Die Debatte danach

01. November 2011 13:07; Akt: 01.11.2011 14:03 Print

Erste Konsequenzen nach Krawallen

Die Fan-Tumulte im deutschen Fussball zwingen die Polizei und Vereine zum Handeln. Das Sicherheitsdispositiv wird aufgestockt und Fans müssen zuhause bleiben. Experten warnen aber vor Panikmache.

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Im Herbst 2011 erschüttern verschiedene unschöne Vorfälle die deutsche Fussball-Welt.

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Nach einer turbulenten Woche mit unschönen Krawallszenen rund um deutsche Fussballstadien, wird in unseren nördlichen Nachbarland durchgegriffen. Vor allem bei der Polizei macht man sich Gedanken, wie man das wieder aufflammende Problem in den Griff bekommen kann.

Das Prinzip, das die Polizei verfolgen will, ist einfach: Mehr Personal bedeutet mehr Sicherheit. Deshalb lautet die Taktik an Bahnhöfen, grosse Kontrollpunkte mit mehr als 100 Beamten einzurichten. Züge mit Fans werden an diesen Stellen überraschend gestoppt. Verdächtige Anhänger müssen sich dann ausweisen und fotografieren lassen, berichtet die «Süddeutsche».

Ziel ist es, mutmassliche Straftäter zu ermitteln und rasch vor Gericht zu bringen. Die neuen Massnahmen sollen zudem nachhaltig sein, betont Friedrich Eichele, der Präsident der Bundesbereitschaftspolizei, die sich um die Sicherheit in den Zügen und Bahnhöfen kümmert.

Dynamo reist ohne Fans zu St. Pauli

Nach den Krawallen im Sektor der Dynamo-Dresden-Fans im Pokalspiel gegen Dortmund zieht auch der Zweitligist Konsequenzen. Die Mannschaft reist ohne Anhänger zum Spiel gegen den FC St. Pauli. An einer Pressekonferenz betonte Volker Oppitz, der Geschäftsführer des Klubs: «Es tut mir sehr leid für unsere echten Fans, aber wir haben schon vor längerer Zeit angekündigt, dass wir derartige Konsequenzen ziehen, wenn es wieder zu Vorfällen kommt.» Klar ist aber auch, dass ein Verzicht auf Gästekartenkontingente keine dauerhafte Lösung sein kann.

«Es gehe darum, deutlich zu machen, dass Randalierer bei Dynamo Dresden keinen Platz haben und diese Haltung durchzusetzen», sagte Dynamo-Präsident Andreas Ritter. Als weitere Massnahme, um die Krawallanten besser in den Griff zu bekommen, schafft Dresden deshalb eine zweite Vollzeitstelle im Bereich Fan- und Mitgliederbetreuung.

Vorsicht vor Panikmache

Die Vorfälle der letzten Woche lassen die Diskussion um Gewaltakte in Stadien wieder hoch kochen. Laut Experten muss darauf geachtet werden, das Wesentliche nicht aus den Augen zu verlieren und nicht blind Panikmache zu betreiben. «Wir erleben in der öffentlichen Debatte eine Vernachlässigung der Fakten und eine Vermischung von Vorgängen, bei denen es sinnvoll wäre, sie voneinander zu trennen», findet Michael Gabriel gegenüber der «Berliner Morgenpost», der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte der Deutschen Sportjugend. Er betont zudem, dass das Anzünden von Petarden im Stadion nicht mit Gewalt gleichzusetzen sei. Der Fan mache dies, solange er die Fackel nicht werfe, um die Atmosphäre zu verbessern – zumindest aus seiner Sicht.

(fbu)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 01.11.2011 22:26 Report Diesen Beitrag melden

    Selberschuld

    In Deutschland ist die aktuelle Gewaltwelle ein Selbstverschuldetes Problem: 1. Wenn alle Fans in den ersten 5 Runden keine Pyros zünden, sind wir bereit zum Verhandeln zum Pyros legalisieren.(Aussage DFB oder so etwas ähnliches) 2. 5 Runden keine Pyros wurde eingehalten. 3. Wir haben kein Interesse mehr zu Verhandeln( DFB) 4. Pyros in ganz Deutschland und aufgebrachte Ultras. --> Selberschuld, da man Versprechen nicht brechen sollte.

  • Mike am 01.11.2011 15:59 Report Diesen Beitrag melden

    Man unternimmt was..

    Im Gegensatz zu uns machen sie etwas.. bei uns kann der Klub nicht und die Politik will nicht..

  • Stef am 01.11.2011 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Runder Tisch der Ahnungslosen

    Die Deutschen handeln umgehend,in der Schweiz wird aktuel der 1000ste Runde Tisch zum Thema eröffnet.....Eginisse wie immer 0!

  • Zuschauer am 01.11.2011 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird gehandelt

    Wie wir wissen ist man auch in Deutschland nicht gegen diese Problemen gefeit, aber da wird einfach gehandelt. Man sieht bereits ein konkretes Massnahmenpaket, welches umgesetzt werden kann und auch wird. Ich glaube nicht, dass wir diese Möglichkeit in der Schweiz nicht ebenfalls hätten, aber bei uns wird, wie so oft, gerne alles breit getreten und ewig ausdiskutiert um am Ende doch keine Resultate zu präsentieren. Ich bin nicht für voreiligen Aktionismus, aber in der Schweiz herrscht einfach mehr, von Bürokratie geprägter Populismus als lösungsorientierte Zusammenarbeit.

    • Hans Nötig am 01.11.2011 16:05 Report Diesen Beitrag melden

      jetzt aber

      Ja Zuschauer, dank diesem Massnahmepaket herrscht danach Weltfrieden und in Deutschland passiert nichts mehr und alle sind lieb... haha Wann versteht ihr endlich, dass es ein Gesellschaftliches Problem und kein Fussballproblem ist?

    • Zuschauer am 01.11.2011 18:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Hans Nötig

      Hab ich gesagt, dass das kein gesellschaftliches Problem sei, oder irgend etwas von Weltfrieden? Hier geht es um reine Symptombekämpfung, aber das ist halt so. Man kann nun mal nicht von Heute auf Morgen die Gesellschaft verändern um Hooliganismus im Sport unpopulär zu machen. Aber man kann Massnahmen ergreifen um dies so weit wie möglich zu verhindern.

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  • Urs Heider am 01.11.2011 14:45 Report Diesen Beitrag melden

    War ja klar...

    Aber Deutschland hat das Problem ja im Griff oder? Wo sind hier die Stimmen von Frau Keller-Sutter? Herr Nause? Ueli Maurer? Irgendwie verstummt? Lächerlich...

    • eineStadteinVerein am 01.11.2011 15:07 Report Diesen Beitrag melden

      nonplusUltra

      Na Logo, so sind sie unsere Politis, einfach mal reinpuhpen und haltlose Aussagen platzieren, obwohl sie keine Ahnung vom ganzen haben. Und alle die in diesen Foren andauernd geschrieben haben: England und Deutschland etc. haben es im Griff, was habeb die zu sagen ?

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