FCL-Präsident Hauser

26. November 2012 16:34; Akt: 26.11.2012 16:52 Print

«Krawalle werfen uns meilenweit zurück»

von Martin Messmer - Wieder gerieten FCL-Chaoten am Sonntag in St. Gallen unter Gummischrot-Beschuss der Polizei. Luzern-Präsident Mike Hauser appelliert nun an die Fans.

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Hat genug von einigen unverbesserlichen FCL-Anhängern: Vereinspräsident Mike Hauser. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

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Was ist mit den FCL-Fans los?
Mike Hauser: Ich verstehe das auch nicht mehr. In St. Gallen wollten einige von ihnen mit einer Gleisbesetzung zwei Personen freipressen, die wegen Pyromaterials zu recht festgenommen worden waren. Dafür habe ich überhaupt kein Verständnis, zumal die Polizei fair und gut reagiert hat. Sie gab den Besetzern zuerst die Möglichkeit, das Gleis freiwillig zu räumen, bevor sie Gummischrot einsetzte. Solche Vorfälle werfen uns in unserer Fanarbeit meilenweit zurück. Und sie schaden nicht nur allen friedlichen Fans, sondern letztlich auch dem Verein und dem Fussball.

Wie sehr schaden solche Chaoten dem Verein?
Mike Hauser: Viel mehr, als sie sich selber vorstellen können. Wir hatten am Sonntag in St. Gallen sportlich einen guten Tag – darüber redet jetzt aber niemand mehr. Nochmals: Ich kann diese Personen überhaupt nicht verstehen, sie suchten die Konfrontation mit der Polizei richtiggehend. Wenn sie gegen etwas protestieren wollen, sollen sie das auf eine Art tun, die keinen Dritten schadet. Zudem argumentieren die Fans immer gegen Kollektivstrafen, aber hier bestrafen 50 Unbelehrbare ebenfalls das Kollektiv; 600 Luzerner Fans konnten wegen der Gleisbesetzung schliesslich nicht in den Zug einsteigen.

Daheim hat man die FCL-Fans offensichtlich im Griff. Warum führen sie sich nur auswärts in einer Art und Weise auf, die Polizeieinsätze nötig macht?
Mike Hauser: Das ist ein Phänomen, das man in der ganzen Schweiz beobachtet. Über die Gründe kann ich nur spekulieren. Vielleicht hat man das Gefühl, auswärts sei man anonymer als in der eigenen Stadt.

Gummischrot gegen Fussballfans: Hält die FCL-Führung diese Härte der Polizei für angebracht?
Mike Hauser: In St. Gallen ist das neue Hooligankonkordat bereits in Kraft, die Fans wissen, dass bei illegalen Vergehen konsequent gehandelt wird. Die Fans haben es in St. Gallen drauf ankommen lassen. Wenn jemand illegales Pyromaterial mitnimmt, muss er bereit sein, eine Strafe zu tragen.

20 Sicherheits-Mitarbeiter des FC Luzern begleiten die Fans an Auswärtsspiele, dazu zwei Fanarbeiter. Muss man das Personal weiter
aufstocken, um Fälle wie in St. Gallen zu verhindern?

Mike Hauser: Der Lead liegt immer ganz klar bei der Polizei, sie hat das Gewaltmonopol. Letztlich können wir bei Situationen wie nun in St. Gallen nichts anderes tun, als den Fans vor Ort gut zuzureden und die Polizei im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen. Da würden auch 100 Mitarbeiter nichts nützen.

Bereits am nächsten Mittwoch steht das nächste Auswärtsspiel bei YB an. Welche Massnahmen trifft der FCL, um neue Ausschreitungen mit seinen Fans zu verhindern?
Mike Hauser: Wir werden jetzt schnell einen runden Tisch einberufen, an dem Polizeicorps, Behörden und Fanarbeiter teilnehmen. Zudem hoffen wir, dass die Übeltäter aus St. Gallen ermittelt werden können; wenn ja, werden wir sie konsequent bestrafen. Und wir appellieren an die grosse Masse der anständigen Fans, damit innerhalb der Szene eine Selbstregulierung stattfindet.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Spoerri am 27.11.2012 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schikanöse Praxis 2

    ... mehrmals protestiert. Dies wollten wohl auch die Luzerner tun. Ob man dafür ein Gleis besetzen muss sei dahingestellt. Man sollte sich aber Fragen ob es Sinnvoll ist, Jugendliche welche einen Feuerwerkskörper mit sich führen, absichtlich so lange festzuhalten auch wenn die Beweislage klar ist. Man will damit erreichen das sie am Montag im (Lehr)Betrieb abwesend sind und dies erklären müssen. Einzig dazu dient diese Schikane. Zuzüglich zum 3 Jährigen Rayon- und Stadionverbot in der ganzen CH und x Tausend Fr. Busse eine weitere Strafe.

  • Alfons der Richter am 26.11.2012 17:49 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Kindergarten ..

    ...solange sich auch die Clubs keine Farbe bekennen und sich mit Kritik an ihren Fans zurückhalten, bleibt es ein Kindergarten, Mitläuferverein und somit das einzige Ventil vieler Jungen Leute und eben leider nicht mehr ..

  • Iviniho am 26.11.2012 17:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fc Luzern  

    Hört endlich auf die mit Samthandschuhen anzufassen . Jeder Hooligan gehört Minimum 1 Woche ins Gefängnis und sein Name wird in Der Zeitung publik gemacht und alle kosten übernehmen.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan Spoerri am 27.11.2012 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    Schikanöse Praxis 2

    ... mehrmals protestiert. Dies wollten wohl auch die Luzerner tun. Ob man dafür ein Gleis besetzen muss sei dahingestellt. Man sollte sich aber Fragen ob es Sinnvoll ist, Jugendliche welche einen Feuerwerkskörper mit sich führen, absichtlich so lange festzuhalten auch wenn die Beweislage klar ist. Man will damit erreichen das sie am Montag im (Lehr)Betrieb abwesend sind und dies erklären müssen. Einzig dazu dient diese Schikane. Zuzüglich zum 3 Jährigen Rayon- und Stadionverbot in der ganzen CH und x Tausend Fr. Busse eine weitere Strafe.

  • Stefan Spoerri am 27.11.2012 09:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unnötige Untersuchungshaft

    In St. Gallen kann die Polizei jemanden 48h festhalten ohne ihn einem Haftrichter vorzuführen. Dies tut sie bei Fussballfans in jedem Fall, egal wie klar die Beweislage ist. Dies ist dazu gedacht, der Polizei genug Zeit für Befragungen zu geben. Tatsächlich wird es aber als Bestrafungsinstrument benutzt, Befragungen gibt es maximal eine einzige, zu Beginn der Festhaltung. Nach Ablauf der 48h wird man dem Staatsanwalt vorgeführt welcher einem, ungeachtet der Beweislage, einen Strafbefehl vorlegt den man entweder akzeptieren oder ablehnen kann. Gegen diese schikanöse Praxis haben Fans schon....

  • Janus am 26.11.2012 22:03 Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Herr Hauser

    Bei uns in der Schweiz wird mit Kilometer gemessen, nicht mit Meilen...

  • Roland Burkhard am 26.11.2012 21:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Roland

    Das hat doch alles nichts mehr mit Fussball zu tun. Die fehlbaren Leute mindestens 3 Tage ins Gefängnis stecken und den Verein mit einem Geisterspiel bestrafen Vielleicht setzen sich dann die Vereine auch mal etwas mehr ein gegen diese Chaoten!

  • Meier P. am 26.11.2012 20:50 Report Diesen Beitrag melden

    Schade...

    Wegen pupertierenden "Fans" im FCL Fansektor besuche auch ich nur noch gelegentlich Spiele. Diesen Kindergarten muss ich mir echt nicht mehr antun... schade...