Marco Schällibaum

09. Juli 2013 22:18; Akt: 10.07.2013 11:51 Print

«Meine Arbeit wird hier sehr geschätzt»

von Peter Berger - Bei Halbzeit führt Marco Schällibaum mit Montreal Impact in der Major League Soccer die Ostgruppe an. Die Kanadier schätzen die Arbeit des Schweizers und möchten seinen Vertrag verlängern.

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Marco Schällibaum, übertrifft der Erfolg Ihre Erwartungen?
Ich habe schon früh gespürt, dass hier die Mischung stimmt. Das Umfeld unterstützt mich, die Mannschaft zieht mit, die Stars wie Nesta oder Di Vaio sind absolut unproblematisch.

Zuletzt resultierte gegen Schlusslicht Chivas nur ein 1:1.
Ja, wir haben eine kleine Durstrecke. In den ersten Spielen haben wir auch Glück gehabt. Dieses fehlte zuletzt etwas. Aber nun müssen wir halt in den nächsten Partien gegen die Spitzenteam New York, Dallas und Kansas punkten.

Um sicher in die Playoffs zu kommen, ist ein Top-3-Platz nötig.
Ja, die Viert- und Fünftplatzierten müssen stechen. Alles ist nahe beieinander. Wir werden deshalb sicher beissen müssen, um die Playoffs zu erreichen.

Sie gewannen auch den kanadischen Cup. Welcher Stellenwert hat dieser Erfolg.

Einen hohen, denn Kanadier sind sehr patriotisch und wir vertreten das Land ab August nun in der amerikanischen Champions League, die aber natürlich viel kleiner ist als die europäische.

Wie wird Ihre Arbeit beurteilt?
Gut. Anders als zuletzt in der Schweiz wird meine Arbeit hier wieder geschätzt. Das tut gut. Es laufen bereits Gespräche, den Vertrag vorzeitig um zwei Jahre zu verlängern.

In 17 Runden wurden Sie aber schon dreimal gesperrt.
Das war auch Pech. Ich befinde mich in einer neuen Welt mit teilweise neuen Regeln. Als europäischer Trainer muss ich mich auch zuerst daran gewöhnen. So darf ich in der Pause nicht neben dem Schiedsrichter gehen und mit ihm diskutieren. Das gilt als Verlassen der Coachingzone. Zweimal wurde ich zuletzt deswegen gesperrt.

In der Schweiz haben Sie ein Image als Hitzkopf.
Das ist nicht fair. Ich bin der Erste, der nach einem Fehler hinsteht. Sicher bin ich weiterhin an der Seitenlinie sehr emotional, aber ich bin nicht aggressiv. Doch ich will mich nicht rechtfertigen. Schliesslich muss nur ich mich in meiner Haut wohl fühlen, und das tue ich. Ich habe gelernt egoistischer zu sein und mache mir weniger Gedanken darüber, was andere über mich denken.

Und wie finden Sie sich generell in Montreal zurecht?
Immer besser, ich habe noch keinen Tag bereut. Es ist eine wunderbare Erfahrung, dass ich als 51-Jähriger wie ein kleiner Bub neue Sachen erleben darf. Ich lerne auch immer mehr Leute kennen, auch Schweizer. Zuletzt hat mir sogar der Konsul gratuliert. Das bedeutet mir viel, denn ich sehe mich hier auch als Vertreter der Schweiz. Das einzige Problem: Meine Familie fehlt mir sehr.

Erhalten Sie auch Reaktionen aus der Schweiz?

Wenig. Die MLS ist zwar im Aufschwung, aber halt schon sehr weit weg und hat natürlich in der Schweiz nie den Beachtungsgrad einer Bundesliga.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Freddy Benz am 10.07.2013 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Weiter so!

  • C.K. am 10.07.2013 12:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Mann

    Und wir holen Skibbe.... Na ja: der Prophet zählt im eigenen Land halt nichts! Alles Gute in Kanada, Marco!

    • Alessandro am 10.07.2013 22:11 Report Diesen Beitrag melden

      Hast recht !

      Und Schälli ist bei GC gross geworden.....

    einklappen einklappen
  • r.carlos am 10.07.2013 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    YB muesste dein club heissen

    bin absolut kein YB fan. aber mit schaelibaum und bickel waere das erfolgsteam vergangener tage am werk! und dies wuerde die titel wieder nach einer langen durststrecke nach bern bringen! die konkurenz muesste sich warm anziehen! aber ob dies die velomillionaere endlich einsehen dass in bern nur volksnahe typen eine chance haben? nach rasen, waere dies die zweite aenderung, namensaenderung wankdorf und name des clubs zum fc bern muessten folgen (s. SCB) dann wuerde die post vollends abgehen da bin ich mir als internationaler marketing fachmann sicher!

  • Digge am 10.07.2013 09:53 Report Diesen Beitrag melden

    Passt

    Das ist ihm von Herzen zu gönnen, er wurde ja in der Schweiz nicht gerade mit Lob und Sympathie überhäuft.

  • täggnauer am 10.07.2013 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    heimweh ...

    tja...... so ist das leben eben. Ja Marco, auch wir vermissen dich hier in der Schweiz..... wer weiss, vielleicht sehen wir uns ja mal wieder Grüessli Käthi und Andi us täggnau