Valentin Stocker

22. Februar 2012 22:59; Akt: 23.02.2012 00:15 Print

«Schade, dass es noch ein Rückspiel gibt»«Schade, dass es noch ein Rückspiel gibt»

Die Freude nach dem Sieg gegen die Bayern war bei allen Baslern gross. Doch für einen war es ein ganz besonderer Moment, Torschütze Valentin Stocker, der Basel in der 86. Minute ins Glück schoss.

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Der FC Basel empfing den FC Bayern zum CL-1/8-Final-Hinspiel. Vor dem Anpfiff schwörten sich die Basler noch einmal ein. Vor allem auf den zukünftigen Münchner, Xherdan Shaqiri, waren die Blicke gerichtet - und Shaqiris Blick auf Robben. Sommer musste schon früh zweimal gegen Ribéry klären und hielt Basel im Spiel. Die erste grosse Chance für den FC Basel: Dragovic hatte in dieser Szene Pech, sein Kopfball wurde von Bayern-Keeper Neuer an den Pfosten gelenkt. Nur ein paar Minuten später hatte Alex Frei einen Lattenschuss zu beklagen. Zur Pause bliebs beim 0:0. Basel-Coach Vogel war mit seinem Team und dem 0:0 zur Pause zufrieden. Der FC Basel hielt auch im 2. Durchgang gut dagegen. Die Bayern kamen zwar zu einigen Chancen, aber Goalie Sommer hielt den Laden dicht. In der 86. Minute traf Stocker zum 1:0 für Basel - der Sieg gegen die Bayern wurde Tatsache. Ein historischer Sieg. Der FCB bestreitet 24 Stunden vor dem CL-Spiel gegen Bayern München eine letzte Trainingseinheit. Das Interesse der Medien ist enorm gross. Auch wenn die Kicker ein paar Sprints über sich ergehen lassen müssen ist die Stimmung bestens. In Fokus der Kameras: Xherdan Shaqiri. Letzte taktische Anweisungen von Heiko Vogel und die Basler hören ihrem Trainer ganz genau zu. Marco Streller (r.) und Xherdan Shaqiri laufen sich warm. Philipp Degen und Xherdan Shaqiri blödeln ein wenig rum. Wie immer legen die Basler den Weg zum Trainingsplatz mit dem Fahrrad zurück. Markus Steinhöfer und Heiko Vogel haben noch etwas zu besprechen. Während der FC Basel auf einem Platz ausserhalb trainiert, holen sich die Bayern (hier Arjen Robben) im St. Jakob den letzten Schliff. Das bisschen Dehnen dürfte aber nicht reichen, um den CL-Viertelfinal zu erreichen. Jérôme Boateng greift schon mal nach den Sternen.

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Der vielumjubelte Stocker strahle nach Spielschluss über beide Ohren: «Es ist besonders schön, dass es das Siegestor war. Schade nur, dass es noch ein Rückspiel gibt.» Für Stocker, der gerade von einer zehnmonatigen Verletzungspause zurückgekommen ist, war der heutige Abend sehr wichtig fürs Selbstvertrauen: «Ich habe mir vorgenommen gestärkt aus der Verletzungspause zu kommen und das ist mir bisher sehr gut geglückt. Auch wenn es noch nicht für einen Einsatz über 90 Minuten reicht.» Aber erstmal darf der Sieg ausgekostet werden, das haben sich die Jungs mit dieser Leistung gegen die Bayern redlich verdient.

Nur ein Teilerfolg

Und was dachte der Baumeister des Erfolgs kurz nach dem Schlusspfiff? Er analysierte trocken: «Mit der ersten Halbzeit war ich mit der Offensive nicht ganz zufrieden. In der zweiten Halbzeit hat das besser geklappt.» Vorher war der Trainer noch schnell in der Kabine und sich bei den Spielern bedankt: «Wir haben uns gefreut, aber wir sind uns auch bewusst, dass das nur ein Teilerfolg ist.»

Auf die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis musste Vogel keinen Moment zögern: «Die Mannschaft hat einen unglaublichen Willen und ein Urvertrauen in die eigene Qualität. Wir haben jeden Tag Freude bei der Arbeit und das zahlt sich irgendwann aus. Wir sind ein verschworener Haufen mit Talent und Qualität.» Der Sieg ist das eine, das Resultat das andere, das weiss auch Vogel: «Es ist ein sehr gutes Resultat. Die Null bei Bayern steht. Wir sind ein Team, dass Auswärtstore erzielen kann und wenn wir das auch in München schaffen, dann wird es schwierig für Bayern.»

Sommer hält die Null fest

Eine Glanzleistung legte auch Goalie Yann Sommer gegen die Bayern hin, mit einigen starken Paraden hielt er die Null fest: «Heute hat alles zusammengepasst. Ich bin überglücklich, dass es mir so gut gelaufen ist und bin stolz über unsere Leistung. Wenn man die ersten Bälle halten kann, ist das super. Dann ist man richtig im Spiel drin und fühlt sich immer besser.»

Für Xherdan Shaqiri, den zukünftigen Münchner, war es ein besonderes Spiel: «Es war sicher ein spezielles Spiel für mich. Aber der Fokus liegt jetzt auf dem Rückspiel. Wir wollen auch da noch einmal gut spielen.»

Deutsche Ernüchterung

Ottmar Hitzfeld war als Experte bei Sky geladen, der Schweizer Nationalmannschaft-Coach war überrascht, vor allem von Kapitän Lahm war Hitzfeld nicht angetan: «Das ist viel zu wenig, da muss mehr kommen - die mannschaftliche Geschlossenheit hat gefehlt. Noch hat man gute Chancen fürs Rückspiel, sofern sie sich steigern können - aber momentan ist das ein Tiefpunkt der verarbeitet werden muss.»

Die Bayern-Spieler lassen sich nach dem Spiel nicht blicken, erst gehts mal in der Kabine hoch zu und her. Diese Niederlage schmerz die Bayern zutiefst. Manuel Neuer kommt als erster aus der Kabine: «Das ist ganz bitter für uns, wir hatten uns vorgenommen, zu Null zu spielen. Wir müssen die Dinge intern ansprechen die nicht stimmen.» Beim Gegentor wollte Neuer niemandem die Schuld geben, ausrichten konnte er aber gegen Stockers Schuss auch nichts.

Ausraster von Hoeness

Auch Ulli Hoenness war mit dem heutigen Abend nicht gänzlich zufrieden: «Wir haben heute nicht gut gespielt, aber es war auf dem sehr schlechten Platz auch ungemein schwierig – natürlich für beide Mannschaften. Der Sieg ist meiner Meinung nach nicht ganz verdient, aber trotzdem gratuliere ich den Baslern. Ich bin aber überzeugt, dass wir das im Rückspiel schaffen können.»

Zum verweigerten Handschlag von Ribéry bei der Auswechslung wollte Hoeness erst gar nicht Stellung nehmen, liess sich dann doch darauf ein: «Ihr mit eurem Scheiss-Handschlag», drohte Hoeness ausfällig zu werden, fand aber schnell wieder zur Contenance: «Ich finde es verständlich, dass ein Spieler in dieser Situation sauer ist. Man sollte solche Nebensächlichkeiten nicht aufbauschen, wir sind hier auf dem Fussballplatz und nicht im Mädcheninternat.»

Des Kaisers Kompliment

Das Schlusswort gebührt «Kaiser Franz»: «Das ist kein gutes Ergebnis. Basel ist auch in der Lage, auswärts ein Tor zu schiessen. Dann müsste man schon drei machen. Es ist schon bedenklich, was hier passiert ist, weil Basel das Spiel verdient gewonnen hat», so Franz Beckenbauer. Ein grösseres Kompliment kann es für den FC Basel nicht geben.

(res/fbu/si)

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  • patrik am 23.02.2012 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Stocker held??

    Was ist den los mit den medien? Zoua müsste an stelle von stocker den lob bekommen, das tor gehört zu 100% Zoua.

  • Lorenz B am 23.02.2012 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schmerz

    So schmerzt das Ausscheiden nach dem Rückspiel umso mehr.

  • Thomas am 23.02.2012 06:25 Report Diesen Beitrag melden

    Top Top Top Top Top

    Es wahr ein gutes Spiel mit höhen und tiefen mit dem besseren Ausgang für die Basler. Beide Manschaften hatten gute Chancen. Ich hoffe das Basel nochmal einen drauflegen können und auch in Bayern eine gute Leistung abrufen können.

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
23.05.12  Basel - Young Boys 1:2 (1:1)
23.05.12  Sion - Luzern 1:3 (1:1)
23.05.12  Lausanne-Sport - Grasshoppers 2:1 (1:1)
23.05.12  Thun - Zürich 2:4 (0:0)
R Mannschaft Sp S U N G : E P
1. Basel 34 22 8 4 78 : 33 74

2. Luzern 34 14 12 8 46 : 32 54
3. Young Boys 34 13 12 9 52 : 38 51
4. Servette 34 14 6 14 45 : 53 48

5. Thun 34 11 10 13 38 : 41 43
6. Zürich 34 11 8 15 43 : 44 41
7. Lausanne-Sport 34 8 6 20 29 : 61 30
8. Grasshoppers 34 7 5 22 32 : 66 26

9. Sion 34 15 8 11 40 : 35 17 (-36)

10. Neuchâtel Xamax 18 7 5 6 22 : 22 26
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