Favre vor der Rückrunde

18. Januar 2012 17:58; Akt: 18.01.2012 22:40 Print

«Guardiola hätte es nicht besser gemacht»«Guardiola hätte es nicht besser gemacht»

von Sandro Compagno - Am Freitag startet Lucien Favre mit Borussia Mönchengladbach gegen Bayern München in die Rückrunde. Er tut dies mit sehr viel Selbstvertrauen.

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Lucien Favre hat gut lachen: Mit Gladbach kämpft er um den Einzug in die Champions League. (Bild: Keystone)

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Lucien Favre, Sie spielen erst gegen die Bayern, dann gegen Stuttgart, Wolfsburg und Schalke. Die Rückrunde beginnt mit einem Härtetest für Borussia Mönchengladbach.
Lucien Favre: Ja, das Programm ist sehr schwer. Aber wir können es nicht ändern. Im August war es ja genau gleich. Wir nehmen einfach Spiel für Spiel.

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Kann Favre mit Gladbach deutscher Meister werden?
31 %
65 %
4 %

Im August haben Sie das Startspiel der Saison gegen Bayern München 1:0 gewonnen. Wie lautet der Plan am Freitag gegen den Leader? Hinten dicht machen und vorne auf den Lieben Gott hoffen?
Nein! Wir wollen unser Spiel machen. Wir haben Respekt vor den Bayern. Sie sind der klare Favorit auf die Meisterschaft – vor Dortmund – und eine der besten Mannschaften Europas. Schauen Sie nur das Kader an: Das ist fast die Deutsche Nationalmannschaft, dazu Ribéry, Robben, Rafinha und Van Buyten. Wir haben Respekt, aber keine Angst.

Sie haben aus der Schiessbude Gladbach ein Abwehrbollwerk gemacht. In der Vorbereitung aber haben Sie auffällig viele Gegentore kassiert, 3:2 war eine Art Standardresultat. Ist die Borussia offensiver geworden auf Kosten der defensiven Ordnung?Wir haben in der Vorbereitung praktisch nie mit unserer Stammverteidigung gespielt, sondern oft gewechselt. Das macht viel aus. Ausserdem ist es mir egal, zwei Tore zu kassieren, wenn wir drei Tore schiessen.

Ist das so? In der Hinrunde haben Sie sich ja als Meister des digitalen Fussballs erwiesen und viele Spiele 1:0 gewonnen...
Das sehe ich anders. Wir haben Werder 5:0 geschlagen und Köln 3:0. Seit dem Spiel gegen Leverkusen (Ein 2:2 am 9. Spieltag trotz klarem Chancenplus, die Red.) kreieren wir in praktisch jedem Spiel sehr viele Torchancen.

Sie haben in der Winterpause gesagt, es sei ein Wunder, dass Sie auf Platz 4 stehen. Machen Sie damit nicht die Mannschaft schlechter als sie ist?
Verstehen Sie mich nicht falsch: Wir haben diese 33 Punkte verdient! Es war hart und wir mussten für jeden Punkt kämpfen. Wir stehen verdient da oben, aber wir müssen auf dem Boden bleiben. Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Wir sind die gleiche Mannschaft, die im Frühling den Klassenerhalt geschafft hat.

In einer Umfrage des «Kicker» unter Bundesliga-Profis wurden Sie mit 66% der Stimmen zum «Aufsteiger der Saison» gewählt. Im Kölner «Express» hat Sie Ottmar Hitzfeld als «Trainer des Jahres» bezeichnet und im «Tages-Anzeiger» sagt Daniel Jeandupeux, Sie seien einer der 20 besten Trainer der Welt. Wie viel Lob ertragen Sie?
Ich denke, ich bin gut. Punkt. Die haben alle recht. (Lacht) Guardiola und Mourinho hätten es 2011 auch nicht besser gemacht. Natürlich freut mich das Lob, es ist eine grosse Ehre. Aber jetzt beginnt die Rückrunde. Das wird eine Super-Herausforderung und sehr spannend.

Eine Herausforderung wird die Rückrunde auch angesichts der Personalpolitik Mönchengladbachs. Wie viel Unruhe haben die angekündigten Abgänge von Marco Reus und Roman Neustädter in die Mannschaft getragen?
Jetzt ist es okay, es ist ja mehr als zwei Wochen her. Am Anfang war das schon schwer zu verdauen, das gebe ich zu. Aber wir müssen positiv denken und das akzeptieren. Das ist Fussball. Wir mögen die beiden sehr, sie sind noch da und wir brauchen Spieler wie sie.

Es hiess, Sie möchten gerne Ihren Landsmann Fabian Lustenberger von Hertha Berlin verpflichten.
Nein. Das ist definitiv nicht die Wahrheit.

Auch um Ihre Person gab es Gerüchte: Erst hiess es, Sie überlegten sich, den Bettel hinzuschmeissen. Jetzt liest man, dass Gladbach gerne mit Ihnen verlängern möchte. Wo liegt die Wahrheit?
Ich freue mich über die Anerkennung meiner Arbeit. Ich habe hier in Mönchengladbach einen Vertrag bis 2013 und stehe mit der Vereinsleitung in ständigem und konstruktivem Dialog.

Jetzt sprechen Sie wie ein Politiker.
(Lacht) Finden Sie?

Ja.

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Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
23.05.12  Basel - Young Boys 1:2 (1:1)
23.05.12  Sion - Luzern 1:3 (1:1)
23.05.12  Lausanne-Sport - Grasshoppers 2:1 (1:1)
23.05.12  Thun - Zürich 2:4 (0:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 34 22 8 4 78 : 33 74

2. Luzern 34 14 12 8 46 : 32 54
3. Young Boys 34 13 12 9 52 : 38 51
4. Servette 34 14 6 14 45 : 53 48

5. Thun 34 11 10 13 38 : 41 43
6. Zürich 34 11 8 15 43 : 44 41
7. Lausanne-Sport 34 8 6 20 29 : 61 30
8. Grasshoppers 34 7 5 22 32 : 66 26

9. Sion 34 15 8 11 40 : 35 17 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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