SFV will EM

07. Dezember 2012 09:29; Akt: 07.12.2012 17:20 Print

«Werden versuchen Teil der Euro 2020 zu sein»

von Reto Fehr - Die Euro 2020 findet erstmals in ganz Europa statt. Von 13 Städten in ebenso vielen Ländern wird gemunkelt. Was ist dran an den Gerüchten? Und wie stehen die Chancen für die Schweiz?

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Die Uefa hat entschieden: Die Euro 2020 findet erstmals in mehreren Ländern ohne eigentliche Gastgebernation statt. Der Plan von Michel Platini zum 60-jährigen Jubiläum wird umgesetzt. Details sind noch keine bekannt. Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino erklärt: «Wie der Bewerbungsprozess aussieht, wird in den kommenden Monaten von der UEFA-Kommission für Nationalmannschaftswettbewerbe festgelegt.»

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Spiele in der Schweiz sind damit theoretisch möglich. Was sagt der Schweizer Fussballverband dazu? «Wir hätten natürlich Freude, wenn die Schweiz Teil der Euro 2020 wäre», so Medienchef Marco von Ah auf Anfrage. «Wenn die Bedingungen erfüllbar sind, werden wir uns bewerben. Wir haben 2008 schon bewiesen, dass wir so einen Anlass reibungslos organisieren können.» Sieht er die Tatsache, dass die Schweiz erst vor vier Jahren eine Endrunde organisierte, nicht als Nachteil? «Nein, gar nicht. Das ist eher ein Vorteil.»

Modus momentan «reine Spekulation»

Die Mitgliederverbände der Uefa waren bisher allerdings noch nicht in die Pläne involviert, wie von Ah sagt: «Momentan ist alles Spekulation.» So ging das Gerücht um, dass die Euro in sechs Vierergruppen ausgetragen wird (ab 2016 bestreiten 24 qualifizierte Teams die Endrunde). Dabei werden Spiele in den Ländern der jeweiligen zwei «gesetzten Mannschaften» pro Gruppe gespielt. «Gesetzt» wird eine Nation aufgrund der Fifa-Rangliste. Die Schweiz befindet sich momentan auf Rang 10 im Europavergleich. Das würde also Spiele bei uns bedeuten, falls sich die Nati für die Endrunde qualifiziert. Doch wie gesagt: «Alles Spekulation.»

Gleichzeitig machen Gerüchte über Stadionmindestgrössen die Runde. Über 50'000 Fans müssten in den Spielarenen Platz finden, wird spekuliert. Damit wäre die Schweiz mit dem grössten Stadion in Basel (38'500 Zuschauer) chancenlos. Doch auch hier gilt: Alles Spekulation. Möglich wäre auch eine Variante, bei der acht Stadien über 50'000 Zuschauer fassen müssten und vier über 35'000 – dann wäre die Schweiz wieder im Rennen. Von Ah sagt: «Realistischerweise steht in der Schweiz nur Basel zur Diskussion. Die Stadien in Genf oder Bern sind zu klein.»

Entscheidung im Frühling 2014

Momentan gilt also: Abwarten. Sobald das Konzept der Uefa steht, womöglich im Frühling 2013, dürfte eine einjährige Bewerbungsphase beginnen. SFV-Zentralpräsident Peter Gilliéron sagt: «Ob der SFV sich am Bewerbungsverfahren beteiligt, hängt von den Bedingungen ab. Konkret denke ich primär an die Frage der Kapazitätsuntergrenze der Stadien.» Im Frühling 2014 soll dann entschieden werden, wo die Euro 2020 tatsächlich stattfindet.

Die Euro in ganz Europa sei übrigens eine einmalige Angelegenheit. Infantino sagt, dass die Organisation mit 24 statt 16 Teams grundsätzlich schwieriger wird. «Die Anforderungen werden grösser und grösser. In diesem Sommer haben wir eine fantastische Euro in Polen und der Ukraine erlebt, aber die Regierungen und die beiden Länder mussten einiges leisten in Sachen Infrastruktur, Flughäfen und Stadien.» In wirtschaftlich schwierigen Zeiten dürfte dies nicht einfacher werden. Daher wird die einmalige Angelegenheit vielleicht dann doch nochmals überdacht. Oder nach 2020 zumindest heiss diskutiert.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • marc am 08.12.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wegen ein paar Spielen

    Nur wegen ein paar Fussbalspielen neue Stadien bauen die dann vergammeln weil niemand den Unterhalt zahlen kann. Wir haben genug Stadien in Europa. Weil die meisten grossen Clubs probleme mit Ihrer fanacierung haben, kann man so den maroden Clubs unter die Arme greifen.

  • J. Cruyff am 07.12.2012 01:07 Report Diesen Beitrag melden

    Gleichberechtigung

    Die Idee ist vielleicht nicht schlecht, aber es wäre nicht korrekt dass die Austragungsorte nur in gleichen Staaten bzw. Städten ausgetragen werden. Übrigens auch die Kleinen Staaten finanzieren die UEFA.

  • Reto M. am 07.12.2012 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Bitte nicht

    Bitte nicht. Eine Friedhofsstimmung wie bei der EM2008 in der Schweiz, braucht kein Mensch. Lieber mehrere Austragungsorte in Ländern mit Fussballtradition.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Nicht neu am 10.12.2012 13:21 Report Diesen Beitrag melden

    Gab es schon

    Die Idee ist nicht neu, streng genommen sind die ersten Europameisterschaften ja auch nichts anderes. Es haben sich 4 Mannschaften für die Finals qualifiziert und diese haben dann den Sieger ermittelt. Siehe EM 1960, 1964...

  • Michael Vollmer am 09.12.2012 08:17 Report Diesen Beitrag melden

    Demokratie

    Ich interessiere mich nicht für Fussball...Auf gut deutsch, er ist mir wurscht! Wenn aber Steuergelder für solche Veranstatungen verschleudert werden, werde ich genötigt mich mit diesem "Sport" auseinander zu setzen. Ob ich will oder nicht! Da wir scheinbar ein "demokratischer" Staat sind, wäre es mehr als fair wenn wir darüber abstimmen dürften. Wie wir alle wissen ist das reines Wunschdenken (siehe Kandidatur olympische Winterspiele). Zu viel Geld und Lobbies stehen dahinter und die Mehrheit macht wieder einmal mehr die bekannte Faust im Sack! Lang lebe Michel Platini!!!

  • Phil D. am 08.12.2012 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    Idee gut! Warum? Darum:

    1) Die Big 5 und weitere grosse und wichtige Finanzierer des ganzen UEFA-Systems wollen und müssen nicht ewig warten auf weitere EM-Spiele. 2) Mit 1/3 mehr Teilnehmer haben auch mittelmässige Teams eine Chance auf Teilnahme. Nieten wie Luxembourg oder Liechtenstein werden dagegen auch künftig nicht dabei sein. Ist auch nicht nötig.

  • Grizzly am 08.12.2012 12:36 Report Diesen Beitrag melden

    Kurze Wege in Europa

    Gute Sache,mit diesen super Verbindungen und Distanzen in Europa, wenn man sich auf die 7 Gross-Nationen konzentriert! D,I,F,GB,P,E, Türkei !

  • marc am 08.12.2012 11:31 Report Diesen Beitrag melden

    Nur wegen ein paar Spielen

    Nur wegen ein paar Fussbalspielen neue Stadien bauen die dann vergammeln weil niemand den Unterhalt zahlen kann. Wir haben genug Stadien in Europa. Weil die meisten grossen Clubs probleme mit Ihrer fanacierung haben, kann man so den maroden Clubs unter die Arme greifen.