Martin Schmidt

18. September 2017 21:35; Akt: 18.09.2017 21:54 Print

Er kennt die Bundesliga in- und auswendig

von E. Tedesco - Kaum ist die Tinte unter seinem Zweijahresvertrag trocken, leitet Martin Schmidt bereits das erste Training beim VfL Wolfsburg.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Rückkehr in die Bundesliga: Der Schweizer Martin Schmidt übernimmt den Trainerposten beim VfL Wolfsburg. Am Mittag verhandelte der Walliser mit der Vereinsführung die letzten Vertragsdetails aus, danach leitete er auf dem Trainingsgelände der Volkswagen-Arena in Wolfsburg erstmals das Training der Wölfe. Das neue Trainerteam um Cheftrainer Schmidt bilden zudem Assistenztrainer Stefan Sartori sowie der Schweizer Goalietrainer Andreas Hilfiker (Ex-Aarau, Bildmitte) und Pascal Formann, Konditionstrainer Stephan Kerth und Rehatrainer Michele Putaro. Nur einen Tag nach seiner Präsentation als Cheftrainer müssen die Wölfe in der Liga gegen Werder Bremen ran. Der 50-jährige Walliser beerbt den Holländer Andries Jonker, der am Montag nach sieben Monaten im Amt und nach nur vier Spieltagen in der Saison 2017/18 entlassen wurde. Schmidt arbeitete insgesamt sieben Jahre beim FSV Mainz 05. 2010 übernahm er die U23 der Rheinhessen und stieg ein Jahr später mit den Junioren in die 3. Liga auf. Sechs Monate später wurde er Cheftrainer des Profiteams. Am 13. Mai 2017 war fix: Mainz bleibt in der 1. Bundesliga. Die Mainzer schafften vorzeitig den Klassenerhalt. Mainz dreht das Spiel gegen Eintracht Frankfurt in Halbzeit 2 und macht aus einem 0:2 einen 4:2-Sieg. Doch die Party konnte nicht sofort steigen. In Wolfsburg hatten sie wegen eines heftigen Gewitters Verspätung. «Das war brutal. Es waren die schlimmsten 20 Minuten, die ich als Trainer erlebt habe», sagte Martin Schmidt später zu 20 Minuten. «Für mein Herz war das nicht gut.» In der Saison 2014/2015 sicherte der Walliser dem FSV den Klassenerhalt, im Jahr darauf führte er die Mainzer in die Europa League. 2016/17 beendeten die Mainzer die Saison auf dem 15. Rang. Martin Schmidt war von Februar 2015 bis Mai 2017 Trainer bei Mainz 05. Seine Bilanz in 81 Bundesligaspielen für die Rheinhessen: 29 Siege, 18 Remis und 34 Niederlagen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Das ging schnell mit der ersten Trainerentlassung in der Bundesliga. Am Montagvormittag beurlaubt der VfL Wolfsburg Trainer Andries Jonker, nach nur 4 Punkten aus 4 Spielen. Am Mittag verhandeln die Vereinsbosse mit Martin Schmidt und statten ihn mit einem Vertrag bis 2019 aus.

«Ich musste und konnte nicht lange überlegen, bevor ich das Cheftraineramt beim VfL übernahm», sagt der 50-jährige Walliser, kaum war die Tinte auf dem Papier trocken. «Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Unterschrift sind nur wenige Stunden vergangen. Es ist kein Geheimnis, dass der VFL vor einigen Monaten schon Interesse an mir gezeigt hatte, dies aber damals für mich aus Respekt und Loyalität gegenüber Mainz 05 nicht in Frage kam.»

Schmidt übernahm im Februar 2015 Mainz, coachte 81 Bundesligapartien (29 Siege, 18 Remis, 34 Niederlagen) und wurde am 22. Mai 2017 durch U23-Trainer Sandro Schwarz ersetzt.

Erst Unterschrift, dann Training

Am Nachmittag leitet Schmidt erstmals das Training der Wölfe. An der anschliessenden Medienkonferenz sagt der Walliser: «Es gibt eine unglaublich gute Grundlage, hier zu trainieren, zu spielen und zu arbeiten. Wahrscheinlich brauche ich aber noch ein paar Tage lang einen Wegweiser. Es ist unglaublich, was hier entstanden ist. Der Schritt ist der richtige für mich und kommt zum richtigen Zeitpunkt.»

Schmidt über seine neue Aufgabe. (Video: SID)

Die Eingewöhnung werde ihm auch nicht allzu schwer fallen. Schmidt: «Ich kenne die Bundesliga in- und auswendig. Es gibt drei oder vier Vereine, die ich immer verfolgt habe. Der Fussball ist einfach gestrickt, er funktioniert über Emotionen und Eindrücke. Jetzt geht es darum, die Mannschaft aufzurütteln. Dafür reichen mir zwei Tage. Ich will ansteuern, dass wieder Lebens ins Team kommt.»


Alles ist möglich mit den Wölfen

Er bekommt nicht einmal zwei Tage. Denn schon am Dienstagabend muss Wolfsburg in der Liga gegen Werder Bremen (20.30 Uhr) ran. Und am Freitag wartet die schwierige Aufgabe beim Rekordmeister Bayern München.«Wenn man das komplette Kader hat, ist mit dieser Mannschaft alles möglich. Grundsätzlich ist es weniger wichtig, wie man auf dem Platz steht, sondern dass Leben drin steckt», so der Walliser zum bevorstehenden Einstand. «Mir ist es wichtig, genug Leute in der Box zu haben und über die Flügel zu kommen, Wege zu kreuzen. Daniel Didavi, Yunus Malli und Maxi Arnold sind Spieler, die den Ball durchs Zentrum bringen und Tempo aufnehmen können.»

Auf seinen Vorgänger angesprochen, der erst am Vormittag sein Büro räumen musste, sagt der 50-Jährige: «Es wird irgendwann die Gelegenheit geben, sich mal mit ihm zu unterhalten. Aber ich denke nicht, dass er mit mir Kaffee trinken möchte. Das wäre auch komisch für ihn.»

Gute Erfahrungen mit Schweizern

Mit Schweizern hatte Wolfsburg bisher gute Erfahrungen gemacht: Mit Goalie und Captain Diego Benaglio (2008 bis 2017) wurde der VW-Club 2009 Deutscher Meister und gewann 2015 den Deutschen Pokal und Superpokal. 2012 stiess Ricardo Rodriguez (heute Milan) und 2013 Timm Klose (heute Norwich) zu den Wölfen. Wolfsburg soll insgesamt rund 30 Millionen Euro (18 und 12) für die beiden Schweizer eingenommen haben. Goalietrainer Andreas «Hausi» Hilfiker (Ex-Aarau) ist seit Januar 2008 beim Werksclub und bleibt weiterhin im Trainerstaff.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Xenamaus am 19.09.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesliga

    Toi, toi, toi Martin! Du rockst das ding

  • marko 32 am 18.09.2017 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super

  • Marcel B. am 20.09.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmidt ist der Richtige

    Er muss die Bundesliga nicht in- und auswendig kennen, er muss Erfolg haben und das wird er. Es muss ihm gelingen aus den diversen "Stars" eine Einheit zu bilden. Seine Philosophie seines Lauf intensiven Fußballs in der jeder für jeden läuft, in der das Team und nicht ein einzelner Spieler zählt in die Köpfe der Spieler zu bringen. Gestern gelang das zumindest in der 1ten Halbzeit schon recht gut.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marcel B. am 20.09.2017 14:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schmidt ist der Richtige

    Er muss die Bundesliga nicht in- und auswendig kennen, er muss Erfolg haben und das wird er. Es muss ihm gelingen aus den diversen "Stars" eine Einheit zu bilden. Seine Philosophie seines Lauf intensiven Fußballs in der jeder für jeden läuft, in der das Team und nicht ein einzelner Spieler zählt in die Köpfe der Spieler zu bringen. Gestern gelang das zumindest in der 1ten Halbzeit schon recht gut.

  • BM Fan am 19.09.2017 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    viel Glck fr ein Traum...

    Ein Traum fr herrn schmidt und die Wolfsburgprofis wäre natrlich 6P aus den kommenden zwei spiele....

  • Alemanne am 19.09.2017 11:14 Report Diesen Beitrag melden

    in- und auswendig?

    Dann hat er in den lediglich 2 Jahren Bundesliga aber sehr schnell gelernt. Mal sehen, ob er das umsetzen kann.

    • Alexi am 19.09.2017 12:47 Report Diesen Beitrag melden

      Talent

      Das hat er glauben Sie mir. Kenne ihn persönlich ein toller Trainer und vorallem kann er eines: Die Jungs zu Höchstleistungen anspornen.

    • DerAschi am 19.09.2017 13:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Alemanne

      Bitte erst informieren: Schmidt ist seit 2010 in der Bundesliga, bei Mainz05 II

    einklappen einklappen
  • Xenamaus am 19.09.2017 06:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bundesliga

    Toi, toi, toi Martin! Du rockst das ding

  • marko 32 am 18.09.2017 21:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super

    Super