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EM-Qualifikation
02. September 2010 13:52; Akt: 02.09.2010 13:59 Print
Der Weltmeister kommt ins Ländle
von Reto Fehr - Liechtenstein rüstet sich für das «Spiel der Spiele»: Spanien gastiert im Kleinstaat. Die Iberer wollen einen Kantersieg, der Underdog glaubt nicht an eine neue Rekord-Niederlage.

Gute Stimmung bei den Spaniern vor dem Spiel in Liechtenstein.
Noch nie gastierte ein amtierender Welt- oder Europameister in Liechtenstein, um gegen das kleine Fussballland zu spielen. Und jetzt kommt mit Spanien gleich der amtierende Welt- und Europameister in den Rheinpark. «Für den Verband und das Land ist das natürlich sehr attraktiv. Und dass es das erste Pflichtspiel der Spanier seit dem WM-Finale ist, macht es gleich noch etwas besser», freut sich Gian-Reto Castelberg, Mediensprecher vom liechtensteinischen Verband gegenüber 20 Minuten Online.
Fan-VillageVor dem Spiel wird es vor dem Rheinpark-Stadion in Vaduz ein Fan-Village geben mit spanischem Essen und Fanshops. Zutritt ist für jedermamn frei.
Seit Wochen ist das Spiel ausverkauft: 6127 Zuschauer werden sich in Vaduz in den Rheinpark quetschen. Ein «volles Haus» durfte Liechtenstein bisher erst einmal melden. Im Oktober 2008 beim 0:6 gegen Deutschland. Ein Heimspiel dürfte es allerdings nicht werden für die Ländle-Kicker. «Es sieht danach aus, als ob viele in Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Deutschland lebende Spanier sich den Gastauftritt ihrer «Furia Roja» nicht entgehen lassen wollen», erklärt Castelberg. Aus Spanien selbst werden rund 200 bis 300 Fans anreisen.
Spanien will den Kantersieg
Viel los ist aufgrund des Besucheransturms am Tag vor dem grossen Spiel allerdings noch nicht. «Die Spanier kommen am Freitag, schauen das Spiel und gehen wieder heim. Das wird dann gegen die Schotten anders werden», glaubt der Mediensprecher. Die Fans von der Insel sind eher dafür bekannt, längere Reisen zum Auswärtsspiel zu unternehmen.
Der Traum aller Spieler, gegen den Weltmeister anzutreten, könnte aber auch im Albtraum enden. Geben die Spanier Gas, dürfte es eine Kanterniederlage absetzen. Und die Iberer geben sich mit dem Sieg nicht zufrieden: «Wir wollen nicht nur den Sieg, wir wollen viele Tore schiessen», erklären die Spanier fast unisono in ihren Medien. Das Torverhältnis könnte schliesslich am Ende über die Qualifikation entscheiden.
Keine Angst vor einer Rekordniederlage
Da schaut man doch besser einmal in der Historie die höchste Länderspielniederlage nach: Am 9. November 1996 demontierte Mazedonien in der WM-Qualifikation Liechtenstein mit 1:11. Angst vor dem nächsten Debakel? «Angst haben wir nicht. Wenn die Spanier 2:0 oder 3:0 führen sollten, hören sie auf, richtig nach vorne zu spielen. Das war bei den Portugiesen schon so (0:3 im August 2009). Die Deutschen wären da anders, die geben immer Vollgas», hofft Castelberg.
Und sowieso: Ganz so schlecht ist Liechtenstein nicht in Form. Gegen Island gabs vor einem Monat immerhin ein 1.1. «Wir müssen nicht punkten. Die Mannschaft will gut stehen», weiss Castelberg. In der Vorbereitung gebe es daher auch keine grossen Unterschiede zu anderen Gegnern. Trainer Bidu Zaugg habe die Spanier auch in Südafrika beobachtet. «Wir sind sowieso nie die Mannschaft, welche das Spiel macht. Wir stehen eher hinten rein, machen die Räume eng und schauen, was dabei herausspringt.»

























