Hitzfelds Goalie-Wahl

13. November 2012 13:20; Akt: 14.11.2012 15:00 Print

«2013 werden die Karten neu gemischt»

von Eva Tedesco, Sousse - Die Goalie-Frage beim Test gegen Tunesien ist geklärt: Ottmar Hitzfeld setzt auf Yann Sommer, nicht auf Marco Wölfli. Wie die Hierarchie künftig aussehen wird, ist noch offen.

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Ottmar Hitzfeld zur Goalie-Frage. (Video: 20 Minuten Online) Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal
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Wer die Wahl hat, hat die Qual. Das gilt derzeit auch für Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld. Hinter Stammkeeper Diego Benaglio lauern mit Marco Wölfli, der offiziellen Nummer 2, und der Nummer 3, Yann Sommer, zwei sehr gute Goalies. Weil Diego Benaglio im nächsten WM-Qualifikationsspiel im März auf Zypern gesperrt ist, kommt im Testspiel am Mittwochabend gegen Tunesien (20 Minuten Online berichtet ab 18.15 Uhr live) ein Ersatzgoalie zum Einsatz.

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Am Tag vor dem Testspiel gegen Tunesien legte sich der Lörracher wider Erwarten plötzlich fest und sagte an der Pressekonferenz in Sousse: «Yann Sommer wird gegen Tunesien im Tor stehen. Es geht für ihn darum, Erfahrungen zu sammeln.» Die Wahl Hitzfelds kommt überraschend. Denn YB-Keeper Wölfli war bisher die klare Nummer 2 im Schweizer Tor.

Hitzfeld: «Bei Marco Wölfli wissen wir, was wir an ihm haben. Er hat schon mehrere und wichtige Spiele für uns absolviert. Ich weiss, was er kann. Sommer hat erst ein Länderspiel zu Hause absolviert und kann sich nun wieder einmal zeigen. Das ist wichtig für ihn und auch für unsere weitere Entwicklung.»

Kein Konkurrenzkampf im herkömmlichen Sinn

Bisher war die Hierarchie unter den Goalies nicht nur für den Nati-Coach klar. Auch Yann Sommer sagt, trotz Einsatz in Tunesien: «Die Hierarchie ist klar. Diego ist ein Weltklassegoalie und die Nummer 1. Und das ist gut so, denn die Mannschaft braucht einen Stammgoalie. Marco ist lange dabei und die Nummer 2. Unter uns Goalies herrscht ein gutes Klima. Wir verstehen uns gut, auch wenn der Konkurrenzkampf natürlich da ist. Aber das ist kein Konkurrenzkampf im herkömmlichen Sinn. Natürlich schaut jeder, dass er seine beste Leistung abruft und jeder will alles erreichen. Aber jeder will auch für die Mannschaft alles erreichen und deshalb unterstützen wir uns auch gegenseitig. Ich werde mein Bestes geben.»

Und wie reagiert Marco Wölfli auf den Druck des um sechs Jahre jüngeren Keepers aus Basel? «Druck ist in unserem Sport immer dabei. Ob bei YB oder bei der Nati. Yann ist ein sehr guter Goalie und ein super Typ. Er ist der Shootingstar der letzten Saison, in der er hervorragend gehalten hat. Aber damit muss ich umgehen können, denn es herrscht hier wie im Klub das Leistungsprinzip.»

Ist Foletti das Zünglein an der Waage?

Trainiert werden die drei Schweizer Schlussleute von Goalietrainer Patrick Foletti. War der ehemalige Luzern-Keeper das Zünglein an der Waage? Foletti: «Ich habe ein Vorschlagsrecht, wenn Sie es so haben wollen. Ich kann meine Eindrücke mitteilen. Mehr nicht. Am Ende entscheidet Ottmar Hitzfeld – das ist doch klar.» Foletti ist stolz darauf, mit drei so guten Typen und ausgezeichneten Torhütern arbeiten zu dürfen. «Aber persönliche und emotionale Elemente darf ich nicht berücksichtigen. Deshalb gilt auch in der A-Nati: Der Beste steht im Tor.»

Der heisst derzeit Diego Benaglio. Und dahinter? Wölfli oder Sommer? Hitzfeld: «Im neuen Jahr werden die Karten wieder neu gemischt. Wir haben den Luxus, dass wir drei Toptorhüter in der Schweiz haben.»

Tunesien - Schweiz
Sousse. - Mittwoch, 18.15 Uhr. - SR Fleisher (Ghana).
Voraussichtliche Aufstellungen:
Tunesien: Mathlouthi (Etoile Sportive du Sahel Sousse); Yahia (Mersin/Tür), Ifa (Club Africain de Tunis), Abdennour (Toulouse), Gharbi (Sfax); Saïhi (Montpellier), Hammami (Kuwait FC); Zouheir Dhaouadi (Evian TG), Darragi ; Harbaoui (Lokeren/Be), Jemâa (Kuwait FC).
Schweiz: Sommer (Basel); Lichtsteiner (Juventus Turin), Djourou (Arsenal), Von Bergen (Palermo), Ziegler (Lokomotive Moskau); Dzemaili (Napoli), Inler (Napoli); Shaqiri (Bayern München), Xhaka (Borussia Mönchengladbach), Barnetta (Schalke); Derdiyok (Hoffenheim).
Abwesend: Benaglio (Ersatz, da im nächsten WM-Qualifikationsspiel gesperrt) sowie Stocker (Basel) und Gavranovic (Zürich/beide verletzt).

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bruno da Silva am 14.11.2012 13:00 Report Diesen Beitrag melden

    Da Costa vom FCZ?

    ich verstehe nicht wieso David da Costa der eine Hammer Saison bei Zürich macht nicht in Erwägung gebracht wird...

    • Silvan Lachmuth am 15.11.2012 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      roman Bürki

      wieso auch nicht Roman Bürki von gc der hat auch ne hammer season bis jetzt gespielt

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  • Adrian am 14.11.2012 12:17 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Benaglio ist die klare Nummer 1. Sommer die Nummer 2 und als Nummer 3 kann man entweder Wölfli nehmen, der in der Meisterschaft schwächelt, aber in der Nati immer gute Leistungen gebracht hat oder man nimmt mit Roman Bürki einen jungen Goali. Lopar ist nur zwei Jahre jünger als Benaglio und deshalb lohnt es sich nicht, auf ihn zu setzen, da bis zu einem allfälligen Rücktritt Benaglios, Lopar auch zu alt ist.

  • Simon am 14.11.2012 09:57 Report Diesen Beitrag melden

    Sommer?

    Sommer mag ein guter Torwart sein, aber schon alleine wegen seiner Arroganz würde ich den gar nicht aufstellen. Dann lieber einem Lopar oder Bürki eine Chance geben...

    • FCB_13_9 am 14.11.2012 11:24 Report Diesen Beitrag melden

      Welche Arroganz?

      Yann ist wohl einer der wenigen jungen Schweizer mit einem gesunden Selbstvertrauen. Er glaubt an seine Stärken, an die Stärken seines Vereines (FC Basel) und glaubt an grosse Erfolge. Die Erfolge in der Vergangenheit geben ihm zu 100% recht, er verdient es mind. vor Wölfli zu sein. Benaglio ist aktuell wohl nicht angreiffbar.

    • meccano am 14.11.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

      objektiv?

      .stünde yann sommer nicht im basler tor, würde der ausdruck arrogant kaum fallen. es gibt einfach kommentatoren/innen, die bei einem basler spieler sofort auf die eine oder andere art negativ reagieren.

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  • Danny Wehrhahn am 14.11.2012 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hitzfeld macht das gut

    Viele kennen den Grundgedanke bei Testspielen nicht. Wie es der Name sacht, wird bei Testspielen getestet. Das einige Jungs dann den einten oder anderen auch im Team sehen wollen ist klar. Dennoch muss man als Trainer denn Stamm nicht ausser acht lassen. Das nun Yann Sommer im Tor steht hat nix mit der Hirarchie, noch mit Sympatie oder Vereinszugehörigkeit zu tun. Was ich aber überhaupt nicht verstehen würde, wenn Pirmin Schwegler heute Abend nicht spielen könnte. Schwegler gehört in der 1. BL zu den besten auf seiner Position und schätze ihn eher höher und vor allem konstanter ein als Xhaka. Wenn man ihm die Chance heute Abend nicht gibt, kann ich das nicht nachvollziehen! Hopp Schwiiz.

    • Wehrahn anungslohs am 14.11.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

      du hast ja so recht

      Hitzfeld testet, die einzige änderung ist Sommer und Ziegler, dies aber nur weil Rodriguez nicht spielt. Ja wenn schon das Wort fällt nicht spielen. Djourou und Derdyok, könntest, du mir sagen wie viele Minuten die haben in dieser Saison von den maximalen Minuten aller Spiele des Clubs. Djourou darf im Grümpeli Cup ran. Dort hat sogar ein 17 Jähriger schweizer gespielt. Von unseren 6ern spielt maximal einer 90 Minuten. Unser capitano ist da nur noch die Nr. 3, wieso spielt er nicht mit Berahmi und Dzemaili? Iv's hätten wir Klose, Eggimann und Rossini, die sind wichtige Stützen in den Vereinen

    einklappen einklappen
  • Martin am 14.11.2012 07:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So muss es laufen:

    Benaglio bis zum karrierende als nummer 1. sommer die klare nummer 2. wann immer diego nicht kann muss sommer spielen. Als nummer drei ein junggoalie a la bürki. Für wölfi macht die nati keinen Sinn. Nicht dass er ein schlechter Goalie ist aber er kann sich nicht gegen benaglio durchsetzen. Und wenn benaglio mal nicht mehr ist ist wölfi zu alt... Deshalb muss jetzt ein junger guter goalie (sommer) Erfahrungen bekommen.