?

      @Andre: Hätte, könnte wenn und aber... Alles nur Spekulationen, wie es theoretisch hätte sein können, wenn dies und jenes nicht gewesen wäre. Also ich muss doch sehr bitten. Hören Sie auf solche Spekulationen zu propagieren, denn es weiss NIEMAND wie es gewesen wäre, falls es sich anders abgespielt hätte. Einfach nur lächerlich!!!

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