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Salatic vor dem Derby
01. Dezember 2012 17:35; Akt: 01.12.2012 17:36 Print
«Es ist das beste Spiel im Schweizer Fussball»
von Eva Tedesco - GC-Captain Vero Salatic will die tolle Vorrunde mit einem Sieg gegen den FCZ abschliessen. Er freut sich auf ein heisses Derby, richtet aber auch deutliche Worte an Krawallbrüder und Unruhestifter.
Salatic ist bei GC seit sechs Monaten «der Chef» auf und neben dem Platz. Es ist bemerkenswert, mit welch natürlicher Autorität er in seine neue Rolle bei seinem alten Arbeitgeber hineingewachsen ist. «Die Verantwortung belastet ihn nicht. Im Gegenteil, sie treibt ihn noch mehr an», sagt Trainer Uli Forte über den Captain seiner Wahl. Und recht hat er: Salatic scheut keine Verantwortung. Er ist omnipräsent, kontrolliert und korrigiert – auf und neben dem Platz. Er geht als Vorbild voran. Auch vor dem 230. Zürcher Derby, das der 26-Jährige unbedingt als krönenden Abschluss für eine tolle Vorrunde auch noch gewinnen will. Damit wäre GC Wintermeister – erstmals wieder seit 2002.
Bildstrecken FCZ-Fans stören TrainingVero Salatic, GC hat in der Derbywoche einige Aktionen durchgeführt, um die Relevanz des Derbys herauszustreichen und viele Fans ins Stadion zu locken. Was bedeutet Ihnen das Stadtrivalenduell?
Vero Salatic: Es ist das beste Spiel im Schweizer Fussball. Die Vorfreude ist riesig und wir sind heiss, denn wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen. Die Mannschaft war nur am Montag im «Mascotte» eine Stunde lang direkt involviert, danach waren es in erster Linie Fan-Veranstaltungen. Aber es war toll, was alles auf die Beine gestellt worden ist.
Bis Freitagabend sind knapp 14'000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt worden. Das verspricht den Saison-Zuschauerrekord. Offenbar ist GC drauf und dran, wieder mehr Fans ins Stadion zu locken.
Das war eines unserer Ziele. Es ist schön vor einer grossen Kulisse angefeuert zu werden, aber nicht von Krawallbrüdern, wie das schon der Fall war.
Sie sprechen das abgebrochene Derby am 2. Oktober 2011 an. Diese beschämende Fan-Episode, so fürchtet man, könnte mit dem von FCZ-Sympathisanten geklauten GC-Shirt eine Fortsetzung finden.
Solche Dinge sind natürlich schade, aber wir werden die richtige Antwort auf dem Platz geben. Es ist gut, wenn Matches und Derbys heiss sind. Aber es muss sich auf den Rasen beschränken und muss fair bleiben. Es kann nicht sein, dass Petarden auf unschuldige Zuschauer fliegen oder der Fussball unter Gewalt rundherum leidet. Das geht einfach nicht. Wir Spieler versuchen die Rivalität auch fair auszutragen, und unsere Gegner mit spielerischen Mitteln zu schlagen.
Haben Sie sich nach dem Vorfall mit GC-Fans darüber unterhalten oder das Gespräch gesucht?
Nicht direkt, ausser mit jenen Fans, mit denen wir Spieler nach den Spielen Kontakt haben.
Haben Sie nie an die Möglichkeit gedacht, mit dem FCZ-Captain Kontakt aufzunehmen und gemeinsam an die Fans zu appellieren?
Es gibt keinen Kontakt zu den FCZ-Spielern. Aber ich hoffe, dass auch die Zürcher den Dialog mit ihren Fans suchen und vor allem, dass die Radaubrüder vom letzten Mal auch eingesehen haben, dass so etwas absolut nicht geht. Ich hoffe, dass solche Dinge wie im letzten Oktober nie mehr passieren.
Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer ersten Vorrunde als Captain?
Es war eine neue Erfahrung für mich. Nach dem Spiel gegen den FCZ könnte ich zufrieden sein, wenn wir ganz oben stehen. Sollte es am Ende Platz zwei vor der Winterpause sein, wäre es auch nicht ganz so schlimm. Für mich persönlich, war es manchmal nicht ganz einfach mit den Jungen und in der neuen Rolle und ich musste auch meine Lehren ziehen. Es gab Situationen, da musste ich hart bleiben und andere, in denen ich ein Auge zugedrückt habe. Ich muss schauen, dass alles in der Spur bleibt, aber ich musste auch dazulernen und richtig einordnen, was in welcher Situation angebracht ist. Im Grossen und Ganzen, glaube ich, hat es gut geklappt. Wir haben eine gut funktionierende Hierarchie, die ist unabdingbar, und Teamgeist, das ist nicht minder wichtig.
Sehen Sie sich manchmal als «Papi», der für die Jungen sorgen muss?
(lacht) Auch in diese Rolle muss man erst hineinwachsen und ich spreche aus Erfahrung ... Aber sicher, mein Amt verlangt von mir, dass ich Verantwortung übernehme. Dazu gehören auch Dinge, die mir neben dem Platz nicht gefallen.
Nennen Sie Beispiele?
Einstellung, Aussendarstellung, Ordnung und Disziplin gehören dazu, und zwar nicht nur während den 90 Minuten im Spiel.
Die positive Vorrunde hat es Ihnen aber sicher einfach gemacht?
Wenn es gut läuft, ist es immer einfacher. Das ist ganz klar. Nach der schwierigen letzten Saison war es aber auch wichtig, dass Ruhe in die Mannschaft kommt.

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