Vladimir Petkovic

27. März 2018 23:24; Akt: 27.03.2018 23:24 Print

«Wir sind noch nicht gut genug für grosse Worte»

von E. Tedesco, Luzern - «Ich habe einigen Spielern die Möglichkeit gegeben, sich in wichtigen Spielen zu zeigen. Sie haben mit beiden Händen zugegriffen», sagt Vladimir Petkovic.

Das sagt Nati-Coach Vladimir Petkovic nach dem 6:0-Sieg gegen Panama und die Trainingswoche. (Video: 20 Minuten)
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23 Spieler hatte Vladimir Petkovic für sein 10-tägiges Casting aufgeboten. Und sie haben alle vorgespielt. 1:0 siegte die Nati am Freitag in Griechenland. Gar mit 6:0 fertigte die Schweiz am Dienstag WM-Teilnehmer Panama ab. Egal, wer gerade auf dem Rasen steht – die Nati wirkt gefestigt, stilsicher und ist erfolgreich: Seit dem Herbst 2016 hat sie 13 von 15 Partien gewonnen, der Punkteschnitt beträgt 2,66 Zähler pro Partie.

«Kein Grund zum Abheben», sagt Petkovic nach dem Kantersieg in Luzern. «Wir müssen unseren Kurs fortsetzen. Das haben wir bisher unbeirrt gemacht, unabhängig von besseren und schlechteren Spielen und auch unabhängig von guter oder schlechter Kritik.» Man stehe an der Schwelle, dass Siege von Aussen als Gewohnheit angesehen werden könnten, aber das sei nicht so, warnt der Tessiner. «Wir sind noch nicht gut genug, um jetzt grosse Worte machen zu können. Wir müssen mit den Füssen am Boden bleiben und arbeiten, aber immer mit grosser Liebe zum Fussball.»

Mit beiden Händen zugegriffen

Während alle Nationalspieler wieder zu ihren Clubs ausschwärmen und um Punkte, Titel oder gegen den Abstieg kämpfen, wird sich Petkovic Gedanken über das erste Casting für sein WM-Kader machen. In den beiden Testspielen der letzten zehn Tage hat der Nationaltrainer das gesamte 23-Mann-Kader, dass er für Griechenland und Panama aufgeboten hat, eingesetzt. Und diese 23 Nationalspieler machen es dem «Chef» nicht einfach. Petkovic drückt das so aus: «Ich habe einigen Spielern die Möglichkeit gegeben, sich in wichtigen Spielen zu zeigen – sie haben mit beiden Händen zugegriffen.»

Blerim Dzemaili zum Beispiel, der zwei Tore erzielte und nach seiner Rückkehr in die Serie A richtiggehend aufblüht. Oder Mario Gavranovic, der in Luzern mit einem Tor und zwei Vorlagen glänzte. Aber auch Steven Zuber, der, obwohl er bei Hoffenheim zuletzt wenig gespielt hat, viel Zug und Lust in die Mannschaft brachte. Und, und... Da sind andere, die sich weiterhin für die Casting-Liste, die jetzt 35 bis 40 Spieler lang ist und bis am 14. Mai auf 35 reduziert werden muss, aufgedrängt haben.

«Ich habe alle Schlüssel weggeworfen», sagt Petkovic, «die Türen sind immer offen – für alle Spieler, die Qualität zeigen, bei uns zu sein. Wir sind eine Einheit von vielen Spielern und alle haben verdient, eine Chance zu bekommen. Ich habe positive Antworten erhalten.» So schliesst der Nati-Trainer den 10-tägigen Zusammenzug mit einer guten Bilanz ab.

Fortsetzung folgt in 68 Tagen

«Die Mannschaft hat eine sehr gute Trainingswoche absolviert und diese mit einem sehr guten Resultat abgeschlossen. Jetzt beginnt eine längere Periode im Club, wo alle möglichst viele Minuten absolvieren sollten und, so hoffen wir, – alle gesund bleiben, um im Mai mit der gleichen Leidenschaft, dem gleichen Willen und gleich grossen Hunger wieder zur Vorbereitung auf die WM einrücken.»

Für die Nati geht es in 68 Tagen weiter. Die Schweiz testet am 3. Juni in Spanien und am 8. Juni in Lugano gegen Japan. Die letzten Wochen vor der Abreise nach Russland werden für Petkovic einmal mehr eine Herausforderung, da die Meisterschaften in Europa zu unterschiedlichen Zeiten enden. Zwischen dem Saisonfinale in der Bundesliga (12. Mai) bis zum Schweizer Cupfinal (27. Mai) muss er 2 Wochen überbrücken, um vor dem Zusammenzug in Lugano (28. Mai) alle Akteure auf den gleichen Fitness- und Formstand zu bringen. Deshalb werden jene Spieler, die mit ihren Vereinen bereits fertig sind, im Raum Feusisberg Extraschichten fahren.

Petkovic plant mit 27 oder 28 Spielern, die Vorbereitung im Tessin aufzunehmen. Noch bleibt dem Coach einige Zeit für diese Selektion. Bis zum 14. Mai muss der Verband bei der Fifa eine Liste mit 35 Namen einreichen. Am 4. Juni endet dann die Frist für die Bekanntgabe des endgültigen 23-Mann-WM-Kaders.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stürmer am 28.03.2018 07:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffentlich

    Ich hoffe Petkovic setzt auf Gavranovic. Spielt regelmässig, scort regelmässig und man hat auch gesehen er hat viel Selbstvertrauen. Auch wenn es kein Spitzenclub ist, so ist es dennoch wertvoll wenn man einen Spieler einsetzt der regelmässig spielt.

  • Jürg am 28.03.2018 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    SFV unflexibel

    Warum kann der SFV die letzte Meisterschafts-Runde nicht vom "Pfingst"-Samstag unter der Woche austragen und den Cup-Final auf Pfingst-Montag vorziehen? Man würde 6 Tage herausholen! Aber der SFV ist scheinbar sehr unflexibel!

    einklappen einklappen
  • Peter am 28.03.2018 08:36 Report Diesen Beitrag melden

    Den Ball tief halten!

    Lobt jetzt nur nicht die Nati allzu weit in den Himmel. Spätestens beim ersten Spiel an der WM könnten sie tief fallen. Lieber den Ball jetzt sehr tief halten!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Julian Von Rohr am 28.03.2018 13:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Heisse Gruppe

    Bei Testspielen ist es so oder so Wurst ob du Gewinnst oder Verlierst, wichtig ist an der WM unter die ersten zwei zu kommen. Was sehr schwer wird, Brasilien besteht aus TOP Spielern wie Marcelo, Coutinho, Silva, Miranda, Neymar und wie die alle heissen. Serbien hat in Russland quasi ein Heimspiel, weil von dort ihre Vorfahren kommen. Wird eine heisses Pflaster für die Schweiz, um so grösser wird die Vorfreude auf die WM.

  • Brumm am 28.03.2018 12:37 Report Diesen Beitrag melden

    Immer dieses Einspurdenken

    Der Eine hat Angst das sein Land an der WM untergeht und er schlecht da steht, also besser nichts sagen. Der Andere glaubt dass man nur gut ist wenn man am besten jede Woche gegen Brasilien und Deutschland spielt. Der Nächste meint wenn alle die Hymne singen wird man automatisch Weltmeister. Jetzt ist aber bald WM, weit weg von zu Haus, den ganzen Tag untereinander, anderes Klima, anderes Essen, die Liebsten nicht da. Anderer Spielmodus, Nervosität, anderer Druck, andere Gegner etc.. Euer Dörflifussballdenken ist komplett fehl am Platz.

  • Palston am 28.03.2018 11:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Modefangetue

    Die grossen Worte bzw. die grosse Klappe haben nur die Medien und die Nati-Modefans. Hauptsache gewinnen heisst die Devise. Es könnte Jamaika als Schweizer spielen, solange die gewinnen, wird auch das Hymnensingen ignoriert.

  • Rene am 28.03.2018 11:05 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Psalm

    Und wo ist der Kommentarschreiber Felix? Er hat sich zu diesem Artikel noch gar nicht geäussert, wonach es ihn stört, dass Petkovic den Schweizer Psalm nicht singt. Kommen Sie schon Felix. Wir alle warten darauf. Lassen Sie nicht nach. Es ist doch immer so amüsant.

    • Dem Felix sein Fan am 28.03.2018 14:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rene

      Weil die Schweicer nicht singen haben sie noch Luft zum spielen. Schlaue Taktik.

    einklappen einklappen
  • Marlis am 28.03.2018 10:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Manschafts Zusammenarbeit

    Hoffentlich können Sie Nerven an der WM in Russland behalten. Das Sie Zusammenarbeit und nicht gegeneinander, wie bei Grossanlässe in früheren Zeiten. Es ist ein Mannschaftspiel. Dann hat das Volk auch sehr freude an der Mannschaft.