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Amtsantritt von Barberis
05. Januar 2009 13:57; Akt: 05.01.2009 14:23 Print
«Naja, viel bleibt uns nicht mehr»
von Herbie Egli - Am Montag Vormittag begann der FC Sion wieder mit dem Training – und einmal mehr mit einem neuen Trainer. Umberto Barberis ist der neue starke Mann an der Seite von Christian Constantin. Die Ziele bleiben jedoch - zumindest vorerst - bescheiden.
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Beim FC Sion ist vieles anders: Schon morgens um 8 Uhr bat der Super Ligist aus dem Wallis die Journalisten aus Genf, Bern und Zürich zur Pressekonferenz. Daher fanden sich gerade einmal sechs Journalisten aus der näheren Umgebung in der Sittener Schaltzentrale in Martigny ein. Doch einer hatte dennoch seine grosse Freude: Umberto Barberis.
Umberto Barberis, rechts. Der neue Sion-Trainer gibt während dem eisigen Trainings-Auftakt im Wallis Anweisungen.(Bild: Keystone)
Bereits zur frühen Morgenstunde lachte er mit der Walliser Sonne um die Wette: «Ich habe mit meinen 57 Jahren noch eine unglaubliche Lust und Energie auf diese Aufgabe. Für mich ist das fast wie eine Rückkehr in meine Kindheit», und liess hinter seinem geistigen Auge wohl einige Bilder früherer Tage Revue passieren: Wie er als kleiner Junge das Sion-Dress anzog, wie er später im Tourbillon als Teil der Profimannschaft auflaufen durfte. Und wie er dann, viele Jahre später, als Trainer sein Comeback in seiner Heimat, dem Wallis, gab.
Behutsamer Einstieg
An der Medienkonferenz nahm Barberis dann auch Stellung zu seinem Arbeitsbeginn und der Aufgabenteilung mit seinem gleichberechtigten Trainerkollegen Christian Zermatten. «Ich werde zwar die ersten Trainingseinheiten mitplanen, aber Christian Zermatten und unser Assistenztrainer José Sinval werden die komplette Leitung haben. Ich kenne die Spieler einfach noch viel zu wenig und Zermi (Red: Christian Zermatten) hat mit dieser Mannschaft schon gearbeitet.»
Zermatten war es übrigens auch, der aus Eigeninitiative nach Lausanne fuhr, um mit Barberis zu sprechen und eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Erst als sich diese beiden einig waren, schlug Zermatten seinem Boss Constantin diese Trainerlösung vor.
Präsidiale Ziele
Nicht fehlen durfte auch Christian Constantin, der gerade seinen Winterurlaub in Zermatt beendet hatte. Seit dem Duo Rössli/Jacobacci wollte er nie mehr solch eine Doppellösung haben und nach der Trennung von Stielike sagte er noch, dass grosse Spieler nur sehr selten auch grosse Trainer seien. Aber CC wäre nicht CC, um beide Aussagen von früher beiseite zu schieben: «Die Idee war es, die Erfahrung des 15 Jahre älteren Bertine der Jugend von Christian hinzuzufügen, der jetzt an einem Punkt seiner Karriere angekommen ist, wo er den nächsten Schritt nach vorne machen muss.»
Viel lieber hingegen sprach er über Ziele, oder das, was man in der Lage das FC Sion noch als Ziel formulieren kann: «Naja, viel bleibt uns nicht mehr, was wir anvisieren können. Natürlich müssen wir in der Liga bleiben – und wenn wir nächstes Jahr international dabei sein wollen, bleibt uns nur noch der Cup.» Das Dreigestirn nimmt also eine Mission von fünf Monaten in Angriff.
Grosse Spielerkarriere auch im Ausland
Umberto Barberis war in den Siebziger- und Achtzigerjahren eines der grossen Aushängeschilder des Schweizer Fussballs. Als genialer Regisseur dirigierte er Servette zu insgesamt acht Titeln. Nach einigen erfolgreichen Jahren in der Schweiz zog es ihn 1980 ins Ausland, wurde im Dress der AS Monaco zweimal in Folge zum besten ausländischen Spieler Frankreichs gewählt und auch dort als Spielmacher französischer Meister wurde.
Zum Karriereausklang kehrte der 54-fache Internationale zu Servette zurück. Bei der Wahl zum Schweizer Fussballer des Jahres setzte er sich dreimal durch, gegen andere Fussballgrössen wie Karli Odermatt, Rudi Elsener oder Köbi Kuhn.
Trainer nur in der Romandie
Unmittelbar nach dem Karriereende als Spieler wurde Barberis Trainer bei Lausanne Sports, wo er in sechs erfolgreichen Jahren Spieler wie Stéphane Chapuisat, Christophe Ohrel, Dominique Herr, Alexandre Comisetti oder Marc Hottiger formte und mit Lausanne international spielte. 1993 wechselte er dann erstmals zum FC Sion, wo er schon damals unter Christian Constantin amtete und vergleichsweise lange 15 Monate in der Verantwortung stand.
Nach seiner Zeit bei Servette war Barberis zusammen mit dem damaligen Sportchef Paolo Urfer mitverantwortlich für den Höhenflug des FC Baulmes, der sogar leise an das Tor der Super League klopfte. Jetzt also ist er, den alle nur «Bertine» nennen, zurück beim FC Sion und auf der Kommandobrücke eines Super Ligisten.

























